Neue Torflügel für die Schleuse in Lauffen

Lauffen  Das Wasserstraßen-Neubauamt hat am Dienstag zwei 45 Tonnen schwere Baustahl-Elemente in die linke Kammer der Lauffener Schleuse eingesetzt.

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Der Kran, an dem der gewaltige Flügel des Schleusentores hängt, ist auf 750 Tonnen ausgerichtet. Der schwarze Koloss aus Baustahl ist einer von zwei knapp 45 Tonnen schweren Flügeln, die im Laufe des Dienstags in die neue linke Schleusenkammer an der B27-Brücke in Lauffen eingesetzt und festgeschraubt werden. Sie bilden, bezogen auf die Fließrichtung des Neckars, das sogenannte Untertor. Die 21,5 Tonnen schweren Obertorflügel liegen zwar ebenfalls schon an Ort und Stelle, werden jedoch erst am 7. Juli in die Schleuse gesetzt. Dafür genügt dann ein 500 Tonnen- Kran. Die Roßlauer Schiffswerft in Sachsen-Anhalt hat die vier Flügel gefertigt. Neun Tage hat der Transport auf dem Wasserweg von Dessau nach Lauffen gedauert.

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Fertigstellung 2022 statt 2019

Ursprünglich sollte die nach derzeitigem Stand 27 Millionen Euro teure Sanierung der Schleuse schon 2019 abgeschlossen sein. Inzwischen gehen die Projektverantwortlichen des Wasserstraßen-Neubauamtes Heidelberg (WNA) von Ende 2022 aus. "Die Hauptgründe für die Verzögerung liegen im Bauen im Bestand, wo wir nur punktuelle Beprobungen vornehmen können, und zweitens in Abweichungen im Baugrund", sagt Thomas Steinmetz, Baubevollmächtigter vom Wasserstraßen-Neubauamt Heidelberg (WNA).

Die Arbeiten in Lauffen sind Teil des Bundesprojekts zum Ausbau der 27 Neckarschleusen von Mannheim-Feudenheim bis Plochingen. Demnach sollen bis 2050 auch bis zu 135 Meter lange Containerschiffe verkehren können.


Verlängerung bringt mehr Möglichkeiten

Die linke Kammer der Lauffener Schleuse wird für 110 Meter lange Schiffe verlängert. Bisher können dort nur bis zu 105,5 Meter-Schiffe fahren. "Das ist ein großer Unterschied", sagt Projektleiter Steinmetz, "weil die meisten der Großmotorgüterschiffe rund 109 Meter lang sind." 80 Prozent der in Deutschland gemeldeten Schiffe sind laut Steinmetz bis zu 110 Meter lang.

Im April 2016 haben die vorbereitenden Arbeiten am rechten Neckarufer mit dem Bau eines Kranstellplatzes und eines Betriebsgebäudes begonnen. Auch zuvor waren viele Vorerkundungen notwendig: Umweltgutachten, Baugrunderkundungen und Grundwassergutachten erforderten einige Jahre. Mittlerweile ist der 46-jährige Thomas Steinmetz schon seit zehn Jahren mit diesem Projekt beschäftigt. "Vor allem das Grundwassergutachten kann einen langen Vorlauf benötigen, weil hier Hochwasserereignisse erfasst werden müssen, wie sich der Baugrund im Laufe der Zeit entwickelt hat." Dies habe bei diesem Projekt aber keine zeitraubende Rolle gespielt.

Die Schleuse hat bereits einige Jahrzehnte auf dem Buckel. 1951 ging sie in Betrieb. Auch aus diesem Grund waren Sanierungsarbeiten an der Betonkammer notwendig geworden. "Etwa 300 Anker und Pfähle sind eingebaut worden, um die Kammer nach Anpassung der Geometrie für den Bau- und Endzustand standsicher zu machen", erklärt Steinmetz. Dank der Sanierung gehe man bei der Schleusenkammer von einer Lebensdauer von 100 Jahren, bei den Toren von 50 Jahren aus.

Da bei den Sanierungsarbeiten die Nutzung von Wirtschaftswegen notwendig ist, hat das Wasserstraßen-Neubauamt mit der Stadt Lauffen eine Verwaltungsvereinbarung getroffen. Sie beinhaltet vor allem die Zu- und Abfahrten sowie die Bereitstellung von Lagerflächen. "Die Zusammenarbeit mit der Stadt funktioniert sehr gut", sagt Thomas Steinmetz.

Ausbau

2007 wurde das Wasserstraßen-Neubauamt Heidelberg (WNA) als Unterbehörde der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung gegründet. Das WNA ist für die Planung und den Ablauf der Verlängerung der Neckarschleusen von Mannheim-Feudenheim bis Plochingen zuständig. Der Zeitplan des Bundes sieht vor, dass die Verlängerung bis 2050 abgeschlossen sein soll. An der Schleuse Lauffen stehen noch Massivbauarbeiten, Arbeiten an den beiden Toren sowie die Themen Energieversorgung und Steuerungstechnik auf dem Programm.

 

Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Zaberfeld. Darüber hinaus ist er Mitglied des lokalen Bildungsteams.

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