Risse auf der Kuppel des Kernkraftwerks und auch im Inneren?

Neckarwestheim  Mit einer nächtlichen Aktion machten Atomkraftgegner am GKN bei Neckarwestheim auf einen ihrer Meinung nach drohenden Unfall aufmerksam. Denn bei der laufenden Revision am Reaktor hätten sich ihre Befürchtungen bestätigt.

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Einen Riss projizierten Atomkraftgegner auf die GKN-Kuppel.

Foto: privat

Der Riss auf der Kuppel war nur mit einem starken Beamer draufprojiziert. Doch die Atomkraftgegner hinter dieser Aktion befürchten, dass sich dies tatsächlich ereignen könnte - ein Unfall im Reaktor des letzten baden-württembergischen Atomkraftwerks, dem GKN bei Neckarwestheim. Denn während der momentan laufenden Revision der Anlagen seien erneut Risse in den Heizrohren der Dampferzeuger entdeckt worden, teilten die Initiativen - Ausgestrahlt, der Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar (BBMN) und der BUND Landesverband Baden-Württemberg - am Mittwoch mit.

Angaben stammen vom Leiter der Atomaufsicht

Entsprechende Angaben habe der Leiter der Atomaufsicht im Landes-Umweltministerium, Gerrit Niehaus, gegenüber den Teilnehmern einer Protestaktion am Freitag in Stuttgart gemacht, berichtete BBMN-Sprecher Franz Wagner. Es seien der Behörde entsprechende Befunde gemeldet worden, habe Niehaus demnach gesagt.

Für die Initiativen ein Beleg, dass die Schäden in den mehr als 16 000 Rohren in den vier Dampferzeugern immer wieder auftreten. Sie fordern daher den Austausch der beschädigten Teile - oder gleich die komplette Abschaltung des GKN.

Umweltministerium legt keine Zwischenergebnisse vor

Beim Umweltministerium in Stuttgart berichtet dessen Sprecher Ralf Heineken, dass die Messungen an den Heizrohren inzwischen abgeschlossen seien und jetzt bewertet würden. Innerhalb der nächsten Tage würden die Ergebnisse vorgelegt. "Wir geben bis dahin keine Zwischenergebnisse der Revision heraus." Ob neue Risse entdeckt worden seien, sei ihm nicht bekannt.

EnBW: Alle Rohre sind dicht

Der Betreiber EnBW betont: "Bereits vor der Revision bestand Klarheit darüber, dass alle Heizrohre der vier Dampferzeuger dicht sind. Undichtigkeiten in den Heizrohren gibt es dementsprechend nicht, und es hat sie auch in den vergangenen Jahren nicht gegeben." Ob es neue Risse gibt, wurde nicht mitgeteilt. Die Messungen seien dem Umweltministerium und von ihm beauftragten Gutachtern zur Verfügung gestellt worden. Das GKN soll nach derzeitiger Planung in der zweiten Julihälfte wieder ans Netz gehen. 


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für die Redaktion Wirtschaft & Politik tätig.

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