Streiks an den Autohäusern in der Region

Heilbronn  Während der zweiten Verhandlungsrunde im baden-württembergischen Kfz-Handwerk stehen am Freitagnachmittag einige Werkstätten leer: Die Belegschaft beteiligt sich an Frühschlussaktionen der IG Metall. Auch acht Autohäuser in der Region sind betroffen.

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Während die Tarifverhandlungen in Stuttgart liefen, haben sich zahlreiche Mitarbeiter von acht Autohäusern im Stadt- und Landkreis Heilbronn an Warnstreiks beteiligt. Sie wollten damit zur zweiten Verhandlungsrunde in Leinfelden-Echterdingen Druck auf die Arbeitgeber im Kfz-Handwerk machen.

Frühschluss ab 14 Uhr

Beteiligt haben sich Beschäftigte von MAN Truck & Bus Heilbronn, der Schwabengarage Heilbronn sowie von ASW Automobile - mit den drei Heilbronner Standorten sowie in Neckarsulm, Weinsberg und Bad Rappenau. Die Gewerkschaft IG Metall rief sie ab 14 Uhr, zum Teil auch erst später, zu einer Frühschlussaktion auf - die Mitarbeiter gingen früher nach Hause. Die Beteiligung sei sehr gut gewesen, berichtete Philipp Zänker, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm. "Wir sind sehr zufrieden." Die Belegschaft der Schwabengarage sei erstmals in dieser Tarifrunde zur Teilnahme aufgerufen worden.

Belegschaft ist verärgert

Für die rund 55 000 Beschäftigten in Baden-Württemberg fordert die IG Metall vier Prozent mehr Geld für zwölf Monate, eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen, die Möglichkeit, zwischen mehr Geld und mehr freier Zeit zu wählen, sowie die Fortführung des aktuell geltenden Manteltarifvertrags. "Wir beteiligen uns am Warnstreik, weil wir die Kündigung unseres Manteltarifvertrages in Baden-Württemberg nicht hinnehmen wollen", sagte ein Mitarbeiter der Heilbronner MAN-Niederlassung. "Es ist ungerecht, wenn es in anderen Bundesländern Entgelterhöhungen geben soll und wir hier vor Ort sollen weniger Zuschläge bekommen, samstags öfter und dazu auch noch länger arbeiten und das ohne Lohnausgleich. Damit sind wir überhaupt nicht einverstanden."

In Bayern liegt ein Angebot vor

Hoffnung machte am Nachmittag, dass in den parallel laufenden Verhandlungen im bayrischen Kfz-Handwerk ein weitgehend akzeptables Angebot der Arbeitgeberseite vorlag. "Dies wollen wir auch für Baden-Württemberg", sagte Zänker. Die Verhandlungen dauerten bei Redaktionsschluss noch an.


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für das Team Wirtschaft & Politik tätig.

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