Sonderaktionen sollen Impfkampagne in Heilbronn und der Region ankurbeln

Region  Mit verschiedenen Aktionen versuchen die Stadt Heilbronn und die Landkreise der Region, die Corona-Impfquote zu steigern. Das Kreisimpfzentrum Heilbronn ist mittlerweile gut ausgelastet. Derweil bremsen offenbar Vorbehalte gegen das Astrazeneca-Vakzin die Kampagne in der Region.

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Impfen im Vorbeifahren, ohne vorherige Terminvereinbarung: Eine Drive-in-Aktion bietet  die Stadt Heilbronn am Samstag von 8 bis 14 Uhr auf der Theresienwiese. Alle ab 18 Jahren, die in Heilbronn leben, können sich mit Astrazeneca impfen lassen, die Zweitimpfung soll am 18. September mit Biontech ebenfalls im Drive-in erfolgen.

In Pfedelbach im Hohenlohekreis gibt es derweil am Samstag einen „Impfmarathon“ mit 3400 Dosen Johnson & Johnson.Zuletzt waren noch Termine frei.

Heilbronner Familien-Impfungen gehen in der Kernstadt weiter 

Weil in Heilbronn die Impfquote relativ niedrig ist, hat das Land 6000 Dosen Astrazeneca zur Verfügung gestellt. Ein weiteres Kontingent von 3600 Dosen Biontech wollte die Stadt erst per Telefon an Böckinger und Bewohner der Kernstadt vergeben. Die Nachfrage blieb jedoch verhalten. Mittlerweile wurde auch diese Aktion auf die Gesamtstadt ausgeweitet, die Termine sind vergeben und finden im Kreisimpfzentrum statt. Zudem impfte die Stadt vergangenes Wochenende erstmals vor Ort mit Biontech. Der Kontakt zu den Familien wurde über die Schulen hergestellt. An diesem Wochenende wird die Familien-Impfaktion am Robert-Mayer-Gymnasium fortgesetzt.

„Jetzt ist Impfstoff da. Wir versuchen alles, um ihn zu verimpfen“, betont Rathaussprecherin Suse Bucher-Pinell. Lange war die Stadt zurückhaltend gegenüber Vor-Ort-Aktionen gewesen und verwies darauf, es gebe im Stadtgebiet keine Hotspots mit besonders hohen Infektionszahlen. Auffälligkeiten gibt es aber bei der Impfquote, hier hinken Böckingen und die Kernstadt hinterher.

Von 900 Astrazeneca-Angeboten wird nur ein Bruchteil wahrgenommen

Im Kreisimpfzentrum Horkheim sind diese Woche täglich mehr als 800 Termine angesetzt, zum Teil sind es über 1000, das ist nahe an der maximalen Kapazität. Demgegenüber läuft im  Zentrum des Landkreises Heilbronn nicht an allen Tagen der Woche. Der Impfstoff reicht wie vor nicht aus. Allerdings gibt es auch Vorbehalte gegen das Vakzin von Astrazeneca. Der Kreis führt eine Warteliste, genannt Impfbrücke, mit mehr als 4000 Namen. Zuletzt wurden 900 Personen direkt  wegen freier Astrazeneca-Termine kontaktiert, nur 35 nahmen das Angebot an.

Neben der Diskussion um mögliche seltene Nebenwirkungen und der Empfehlung, das Vakzin vorrangig an über 60-Jährige zu verimpfen, vermuten Fachleute einen weiteren Grund für die Zurückhaltung: Der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung liegt bei Astrazeneca nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission bei zwölf Wochen - länger als bei anderen Mitteln. Manch einer der auf vollen Impfschutz vor dem Sommerurlaub hofft, mag auf ein anderes Vakzin spekulieren.   

 


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Hettich

Alexander Hettich

Stellvertretender Leiter der Regionalredaktion

Alexander Hettich ist stellvertretender Leiter der Regionalredaktion. Er arbeitet seit 2003 bei der Heilbronner Stimme, berichtet über Verkehrsthemen, über Kommunalpolitik und Heilbronn.

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