Nach Morddrohungen gegen Mutter: Gericht weist Sohn in Psychiatrie ein

Heilbronn  Richter fällen schon nach zwei von vier Prozesstagen ein Urteil. Auch der Anwalt des Beschuldigten sah in einer Unterbringung die beste Lösung. Wie lange der 33-Jährige in der Psychiatrie bleibt, ist unklar. Jedes Jahr müssen Ärzte seinen Zustand prüfen.

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Im Prozess um Morddrohungen und einen ersten Gewaltausbruch eines beschuldigten 33-Jährigen gegen die eigene Mutter hat das Heilbronner Landgericht ein schnelles Urteil gesprochen. Bereits am zweiten Verhandlungstag entschied die Kammer, dass der 33-Jährige weiter stationär in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden soll, wo seine paranoide Schizophrenie behandelt wird.

Zu dieser Überzeugung sei man nach zwei Tagen gekommen, nachdem neben der Staatsanwaltschaft auch der Verteidiger des Mannes aus Schwaigern dies als beste Lösung angesehen habe, stellte der Vorsitzende Richter Frank Haberzettl auf Anfrage fest. In der Psychiatrie müssten die Ärzte nun jedes Jahr prüfen, ob eine Weiterbehandlung im Maßregelvollzug nötig ist oder ob es Lockerungen geben kann.

Der Beschuldigte hatte die Vorwürfe bestritten und sich als gesund eingestuft

Im Prozess hatte der Angeklagte abgestritten, dass er seine Mutter beleidigt oder ihr mit dem Tod gedroht habe. Er fühle sich nicht mehr krank, wollte wieder auf freien Fuß und am besten bei der Mutter wieder einziehen.

Die hatte als Zeugin bestätigt, dass ihr Sohn nach dem Tod des Vaters zunehmend sonderbarer geworden sei, er sie ein Mal kräftig geschubst und ihr mehrfach rohe Gewalt angedroht habe. Ein Mal soll er davon gesprochen haben, ihr "den Kopf abzuschneiden". Ein Mal soll er sie und ihren zweiten Sohn mit einer Pistole bedroht haben. Auch die Schwester sagte als Zeugin: "Wir haben Angst, dass er bei einer Rückkehr in alte Muster verfällt."

Der Sachverständige hatte dargelegt, dass täglicher Cannabis-Konsum offenbar ein verstärkender Faktor für die psychische Erkrankung des Mannes gewesen sei.


Carsten Friese

Carsten Friese

Autor

Mit der Einführung des Euro kam Carsten Friese im Januar 2002 zur Heilbronner Stimme. Seine Schwerpunkte sind Verkehr, Gericht- und Polizeithemen, Wetter/Klima, Umweltthemen, Soziales, Heilbronner Stadtteile. Zudem leitet er das Thementeam Wissen.

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