Zwischenlager am GKN offiziell in Betrieb

Neckarwestheim  Am GKN in Neckarwestheim können in einer speziellen Halle künftig radioaktive Reststoffe aus den abgerissenen Kraftwerksteilen zwischengelagert werden. Allerdings nicht alle - und sie sollen auch nicht auf Dauer dort bleiben.

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Seit dem 7. Dezember ist die BGZ für den Betrieb des Abfall-Zwischenlagers Neckarwestheim (AZN) verantwortlich. Foto: BGZ/C. Mick

Mit der förmlichen Übergabe hat das Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle am GKN bei Neckarwestheim den Betrieb aufgenommen. Das Gebäude ist 133 Meter lang, 30 Meter breit und 21 Meter hoch und war vom Kraftwerksbetreiber EnBW seit 2016 errichtet worden. Betrieben wird es von der staatlichen Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ).

Filtermaterialien und Anlagenteile

In dem Gebäude werden Abfälle aus dem Abriss des bereits abgeschalteten GKN I sowie künftig von GKN II verpackt und gelagert, die nicht hochradioaktiv sind - zum Beispiel Filtermaterialien oder Anlagenteile. Sie sollen in das Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter gebracht werden, sobald dieses in Betrieb gehen kann - nach derzeitigem Stand frühestens im Jahr 2027. Die Menge, die in dem Gebäude gelagert werden kann, richtet sich nicht nach dem Gewicht oder dem Volumen, sondern nach einer höchstzulässigen Strahlungsmenge, die von den Stoffen abgegeben werden darf.

Lager für Castoren bereits in Betrieb

Anfang 2019 war auf dem Kraftwerksgelände bereits das Lager für hochradioaktive Abfälle an die BGZ übergeben worden. In ihm sind die Brennstäbe der Kraftwerksblöcke GKN I und Obrigheim untergebracht. Ein Endlager für die Brennstäbe steht aber noch nicht fest - erst vor wenigen Wochen waren die grundsätzlich in Deutschland geeigneten Regionen bekanntgegeben worden, in denen jetzt der Standort bestimmt werden soll. Bis zu dessen Inbetriebnahme sollen die Brennstäbe in Neckarwestheim bleiben - der Betrieb ist bis 2046 genehmigt.

Zuvor waren bereits die Standorte in Philippsburg und in Obrigheim übergeben worden. Obrigheim wird seit 2005 abgerissen; der letzte Block in Philippsburg ging Ende 2019 vom Netz.

Kritik von Atomkraftgegnern

Kritik kam von den Atomkraftgegnern. "Nach unseren bisherigen Erfahrungen bessert sich durch diese juristische Verschiebung leider kaum etwas", meinte Franz Wagner, Sprecher des Bunds der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar. Eine sachliche Gefahrendiskussion finde weiterhin nicht statt. 

 


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für das Team Wirtschaft & Politik tätig.

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