Nach Corona-Zwangspause: Tripsdrill hat wieder geöffnet

Cleebronn  Der Cleebronner Vergnügungspark hat wieder geöffnet und rund 50.000 Euro in Sicherheits- und Hygienemaßnahmen gesteckt. Ein Besuch am ersten Öffnungstag zeigt: Die Besucher halten sich an Maskenpflicht und Abstandsregeln.

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Der Freizeitpark Tripsdrill darf seine Pfortenwieder öffnen. In den Fahrattraktionen wie dem Mammut bleiben aus Sicherheitsgründen Plätze frei.

Fotos: Andreas Veigel

Der schwäbelnde Grantler auf dem Plumpsklo im Eingangsbereich drischt wieder seine derben Sprüche und spuckt auf die Besucher. Das Kreischen der Gäste auf den rasanten Achterbahnen in Tripsdrill schallt weit über das Gelände. Auch die Flügel der Altweibermühle drehen sich im Kreis. Alte Weiber werden wieder jung.

Der Cleebronner Freizeitpark hat seit Freitag seine Pforten wieder geöffnet. "Wir sind froh, dass es losgeht", sagt Geschäftsführer Helmut Fischer. Wegen der Corona-Verordnungen des Landes Baden-Württemberg musste der Freizeitpark seinen Saisonstart um 55 Tage verschieben.

Besucher stehen schon um 9 Uhr Schlange

Schon lange vor der Öffnung des Vergnügungsparks um 9 Uhr füllt sich der Parkplatz vor dem Gelände. Die Besucher stehen Schlange. "Es lief alles diszipliniert ab", sagt Unternehmenssprecher Birger Meierjohann. Denn auch wenn nach dem Wildparadies und den Übernachtungsmöglichkeiten jetzt der Freizeitpark wieder offen hat, ist Corona längst nicht Geschichte.

Rund 50 000 Euro hat der Familienbetrieb deshalb in Sicherheits- und Hygienemaßnahmen gesteckt. Etwa 200 Schilder und 3000 Bodenkleber weisen auf die Abstandspflicht hin und geben Laufrichtungen an. Desinfektionsspender verteilen sich über das gesamte Gelände.

"Es fühlt sich einfach sehr gut an"

Im Freizeitpark Tripsdrill rotieren die Flügel der Altweibermühle wieder

Im Eingangsbereich herrscht Maskenpflicht. Das gilt auch für geschlossene Räume und Wartezonen. Auf dem freien Gelände sind Masken nicht vorgeschrieben.

"Wir fühlen uns hier gut aufgehoben", sagt Doris Runge aus Stuttgart. Mit ihren zehn- und achtjährigen Söhnen hat sie die Tage gezählt, bis Tripsdrill wieder öffnet. "Es fühlt sich einfach sehr gut an", sagt die Stuttgarterin. "Endlich wieder etwas machen zu können, das nichts mit Schreibtisch und Spazierengehen zu tun hat, ist einfach schön." Die beiden Jungen nicken kräftig. Die Augen über dem Mund- und Nasenschutz strahlen.

Maskenpflicht in Räumen und Wartezonen

Masken sind auf dem freien Gelände nicht Pflicht. Auch nicht in den Fahrattraktionen. "Das gilt nur in geschlossenen Räumen und in Wartezonen", so Meierjohann. Abstand halten gelte überall. "Wir müssen aber natürlich auch auf die Eigenverantwortung der Leute setzen", sagt der Unternehmenssprecher. Schließlich könne auf dem weitläufigen Gelände nicht hinter jedem Besucher ein Aufpasser stehen.

Security lobt die Besucher

Im Freizeitpark Tripsdrill rotieren die Flügel der Altweibermühle wieder

Desinfektionsspender sind über das gesamte Gelände des Freizeitparks verteilt. Rund 50?000 Euro hat das Unternehmen in Sicherheit und Hygiene investiert.

Zwei Aufpasser hat das Unternehmen dennoch engagiert. "Im Großen und Ganzen halten sich die Leute an die Regeln", sagt Malvin Storz vom Brackenheimer Sicherheitsunternehmen S.E. Security. Natürlich gebe es einzelne Besucher, die vielleicht auch mal nicht an Sicherheitsabstand oder Maske denken. "Wenn wir sie ansprechen, zeigen sich die Leute aber sehr schnell einsichtig", sagt Storz. Die Security-Mitarbeiter sind vorerst bis Ende der Pfingstferien beschäftigt. Zudem sind zehn bis zwölf Mitarbeiter geschult worden, auf die Sicherheitsbestimmungen zu achten.

Auch das Personal an den jeweiligen Attraktionen ist eingewiesen. Die sogenannten Bügeldrücker an Stationen wie etwa der Karacho-Achterbahn arbeiten jetzt vor allem mit Blickkontakt zu den Besuchern, anstatt jedem einzelnen Fahrgast den Haltebügel einzurasten. Sonst müssten sie sich täglich zahllosen Personen weit unterhalb der 1,5 Meter nähern. "Die Methode funktioniert problemlos", sagt Meierjohann. Denn die Bahn kann nicht losfahren, wenn nicht alle Bügel ordnungsgemäß und den Sicherheitsbestimmungen entsprechend geschlossen wären, so Meierjohann.

Besucher froh über Abwechslung

Stefan Wiese ist froh in Tripsdrill zu sein. "Es wurde höchste Zeit", sagt der Mainzer. "Nach acht Wochen ohne Kita ist irgendwie alles gleich geworden." Da kommt die Öffnung des Freizeitparks genau richtig. Wie Familie Wiese haben auch Birgit und Lothar Speck aus Karlsruhe die Nacht in einem der Baumhäuser verbracht. "Es wurde Zeit, dass wieder etwas Bewegung ins Volk kommt", sagt Lothar Speck. Dass die Leute Nachholbedarf haben, glaubt auch Helmut Fischer. Für einen Wochentag sei der Vergnügungspark am Freitag gut gefüllt, findet der Geschäftsführer.

Karten im Onlineshop

Um den Besucherstrom zu lenken, verkauft der Freizeitpark Tripsdrill während der Zeit der Corona-Einschränkungen keine regulären Karten an der Kasse, sondern nur im Onlineshop. Ausnahmen sind ermäßigte Karten. Karten, die vorher ausgestellt wurden, behalten ihre Gültigkeit und können ohne vorherige Anmeldung eingelöst werden.

Während alle Fahrattraktionen geöffnet sind, bleiben einige Innenbereiche geschlossen. Dazu gehören der Gewölbekeller im Vinarium, das Heimatmuseum und das Eheanbahnungszentrum.

 

 

 

Wolfgang Müller

Wolfgang Müller

Autor

Wolfgang Müller arbeitet seit Oktober 2000 in der Regionalredaktion der Heilbronner Stimme. Derzeit berichtet er hauptsächlich aus dem Zabergäu.

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