Referendarinnen erhalten Preise für herausragenden Unterricht

Heilbronn  Hochaktueller und motivierender geht es nicht: Sina Zendler vom Herzog-Christoph-Gymnasium Beilstein und Lisa Schumacher am Katholischen Bildungszentrum Sankt Kilian werden für ihren Schulunterricht geehrt.

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Die Preisträgerinnen Sina Zendler und Lisa Schumacher erhalten ihre Urkunde jeweils von Christa Meyer-Lüttgens (links) und Katharina Hauser (rechts).

Foto: Berger

Das fröhlich-bunte, liebevoll angelegte Brettspiel und die professionell gestalteten Spielkarten machen richtig Lust: Lust auf Schule. Zumindest, wenn man das Glück hat, in Naturwissenschaft und Technik (NwT) von Sina Zendler unterrichtet zu werden. So wie 17 Schüler des NwT-Kurses der Jahrgangsstufe 11 am Herzog-Christoph-Gymnasium Beilstein. Sie durften als Erste in vier Doppelstunden Zendlers Planspiel testen.

Die Referendarin wurde am Mittwoch am Gymnasiallehrerseminar für die schriftliche Dokumentation ihrer Unterrichtseinheit "Technikbewertung am Beispiel der Erneuerbaren Energien - ein Planspiel unter Einbezug ökologischer und wirtschaftlicher Aspekte im NwT-Unterricht der Oberstufe" gefeiert.

Ebenso wie ihre Kollegin Lisa Schumacher. Die Referendarin am Katholischen Bildungszentrum Sankt Kilian überzeugte die Fachjury mit der schriftlichen Dokumentation von "Dem Klimawandel mit dem Geoinformationssystem QGIS auf der Spur. Eine Unterrichtseinheit ,Polarräume" im Geographieunterricht der Klasse 8".

Während Zendler mit ihrer Arbeit den Förderpreis des Vereins der Freunde und Förderer des Seminars (für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte an Gymnasien) Heilbronn gewann, nahm Schumacher den Preis des Verbandes Deutscher Schulgeographen, Landesverband Baden-Württemberg, entgegen. Der Seminarpreis wird jährlich verliehen, der Preis der Schulgeographen ginge nur alle paar Jahre mal nach Heilbronn, freut sich die stellvertretende Seminardirektorin Martina Geiger in ihrer Festrede über die Doppelehrung. Und über die Möglichkeit, bei der feierlichen Preisverleihung, "eine der circa 140 erstellten Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren". Denn jede Nachwuchslehrkraft muss eine solche schriftliche Dokumentation im Laufe ihres Referendariats einreichen. "Das ist wie eine zweite Staatsexamensarbeit", erklärt Geiger den damit verbundenen Aufwand. Für die Preise werden allerdings nur herausragende Dokumentationen vorgeschlagen. Interessanterweise, so Geiger, "beschäftigen sich beide preisgekrönte Arbeiten mit Klimaschutz und sind damit an Aktualität nicht zu überbieten".

Schüler sammeln sowohl Öko- als auch Sozialpunkte

Nach den Laudationen der ehemaligen Seminarleiterin und Vorsitzenden des Fördervereins Christa Meyer-Lüttgens, der Ausbilderin Geographie Katharina Hauser und des Ausbilders NwT Kolja Meyer stellt Sina Zendler ihr Spiel vor: Die fiktive Stadt Sontal liegt am Meer und am Fuße eines Gebirges - ideal für den Einsatz der erneuerbaren Energien Wind- und Wasserkraft sowie Photovoltaik. Nun dürfen die Schüler durchspielend und -rechnend Punkte sammeln. Ökologiepunkte und Sozialpunkte. Nicht so einfach, zumal auch die rechtlichen Rahmenbedingungen zu beachten sind.

"Sie waren so vertieft, dass sie oft die Pause überhört haben", lacht Zendler. Und sie gesteht auf die entsprechende Nachfrage des Pädagogik-Bereichsleiters der Experimenta, Thomas Wendt: "Von einem Verlag habe ich schon eine Anfrage für die Vermarktung erhalten."


Susanne Schwarzbürger

Susanne Schwarzbürger

Autorin

Susanne Schwarzbürger ist seit 2000 Redakteurin bei der Heilbronner Stimme. Im Team Kinder & Jugend sowie Familie kümmert sie sich um die entsprechenden Themen und Projekte. Gelegentlich hilft sie im Kulturressort aus.

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