Mit einer Baumspende den Wald von morgen mitgestalten

Region  Herausforderung Klimawandel: Das Kreisforstamt Heilbronn initiiert erstmalig eine Spendenaktion für Bürger und Firmen. Los geht es auf einer Sturmfläche bei Erlenbach. Spender erhalten eine Urkunde - und dürfen am Pflanztag auch mitmachen.

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Es ist ein ambitioniertes Projekt, mit dem die Förster in der Region auf die sichtbaren Folgen des Klimawandels im Wald reagieren wollen. Unter dem Titel "Unser Wald von morgen" ruft das Kreisforstamt erstmals in der Historie zu umfangreichen Baumspenden auf. "Das Blatt wenden, den Wald gemeinsam mitgestalten", ist die Aktion überschrieben, die jetzt anläuft. "Wir haben zuletzt immer wieder Fragen gehört von Bürgern, wie sie dem Wald aktiv und direkt helfen können", blickt Kreisforstamt-Mitarbeiter Jörn Hartmann auf die Ursprünge des Projekts.

Infos zum Projekt, Kontakt

www.landkreis-heilbronn.de

E-Mail: waldvonmorgen@landratsamt-heilbronn.de

Fünf Euro kostet ein Bäumchen für Bürger, Firmen können Baumpakete buchen

Jetzt sind die Vorbereitungen getroffen, um Bürgern eine Baumspende auf neuen Pflanzflächen zu ermöglichen. Sowohl an Privatpersonen für fünf Euro pro Bäumchen als auch an Firmen, die Bäume im 100er-, 200er- oder 1000er-Paket spenden können, richtet sich die Aktion. Jeder Spender erhält eine Urkunde mit den Koordinaten der gesponserten Bäume. Wer möchte, kann bei der Pflanzung mitmachen und seinen Baum in die Erde bringen. Mit Corona habe das Interesse am Wald stark zugenommen, erklärt Hartmann. Wald diene dem Gemeinwohl. Es sei aber auch eine Gemeinschaftsaufgabe, angesichts des bedrohlicher werdenden Klimawandels "dem Wald zu helfen". Das Extremwetter, das man seit 2018 erlebt habe, bringe viele Herausforderungen mit sich. Man wolle hier Synergieeffekte nutzen.

Sterbende Fichten und Eschen, geschädigte Buchen. Bäume, die nach starker Trockenheit in den Kronen immer lichter werden. Es geht nicht nur darum, tote Flächen wieder aufzuforsten. Ein Baum bindet auch eine Menge des schädlichen Klimagases Kohlendioxid. "Jeder gepflanzte Baum ist ein kleiner Baustein gegen den Klimawandel", betont Jörn Hartmann.

Nur zukunftsträchtige Bäume sollen gepflanzt werden

Bereiten die Baumspende-Aktion im Kampf gegen den Klimawandel vor: Vivian Beschmann und Jörn Hartmann im Wald bei Erlenbach.

Foto: Friese

Als Premiere-Fläche ist ein Areal im Gemeindewald Erlenbach ausgewählt, Abteilung Tiergarten, wo 2020 ein Gewittersturm viele Bäume kappte und entwurzelte. Hier sollen gut 1000 Eichen gepflanzt werden. Bäume, die mit dem Klimawandel gut zurechtkommen, in der Naturverjüngung aber stark von Rehwild verbissen werden, erklärt Forstamt-Mitarbeiterin Vivian Beschmann. Möglichst lokal soll die Aktion anlaufen - bei guter Nachfrage in jedem Forstrevier oder sogar jeder Gemeinde. Zehntausende neue Bäume sind dabei denkbar. "Es werden nur zukunftsträchtige Bäume gepflanzt", versichert Jörn Hartmann.

Bis Ende 2022 ist das Projekt erst einmal angedacht. Die ersten Pflanzungen sollen im kommenden Frühjahr erfolgen. Auf einer Karte auf der Homepage des Forstamtes sollen nach und nach alle Flächen aufgelistet werden, auf denen eine Baumspende erfolgen kann.


Carsten Friese

Carsten Friese

Autor

Mit der Einführung des Euro kam Carsten Friese im Januar 2002 zur Heilbronner Stimme. Seine Schwerpunkte sind Verkehr, Gericht- und Polizeithemen, Wetter/Klima, Umweltthemen, Soziales, Heilbronner Stadtteile. Zudem leitet er das Thementeam Wissen.

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