Nach Vollsperrung in Klingenberg bleibt das befürchtete Verkehrschaos aus

Leingarten/Heilbronn  Die Vollsperrung in Klingenberg sorgt am Montagmorgen nicht für den erwartet großen Andrang auf der Ausweichroute durchs Leintal. Anders stellt sich die Lage in Lauffen dar.

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Zu kleineren Staus kam es an der Mündung der Stuttgarter Straße in den Kreisel am Leingartener Ortsausgang nur durch die Ampel am Bahnübergang. Foto: Kohler

Mehr als ein halbes Jahr lang wird die Theodor-Heuss-Straße in Klingenberg gesperrt sein. Verkehrchaos und ein großes Pendleraufkommen im Wohngebiet waren im Vorfeld von Bürgermeistern und Anwohnern befürchtet worden. Doch die düsteren Voraussagen haben sich nicht erfüllt. Zum Auftakt der Umleitung am Montagmorgen erwies sich der Ausweichverkehr im Leintal als moderat.

Die Furcht vor dem Ausweichverkehr

Die Klingenberger Hauptverkehrsader bekommt einen neuen Flüsterasphalt. Voraussichtlich bis September dauern die 1,3 Millionen Euro teuren Umbauarbeiten. Was die Vollsperrung für umliegende Ortschaften bedeuten kann, wurde spätestens im Juli vergangenen Jahres klar, als sich teils kilometerlange Staus auf den Ausweichrouten gebildet hatten. Besorgte Töne kamen im Hinblick auf den sich anbahnenden Ausweichverkehr von Pendlern aus dem Zabergäu daher vor allem aus Leingarten.

"Die ersten paar Tage werden schlimm", hatte sich Bürgermeister Ralf Steinbrenner mit Blick auf die Leingartener Verkehrslage am 1. März besorgt gezeigt.

 

Keine Staus am Knotenpunkt

Ganz besonders im Fokus stand die Kreuzung von Nordheimer Straße und Heilbronner Straße. Eine "Katastrophe hoch drei" hatte eine Fleischereifachverkäuferin prognostiziert, deren Filiale direkt an dem Knotenpunkt liegt. Vor allem über den Lärm durch hupende Autos hatte sie sich beklagt. Auch die Bewohner des Wohngebiets Kappmannsgrund hatten ihre Sorge zum Ausdruck gebracht. Statt die Stuttgarter Straße in eine temporäre Anwohnerstraße umzuwandeln, wurde lediglich ein Verbot für Lastwagen verhängt.

Doch die Befürchtungen bewahrheiteten sich am Montag nicht. Zur Stoßzeit kam es lediglich durch die Ampel am Bahnübergang an der Ortsausfahrt Richtung Neckargartach zu Stauungen. Die Stuttgarter Straße, die durch das Wohngebiet Kappmannsgrund führt, wurde zwar verstärkt befahren, von Stau oder gar Chaos konnte jedoch keine Rede sein. Durch das Lastwagen-Verbot im Wohngebiet wurde der Verkehr hier zusätzlich begrenzt. Gleiches gilt für die gern genutzten Ausweichwege Eldorado- und Sudeten-Straße. Vollkommen gewöhnlich war dagegen das Aufkommen auf der Heilbronner Straße. Am neuralgischen Kreuzungspunkt herrschte ungestörter Verkehrsfluss - und entgegen der Befürchtungen weder verstärkter Motorenlärm noch ein Hupkonzert.

In Lauffen ballt sich der Verkehr

Anders stellte sich die Lage in Lauffen dar. Die offizielle Umleitung für den Verkehr vom Zabergäu in Richtung Heilbronn und zurück führt über Lauffen und die Bundesstraße 27. Vom Ortsausgang Richtung Talheim und Heilbronn floss der Verkehr zäh. Teilweise staute es sich hier bis zu einem Kilometer.

Im Feierabendverkehr geht es chaotischer zu

Nachdem der morgendliche Stoßverkehr überraschend unkompliziert abgelaufen war, steigerte sich Anwohnern zufolge das Verkehrsaufkommen im Kappmannsgrund erheblich. Jens Leonhardt, der als Sprecher der Anwohner fungiert, klagt über das „Vier- bis Fünffache des normalen Verkehrs“. Dass die zuvor von den Behörden als neuralgischer Punkt ausgemachte Kreuzung Heilbronner Straße/ Nordheimer Straße vom Chaos verschont blieb, sieht Leonhardt darin begründet, „dass die meisten Autofahrer, die von Nordheim kommen, mittlerweile gleich beim Kreisel in unser Wohngebiet abbiegen“.

Lief der Verkehrsfluss morgens noch hauptsächlich in Richtung Heilbronn, so wurde die Stuttgarter Straße spätestens zum Feierabendverkehr in beide Richtungen genutzt. „Wenn dann drei Autos hintereinander parken, ergibt das einen riesigen Rückstau“, beschreibt Leonhardt die Situation am frühen Abend. Nach „20 Minuten Stillstand“, hätten einige Fahrer dann versucht zu wenden, „und das hat endgültig zum Chaos geführt.“

Auch aus Böckingen meldete sich ein Anwohner, der sich über Autofahrer beklagte, die „Verkehrsschilder missachten und in der Neipperger Straße am Westfriedhof einfach falsch herum in die temporäre Einbahnstraße fahren“. Zudem seien zahlreiche Fahrer dabei beobachtet worden, wie sie die landwirtschaftlichen Feldwege als Schleichwege benutzen.


Kohler

Sebastian Kohler

Volontär

Sebastian Kohler arbeitet seit Oktober 2019 als Volontär bei der Heilbronner Stimme.

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