Schuldnerberatungen erwarten großen Zulauf ab Herbst

Region  Bisher erzeugte die Corona-Pandemie und der mit ihr verbundene Lockdown noch keinen großen Ansturm bei den Schuldnerberatungen. Allerdings laufen im Herbst einige staatliche Hilfsprogramme aus.

Von Anna-Lena Sieber

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Unter anderem endet auch die Verlängerung des Arbeitslosengelds 1.

Foto: dpa

Im Moment ist es noch relativ ruhig bei der Schuldnerberatung der Aufbaugilde. "Vor September tut sich da nichts", sagt Jürgen Eberl von der Pressestelle.

"Die Selbstständigen haben jetzt alle die staatlichen Überbrückungen in Anspruch genommen." Das Ausmaß werde sich erst im Herbst zeigen. "Das hängt auch davon ab, ob es eine Neuauflage von Hilfsprogrammen gibt", sagt Eberl. Auch bei Angela Weber von der Schuldnerberatung des Landratsamts ist im Moment nicht mehr los als sonst. "Wir erwarten aber, dass da eine Welle auf uns zukommt." Denn es werde sich einiges verändern in den nächsten Wochen und Monaten.

Das Insolvenzverfahren wird wahrscheinlich verkürzt

Zum einen soll das Insolvenzverfahren verkürzt werden und zwar von sechs auf drei Jahre. "Sollte das in Kraft treten, wird es auch Nachfragen von Leuten geben, die ihre Schulden sonst in vier bis fünf Jahren selbst abbezahlen könnten", sagt Weber. Viele die sich bisher sagen, sechs Jahre wollten sie sich keinem solchen Verfahren unterziehen, würden es sich bei drei Jahren wahrscheinlich überlegen.

Ein weiterer Punkt, der für einen erhöhten Zulauf bei den Schuldnerberatungen sorgen könnte, ist die auslaufende Kurzarbeiterregelung. "Das wird wahrscheinlich zu einer erhöhten Arbeitslosigkeit führen." Außerdem läuft die Verlängerung des Arbeitslosengelds 1 aus. "Das heißt viele fallen ins ALG 2." Die Regelung, dass Firmeninhaber keinen Insolvenzantrag stellen müssen, läuft ebenfalls aus. "Das war eine Sonderregelung im Rahmen von Corona."


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