Bad Rappenauer Metallverarbeiter Korundal in Nöten

Bad Rappenau  Hinter der kleinen Firma mit Sitz in Bad Rappenau verbirgt sich das letzte Überbleibsel einer Heilbronner Traditionsfirma. Nun ist ihre Existenz bedroht.

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Ein kleines Unternehmen mit einer langen Tradition ist in großen Nöten: Die Firma Korundal, Nachfolgerin eines 1908 von Karl Speckmaier in Heilbronn gegründeten Gießereibetriebs, hat den Gang zum Insolvenzgericht angetreten. Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde die Heilbronner Anwältin Tanja Kondert ernannt.

Die Gießerei ist schon stillgelegt

Viel hat sie aber vor Ort im Bad Rappenauer Gewerbegebiet nicht mehr vorgefunden, berichtet sie: Der Gießereibetrieb ist schon vor längerem eingestellt worden, die Halle mit den Anlagen wird zurzeit nicht genutzt. Zuletzt hatte das Unternehmen nur noch Aufträge im Bereich Metallbearbeitung. Eines der Hauptaugenmerke sei nun, den Auftragsbestand abzuarbeiten, erklärt die Anwältin.

Die Wurzeln des Unternehmens liegen in Heilbronn-Böckingen. Die von Karl Speckmaier senior gegründete Metallguss GmbH war 2003 von Dirk Franz übernommen worden und hieß fortan Metallguss Franz. 2009 siedelte sie nach Bad Rappenau um, geriet aber dabei mitten in die Finanzkrise und dadurch in Probleme.

Mutterfirma ist bereits insolvent

2011 stieg die Sächsische Druckguss GmbH ein über ihre Tochter Korundal mit Sitz in Bad Friedrichshall. Doch auch sie litt zuletzt unter der allgemeinen Flaute in der Druckgussbranche: Der Stammbetrieb in der Nähe von Leipzig musste Insolvenzantrag stellen und wurde im Februar 2020 stillgelegt. Die Tochterfirma Korundal konnte sich noch einmal über einen Grundstücksverkauf für einige Monate retten, berichtet Tanja Kondert. Nun sucht sie für das kleine Bad Rappenauer Unternehmern nach einem Investor. 


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für das Team Wirtschaft & Politik tätig.

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