Stoffmarkt auf der Theresienwiese setzt auf Kontrolle

Heilbronn  Der Veranstalter des Deutsch-Holländischen Stoffmarkts auf der Heilbronner Theresienwiese will mit einem strengen Hygienekonzept Probleme wie zuletzt beim Flohmarkt vermeiden.

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Der deutsch-holländische Stoffmarkt wird von der Unteren Neckarstraße auf die Theresienwiese ausweichen, um genügend Platz zu haben.

Foto: Archiv/Mugler

Märkte-Veranstalter Marko Krstic ist mittlerweile erfahren in Sachen Corona-Auflagen. Zwölf Veranstaltungen hat er zuletzt gemacht, zuletzt den Deutsch-Holländischen Stoffmarkt in Bonn: "Das hat wunderbar funktioniert." Am 10. Oktober kommt er mit dem Stoffmarkt nach Heilbronn. Nicht wie in den Vorjahren in die Untere Neckarstraße, sondern auf die Theresienwiese mit rund 100 Ständen.

Platz am Bollwerksturm zu klein

Der Platz am Bollwerksturm wäre Krstic zu klein gewesen: Bei sieben Quadratmeter, die jedem Besucher rein rechnerisch zur Verfügung stehen müssen, hätten nur 270 Menschen gleichzeitig Platz gehabt - zu wenig, um den nur einen Tag dauernden Markt rentabel durchführen zu können. "Uns blieb nur die Theresienwiese." Dort könne er die Auflagen ohne Probleme umsetzen.

500 Besucher sind in dem umzäunten Bereich erlaubt. Es gibt Einbahn- und Abstandsregeln sowie Maskenpflicht auch in der Wartezone. Sicherheitspersonal kontrolliere, damit alles gut funktioniert. "In Bielefeld gilt unser Hygienekonzept als Best-Practice-Beispiel", sagt der Essener Veranstalter, der mit seinen Märkten bundesweit unterwegs ist. Er rechnet auch in Heilbronn mit einem guten Verlauf. "Wir nehmen es vielleicht zu streng, aber anders kann ich es nicht verantworten."

Einige Flohmarkt-Veranstalter treiben ihn derzeit aber "in den Wahnsinn. Wir bekommen deren Unvermögen vorgehalten", ärgert sich Krstic. In Heilbronn gab es am vorletzten Wochenende - es war der erste Flohmarkt seit dem Frühjahr - Probleme mit zu großem Andrang. Der Markt wurde sogar aufgelöst. Für den deutsch-holländischen Stoffmarkt führt es seitens des Ordnungsamtes zumindest nicht zu zusätzlichen Auflagen.

"Wir haben eine andere Klientel als Flohmärkte. 95 Prozent der Besucher sind Frauen." Krstic hofft, dass sich die Stoff-Käuferinnen nicht abschrecken lassen. "Unser Markt hat 30 Prozent weniger Zulauf, und das bei höheren Kosten."

Hafenmarkt bleibt in der Innenstadt

Die Heilbronn Marketing GmbH bleibt als Veranstalter mit dem Hafenmarkt vom 2. bis 4. Oktober in der Innenstadt - allerdings nicht im Bereich Sülmerstraße, sondern am Bollwerksturm. 40 Aussteller kommen, ähnlich viele wie üblich. Jedoch wird auch dort die Fläche eingezäunt, um die Zahl der Besucher kontrollieren zu können. 499 sind erlaubt, Ein- und Ausgang sind getrennt. "Es gibt Gastronomie, aber keine Stehtische", sagt HMG-Sprecherin Sara Furtwängler. Schautöpfern fällt aus: "Enges Zusammenstehen wollen wir von vornherein verhindern."


Bärbel Kistner

Bärbel Kistner

Autorin

Bärbel Kistner schreibt seit 1999 im Stadtkreis-Ressort der Heilbronner Stimme über Stadtentwicklung und Wohnen, über Trends im Einzelhandel und den demografischen Wandel.

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