Start in außergewöhnliches Schuljahr

Region  Für Tausende Lehrer und Schüler hat am Montag ein außergewöhnliches Schuljahr begonnen: Erstmals seit Monaten kamen wieder alle Kinder zurück an ihre Schulen. Die Sorge bleibt: Müssen einzelne Klassen beziehungsweise ganze Schulen wegen Corona in Quarantäne?

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Das neue Schuljahr hat begonnen. Erstmals seit März dürfen wieder alle Kinder und Jugendlichen zeitgleich in die Bildungshäuser zurückkommen. Corona prägt aber weiterhin den Unterricht.

In Weinsberg gelten Einbahnstraßen

Linien und Punkte auf dem Schulhof des Justinus-Kerner-Gymnasiums Weinsberg weisen auf den richtigen Abstand hin, im Gebäude hängt gleich hinterm Eingang Desinfektionsspender. „Dürfen wir die Treppen hoch?“, fragt ein Sechstklässler. Nein, lautet die klare Ansage des Lehrers. Im Haus gelten Einbahnstraßen, ins Klassenzimmer geht es nur über den Schulhof. „Ich bin froh, dass die Kinder wieder da sind“, sagt Direktor Jürgen Kovács, in dessen Büro vor allem eines auffällt: sieben Kartons, ordentlich gestapelt, mit jeweils 2000 Mundschutz-Masken. Die Pakete kamen in den Sommerferien, verschickt vom Kultusministerium. Das Land stattet alle Lehrer und das übrige Personal an den weiterführenden Schulen mit solchen Masken aus.

Der Weinsberger Campus, zu dem noch eine Grund- sowie die Weibertreuschule mit Real- und Werkrealschule gehören, zählt zu den größten im Landkreis. Zum Start des Schuljahrs mussten die Verantwortlichen keine weiteren Wege einzeichnen. „Nur in der Sporthalle haben wir zusätzliche Markierungen angebracht“, sagt Rita Eichmann. Mit Beginn des Schuljahrs ist auch Sport wieder erlaubt.

Jahrgangsübergreifende Angebote fallen weg

Die Kinder und Jugendlichen sollen möglichst in konstanten Gruppen unterrichtet werden, jahrgangsübergreifende Angebote sind tabu. Einen gestaffelten Anfang gibt es erst zu Beginn an der Weibertreuschule, damit möglichst wenig Kinder gleichzeitig ankommen. Das sei am Gymnasium aber nicht möglich, sagt Schulleiter Jürgen Kovács. „Wir lassen aber das Läuten zwischen den Stunden aus.“ Die Lehrer können länger und kürzer unterrichten, damit sich möglichst wenig Schüler in den Gängen aufhalten.

Dass es nur noch feste Gruppen geben darf, führt in Weinsberg zu Einschränkungen bei den Angeboten. Jahrgangsübergreifende Themen fallen weg, Ganztagsangebote am Gymnasium gebe es nur für die Klassen fünf und sechs, sagt Jürgen Kovács. Auch an der Weibertreuschule ändert sich die außerschulische Betreuung: Statt an vier gebe es nur noch an zwei Nachmittagen diese Angebote, sagt Schulleiterin Rita Eichmann. „Dabei liegt der Schwerpunkt auf Unterricht.“

Während sonst gemischte Gruppen tabu sind, halten sich auf dem Schulhof Kinder in größeren Gruppen auf. So sind den Klassen für die Pausen feste Bereiche zugewiesen, allerdings gelten die beispielsweise für die Stufen sechs bis acht sowie neun und zehn. Bauzäune auf dem Hof, um wirklich alle Klassen oder Stufen voneinander zu trennen, lehnt der Direktor ab.

So lüften die Weinsberger Schulen

Überall wird es wichtig, dass regelmäßig gelüftet wird. Am ersten Schultag nutzen Lehrer den Sonnenschein, um im Hof zu unterrichten. Ansonsten bleiben viele Fenster und Türen offen. In spezielle Lüfter müsse der Schulstandort Weinsberg nicht investieren, berichtet Rita Eichmann vom Besuch eines Experten. Alle Räume erhalten ausreichend Frischluft, wenn man die Fenster öffne.

 

Wochenthema: Start ins neue Schuljahr

Das neue Schuljahr startet in Baden-Württemberg mit Präsenzunterricht - und zwar für alle Schüler. Über die Ferien haben sich Schulen darauf vorbereitet. Klappt das also alles reibungslos? Über einen Schulstart unter Pandemie-Bedingungen berichten wir ausführlich in unserem Wochenthema. >>Hier geht es zum Artikel-Dossier


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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