So bleibt der Kopf kühl im Corona-Sommer

Heilbronn  Die vergangenen Tage waren heiß und auch die nächste Woche wird wohl nur kurzzeitig Abkühlung bringen. SLK-Chefarzt Jürgen Furkert hat Tipps gegen Hitze und mahnt: Ventilatoren sind derzeit tabu.

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Der Körper habe bei Temperaturen um die 30 Grad allerhand zu tun, um die normale Temperatur von 37 Grad zu halten, sagt der SLK-Internist Jürgen Dieter Furkert. Angesichts der Corona-Gefahr rät er dringend vom Einsatz von stationären Ventilatoren, zum Beispiel in Büroräumen, ab.

Schwitzen

Auch wenn es lästig sein kann, wenn alles feucht ist und die Kleider am Leib kleben: Schwitzen hat eine wichtige Funktion. Durch die Verdunstungskühle wird die Körpertemperatur reguliert.

Flüssigkeit

Weil man im Hochsommer mehr schwitzt, sei es nötig, auch deutlich mehr zu trinken, sagt Furkert – also nicht 1,5 bis zwei Liter wie normalerweise empfohlen, sondern das Doppelte bis Dreifache dieser Menge. Vorsorglich und bewusst zu trinken sei wichtig, "nicht auf den Durst warten, denn Durst ist ein Spätsymptom". Vor allem Menschen über 50 seien gefährdet, sagt Furkert. "Je älter man wird, desto geringer ist das Durstempfinden, man trocknet schneller aus und hat weniger Reserven." Auch auf Kleinkinder und Babys sei zu achten. Sie seien aus anderen Gründen schnell von Austrocknung betroffen.

Alkohol

Furkert hält Mineralwasser für das beste Getränk, um die Flüssigkeitsspeicher aufzufüllen, dadurch könne man auch verlorengegangene Mineralien ersetzen. Komplett verzichten solle man während der Hitzetage jedoch auf Alkohol, denn der weite die Gefäße und schade der Temperaturregulierung. "Ein paar Tage Verzicht schaden nicht." Viele Menschen lägen in Sachen Alkoholkonsum ohnehin über den empfohlenen Mengen.

Zur Person
Dr. Jürgen Dieter Furkert (60) ist Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Nephrologie und Diabetologie am SLK-Klinikum am Plattenwald.

Essen

Beim Essen gilt: In Maßen und nicht so schwere Kost, denn sonst werden Magen und damit auch der Kreislauf übermäßig belastet. Salat sei gut oder andere leichte Speisen, beispielsweise auf Basis von Brühe, auch damit könne man dem Organismus wieder Mineralstoffe zuführen, die durch Schwitzen verloren gegangen seien.

Sonne

Den Schatten suchen und sich vor Sonne zu schützen, das gilt auch wegen des Hautkrebsrisikos, sagt Furkert. Der trete vor allem an Körperstellen auf, die häufig der Sonne ausgesetzt seien. Wer dennoch länger raus muss, sollte einen Hut mit breiter Krempe tragen und auf leichte, langärmelige Kleidung setzen.

Ventilatoren

Sie können durch Verwirbelung der Raumluft für einen leichten Kühlungseffekt sorgen. In diesem Sommer rät der Mediziner jedoch klar vom Einsatz eines stationären Ventilators im Büro ab. "Das ist eine schlechte Idee und in Corona-Zeiten abzulehnen." Solche Ventilatoren könnten zu wahren Virenschleudern werden. Anders sei es mit fest installierten, guten Klimaanlagen. Die sorgten für einen permanenten Luftaustausch und könnten eine gewisse Viruslast aus Innenräumen saugen. "Das Einschalten vorhandener Klimaanlagen ist eher positiv zu sehen."

Masken

Im medizinischen Bereich sei das Tragen von Masken Standard, niemand hinterfrage es, sagt Furkert. In dieser besonderen Situation sei nun auch die Bevölkerung gefragt, in bestimmten Situationen einen Mund-Nasen-Schutz richtig zu tragen. "Wir müssen uns alle an diese Pflicht halten, um das Virus auszubremsen." Eine gesundheitliche Gefährdung durch das – auch längere – Tragen von Masken schließt er in der Regel aus. Es könne zwar sein, dass sich empfindliche Menschen leicht benebelt fühlten, gerade wenn es heiß sei, "aber für Gesunde ist das Tragen einer Alltagsmaske nicht gefährlich."

 


Valerie Blass

Valerie Blass

Autorin

Valerie Blass ist Autorin im Politikressort. Ihr besonderes Interesse gilt Themen aus dem Bereich Gesundheit.

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