Ölheizungen müssen zum Umweltschutz alle fünf Jahre geprüft werden

Region  Ölheizungen die in einem Wasserschutz- oder Überschwemmnungsgebiet liegen, müssen ihre Eigentümer alle fünf Jahre durch unabhängige Gutachter prüfen und bis 2023 nachrüsten lassen. Informationen gibt das Landratsamt.

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Tanks in einem Überschwemmungsgebiet sollen bis Januar 2023 hochwassersicher nachgerüstet werden.

Foto: Archiv

Erst vor Kurzem ist in Möckmühl vom Gelände der Firma Texon flüssiges Latex in die Seckach gelaufen und floss stromabwärts in die Jagst. Bereits zuvor hatten Gewässerverunreinigungen in der Region große Umweltschäden verursacht. Im August 2015 geriet giftiges Ammoniumnitrat ebenfalls in die Jagst. In der Schozach verendeten im April 2019 tausende Fische und Enten. Ein giftiger Grundstoff für Reinigungsmittel geriet vom Gelände einer Ilsfelder Spedition in den Fluss.

Bei Hochwasser kann ein Tank kippen und das Trinkwasser verunreinigen

Eine Gefahr kann aber auch vom heimischen Keller ausgehen. "Bereits ein Tropfen Heizöl verunreinigt eine Million Tropfen Trinkwasser", berichtet Ursula Kärcher vom Landratsamt Heilbronn. Sie muss es wissen, denn für die Abteilung Bauen und Umwelt ist sie zuständig für die Überwachungspflicht von Heizöllageranlagen im Landkreis.

Öltanks mit einem Volumen von mehr als 1000 Litern müssen Vermieter oder Hausbesitzer daher alle fünf Jahre von unabhängigen Sachverständigen überprüfen lassen - wenn diese neu errichtet werden oder in einem Wasserschutz- oder Überschwemmungsgebiet liegen. Bezahlen müssen die Betreiber. Tanks in einem Überschwemmungsgebiet sollen bis zum 5. Januar 2023 hochwassersicher nachgerüstet werden.

Die Erderhitzung sorgt immer wieder für Extremwetterlagen. Kärcher erinnert an das Hochwasser im hohenlohischen Braunsbach. Eine Schlammflut zerstörte damals Häuser und spülte unter anderem einen Rettungswagen durch die Straßen der Gemeinde. "Läuft der Keller erst einmal voll und der Tank ist nicht fest am Boden verankert, kann es sein, dass er kippt." Der Gefahrstoff könnte dann in die Umwelt und auch ins Trinkwasser geraten.

Bei Verstoß droht Bußgeld

Kärcher appelliert daher an das Verantwortungsbewusstsein: "Das ist wie beim Autofahren. Wenn ich mit einem Fahrzeug ohne Tüv unterwegs bin und gerate in einen Unfall, dann wird es teuer." Denn wer seiner Pflicht zur Beauftragung einer Prüfung nicht nachkomme, begehe eine Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld von mindestens 1000 Euro.

Aus Datenschutzgründen könne das Landratsamt die Prüfungen nicht selbst durchführen. "Wir sind daher auf die Mitarbeit der Bürger angewiesen." Um diese über ihre Pflicht zu informieren, bittet das Landratsamt die Gemeinden, entsprechende Aufforderungen in ihren Mitteilungsblättern zu veröffentlichen. Das klappe mehr oder weniger gut. In Wüstenrot zum Beispiel ist das bisher versäumt worden. "Die Gründe hierfür sind mir unbekannt", erklärt Bürgermeister Timo Wolf. "Unseren eigenen Part haben wir aber umgesetzt", sagt er mit Blick auf Anlagen im Gemeindebesitz.

Rückfragen an das Landratsamt

Bisher habe Ursula Kärcher wenig Rückmeldung erhalten. Das liege auch daran, dass vielen nicht bekannt sei, ob sie sich in betroffenen Gebieten befinden. Wer das herausfinden möchte, kann sich beim Landratsamt unter Telefon 07131 994308 melden oder auf der Homepage nachsehen: www.landkreis-heilbronn.de.


Daub

André Daub

Volontär

André Daub arbeitet seit Oktober 2019 als Volontär bei der Heilbronner Stimme.

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