Heilbronner Wengerthäusle am Wartberg an Verkehrsverein übergeben

Heilbronn  Es ist eine Einkehrmöglichkeit mit bester Aussicht: Die Wengerter wechseln sich mit der Bewirtschaftung ab.

Von Petra Müller-Kromer
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Steffen Schoch (von links), Erik Mai, Nico Weinmann, OB Harry Mergel, Justin Kircher, Martin Heinrich und Daniel Drautz freuen sich über das neue Wengerthäusle am Wartberg (im Hintergrund), das an den Wochenenden offen hat.

Fotos: Ralf Seidel

Voll des Lobes waren die Verantwortlichen über das neue Wengerthäusle am Wartberg. Jetzt überreichte Oberbürgermeister Harry Mergel Nico Weinmann als Vorsitzendem des Verkehrsvereins symbolisch den Schlüssel.

"Die Weinstadt Heilbronn ist um eine Attraktion reicher", sagte Mergel. "Es ist unsere Aufgabe, solche Oasen zu schaffen." Das sei ein typisches Heilbronner Projekt: "Man hält zusammen." Es sei Zeit, den Heilbronner Hausberg zu stärken, bekräftigte Nico Weinmann.

Zu den guten Tropfen gibt es Häppchen

Jedes Wochenende wird es nun von 14 Uhr bis "Sonnenuntergang" Weinausschank in dem Häuschen unterhalb des Höhenrestaurants Wartberg geben. Mit der Bewirtschaftung wechseln sich 14 Wein-Villa-Winzer und die Genossenschaftskellerei Heilbronn ab. Zu den guten Tropfen reichen die Weingärtner Häppchen, von der Grillwurst bis zum Bulgur-Salat. Dem Wartberg-Restaurant wolle man keine Konkurrenz machen, so Weinmann. Erreichbar ist die Hütte vom Parkplatz aus über steile Treppen (Stäffele) oder in einem Bogen über den Weinpanoramaweg.

Noch sei die Region eher ein Geheimtipp, findet Daniel Drautz

Um die Zukunft des Weinbaus ist es den Verantwortlichen nicht bange. "In den letzten Jahren ist einiges passiert in Deutschland und in der Region", sagte Daniel Drautz, Geschäftsführer der Genossenschaftskellerei. Viel frischen Wind habe die Buga 2019 gebracht. Der Hop-on-Hop-off-Bus etwa halte an der Genossenschaftskellerei, so dass Gäste etwas probieren und dann weiterfahren könnten. Das Weinberghäusle sei ein guter Start, die Vorzüge der Kulturlandschaft hervorzuheben. Noch sei die Region aber eher ein "Geheimtipp".

Jüngere werden neue Impulse setzen

Mergel übergibt das neues Wengerthäusle am Wartberg an den Verkehrsverein

Die offizielle Übergabe der Wengerthütte wurde mit guten Tropfen gefeiert.

Entwicklungspotenzial sieht auch Martin Heinrich vom Weingut G.A. Heinrich in Heilbronn und laut OB "Schaffer des Projekts". Viele ältere Wengerter gäben ihren Betrieb ab, die jüngere, bestens ausgebildete Generation werde innovative Impulse setzen. "Wir Schwaben und Wengerter haben die Strahlkraft bislang nicht so richtig nach außen getragen. Ich denke, die Jungen setzen ganz eigene Duftmarken und präsentieren das Kulturgut Wein neu."

Einer, auf den diese Umschreibung passen könnte, ist Mathias Haag. Er hatte 700 Meter entfernt in den vergangenen drei Jahren am Wochenende im historischen Wengerthäuschen seiner Familie Wein angeboten, und damit quasi den Weg geebnet für das jetzige Projekt.

Für 2020 hat Haag, obwohl es Anfang des Jahres noch anders ausgesehen hatte, schließlich keine Genehmigung mehr bekommen.

Wengerthäusle hatte einen holprigen Start

Dass das Wengerthäusle einen "holprigen Start" hatte, sagte auch Wein-Villa-Sprecher Martin Heinrich in seiner Ansprache. "Den Ausschank hat Haag immer nur temporär genehmigt bekommen." Das sei womöglich "in der Öffentlichkeit verrutscht - ein Sandkörnle im Getriebe". Drei Mal im Sommer bewirtschaftet Mathias Haag nun am Wochenende die neue Hütte. Wie es ihm mit der Situation geht? "Ich bin ein umgänglicher und versöhnlicher Mensch", sagt der Heilbronner. "Ich bin auch als Mitglied der Wein Villa absolut für den Weinbau in Heilbronn." Trotzdem überwiege eine gewisse Traurigkeit. Vor allem deshalb, weil es besser sei "einmal zu viel miteinander zu sprechen als einmal zu wenig".

Gehisste Fahnen zeigen, dass offen ist

Grundstückseigentümer des Häuschens am Wasserturm sind die Stadtwerke, die Heilbronn Marketing GmbH hat das Projekt gefördert. Laut Erik Mai, Geschäftsführer der Stadtwerke Heilbronn, lagen die Kosten bei 32 000 Euro. Bei sehr schlechtem Wetter bleibt der Ausschank zu. Die gehissten Fahnen zeigen an, dass offen ist. 

 

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