SLK und DRK pochen auf Treue beim Blutspenden

Heilbronn  Aus Verwaltungsgründen und für den Schutz von Spendern und Empfängern sei es wichtig, sich für eine Einrichtung zu entscheiden. Männer können im Jahr bis zu sechs Mal spenden, Frauen bis zu vier Mal.

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56 Tage Abstand sollten zwischen zwei Blutspenden mindestens liegen. Die Kontrolle dieses Intervalls liegt bei den Spendeneinrichtungen.

Foto: dpa

Eine Gruppe von Arbeitskollegen hat sich während der Pandemie dazu entschlossen, gemeinsam am SLK-Klinikum Blut zu spenden. Vor Ort erfahren sie, dass nur ein Teil von ihnen dafür infrage kommt. Nämlich all jene, die nicht bereits bei anderen Organisationen Spender sind. Wie kann das sein?

"Natürlich ist jeder Blutspender bei uns herzlich willkommen", sagt Dr. Astrid Stäps (58), Leitende Ärztin für Transfusionsmedizin und Blutbank beim SLK-Verbund. Beim ersten Termin sei es jedoch nicht möglich, Blut zu spenden. Der Spender erhält einen Fragebogen, es folgt eine ärztliche Prüfung, danach wird ein wenig Blut abgenommen und untersucht. Erst dann erfolgt die Terminvergabe für eine Spende, heißt es auf der Internetseite der SLK-Kliniken.

 

Blut wird zunächst zurückgehalten

"Falls sich der Spender bereits für eine andere Einrichtung entschieden hat, verweisen wir darauf, dass er auch dortbleiben soll", sagt Stäps. Hintergrund sei der Schutz des Spenders und Empfängers, erklärt Stäps. Das auf Aids, Syphilis und Hepatitis untersuchte Blut verbleibe ein Vierteljahr in Quarantäne. "Wir halten das Plasma für die Anwendung am Patienten zurück. Erst wenn auch der zweite Test beim nächsten Termin negativ verläuft, erhält es der Patient." Die Sicherheit für den Empfänger sei dadurch besonders hoch. Es sei daher wichtig, dass der Spender bei SLK bleibe. "Eine Konkurrenz zu anderen Einrichtungen wollen wir nicht sein."

So sieht das auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK). "Den Mindestabstand von 56 Tagen zwischen zwei Spenden müssen wir sicherstellen", sagt Eberhard Weck, Pressesprecher beim DRK-Blutspendedienst. Außerdem dürfe die maximale Blutmenge von drei Litern pro Jahr bei Männern und zwei Litern bei Frauen nicht überschritten werden. Diese Richtlinien seien vorgeschrieben.

Da das DRK keinen Einblick in die Daten anderer Einrichtungen habe, sei es wichtig, dass sich der Spender für einen Abnehmer entscheide. Dieser könne den letzten Spendetermin einsehen. Der 61-Jährige spricht von einem guten Miteinander zwischen den Einrichtungen. "Wir helfen uns gegenseitig aus." So liefere das DRK bei Bedarf Blutkonserven an Krankenhäuser aus.

In Komponenten aufgeteilt

Nach der Spende werde das Blut beim DRK in drei Komponenten aufgeteilt. In rote und weiße Blutkörperchen und in das Blutplasma. "50 Prozent des gefrorenen Plasmas geben wir an pharmazeutische Dienste ab", sagt Weck. Der Erlös reduziere die Selbstkosten des DRK.

 


Jürgen Kümmerle

Jürgen Kümmerle

Reporter

Jürgen Kümmerle ist Redakteur im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.

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