Sozialminister Lucha fordert bei Unachtsamkeit See-Sperrungen

Stuttgart  Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (Grüne) fordert die Sperrung von Badeseen, wenn sich die Besucher nicht an die Abstandsregeln halten. Er mahnt, dass sich unachtsames Verhalten in steigenden Infektionszahlen rächen werde.

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Nach einem Massenansturm am Breitenauer See, bei dem Badegäste die Corona-Regeln missachtet haben, wurde der See gesperrt. Foto: Archiv/Manuel Maier

Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (Grüne) ist besorgt über den Ansturm an vielen Badeseen im Südwesten. "Manche scheinen dabei aber zu vergessen, dass wir uns noch mitten in der Pandemie befinden. Es ist eine große Herausforderung für die Kommunen vor Ort, die Badestellen zu kontrollieren und die Zugänge zu beschränken", sagte Lucha auf Anfrage der Heilbronner Stimme.

316 Badestellen im Südwesten

In Baden-Württemberg gibt es 316 Badestellen. Das Sozialministerium konnte allerdings keine Auskunft darüber erteilen, wie viele Badeseen derzeit wegen einem zu großen Besucherandrang gesperrt sind. Ein Sprecher erklärte lediglich, dies müsse bei den Kommunen vor Ort erfragt werden - und das Land sei nicht zuständig.

Warnung vor fahrlässigem Handeln

Lucha jedenfalls appellierte an das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen. "Wer sich mit Hunderten Menschen auf engem Raum tummelt und die Abstandsregeln ignoriert, handelt in dieser fragilen Phase der Corona-Pandemie fahrlässig und gefährdet seine Gesundheit", sagte Lucha. Dort, wo Disziplin, Umsicht und Eigenverantwortung offensichtlich nicht wirkten, müssten "klare ordnungsrechtliche Vorgaben gemacht werden - so wie zum Beispiel einen Badesee zu sperren", forderte der Grünen-Politiker. Er mahnte, dass sich "unachtsames Verhalten durch steigende Infektionszahlen bitter rächen wird".

Landkreistag ebenfalls für konsequentes Vorgehen

Auch der Südwest-Landkreistag drängt auf See-Schließungen, falls der Ansturm zu groß werde. Der zuständige Dezernent Tim Gerhäusser erklärte, Schließungen seien nötig, "wenn auf andere Weise der Infektionsschutz vor Ort, beispielsweise durch Zufahrtsbeschränkungen oder Zugangskontrollen, nicht sichergestellt werden kann".


Michael Schwarz

Michael Schwarz

Chefkorrespondent Landespolitik

Michael Schwarz ist seit 2005 bei der Heilbronner Stimme. Landesregierung, Landtag, Parteien, Fraktionen, Politiker - Schwarz beobachtet rund um die Uhr die landespolitischen Akteure in Stuttgart und geht der Frage nach, ob diese einen guten Job machen.

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