Mehrwertsteuersenkung zeigt bisher wenig Effekt

Region  Die Senkung der Mehrwertsteuer wird zwar größtenteils an Kunden weitergegeben, der Ansturm lässt allerdings noch auf sich warten. Händler und Passanten in der Heilbronner Innenstadt erzählen von ihren Erfahrungen.

Von Anna-Lena Sieber

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Der große Anlauf an Kunden bleibe noch aus, berichten die Händler. Auch die Passanten in der Heilbronner Innenstadt halten sich zurück.

Foto: Mario Berger

Seit zwei Tagen ist die Mehrwertsteuer nun von 19 auf 16 Prozent reduziert, bei Waren des täglichen Bedarfs von sieben auf fünf Prozent. Der Effekt dieser Reduzierung ist bisher eher gering bis nicht erkennbar. Der Aufwand dafür aber groß.

Das meint zumindest Achim Herrmann, Inhaber des Elektrocenters Herrmann in Eppingen. "Wir sind zwar startbereit, aber bisher rennen sie uns nicht die Bude ein", sagt Herrmann. Durch das Küchenstudio kämen bei ihm zwar auch größere Summen zusammen, aber er erwarte keinen größeren Gewinn durch die Senkung der Mehrwertsteuer. Auch zeichnet er die Preise nicht um. "Das lohnt sich nicht für die kurze Zeit", so der Händler.

Die jetzigen Käufer fehlen später

"Die Kunden freuen sich zwar und nehmen die Ermäßigung gerne mit, aber dass deshalb jemand mehr kauft, das glaube ich nicht." Die, die ihren Kauf vorziehen, würden dann später fehlen. "Ich hätte drauf verzichten können", sagt der Elektrohändler.

Ebenfalls große Summen kommen beim Autozentrum Hagelauer zusammen. Burkhard Snapa, Geschäftsführer des Unternehmens, kann zwar von vermehrten Anfragen sprechen, aber die führt er nicht auf die Mehrwertsteuersenkung zurück. "Die Leute trauen sich jetzt, durch die sinkenden Corona-Fallzahlen, wieder aus dem Haus."

Keine größeren Anschaffungen wegen der gesunkenen Mehrwertsteuer

Auch in der Heilbronner Innenstadt hält sich die Freude über die paar Prozent weniger in Grenzen. "Ich mache jetzt keine größeren Anschaffungen wegen der gesunkenen Mehrwertsteuer", sagt Maris Vicdan. Sie glaubt nicht, dass diese Reduzierung sinnvoll ist, um die Wirtschaft anzukurbeln. "In meinem Bekanntenkreis hat niemand vor, mehr zu kaufen", so die 53-Jährige.

Etwas positiver sieht Sascha Reistenbach die Sache: "Im Grunde ist es schon eine Überlegung wert, jetzt größere Anschaffungen zu machen." Er selbst habe das zwar nicht vor, "aber wenn sich jemand ein Auto kaufen will, dann ist das schon eine Menge Geld." Bei Möbel Rieger freuen sich viele Kunden. Auch die, die schon vor dem 1. Juli etwas gekauft haben. Das Unternehmen legt die Mehrwertsteuer auch auf noch zu zahlende Raten um. Allerdings kann Robin Rumm von der Verwaltung des Möbelhauses ebenfalls nicht von vermehrten Anfragen berichten. "Eine gesteigerte Kauflust ist noch nicht erkennbar, aber es gibt Überlegungen in die Richtung."

Andi Wenz, Inhaber von Sportteam Andi Wenz, hat festgestellt, dass es in den Tagen vor der Mehrwertsteuersenkung ruhiger geworden ist. "Es könnte sein, dass die alle darauf warten." Er selbst hat nicht vor mehr zu kaufen, oder größere Anschaffungen zu machen. "Ich kaufe das was ich brauche, ich mach das nicht von den paar Prozent abhängig."

 

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