Leichtathletik-Jugendmeisterschaften im Frankenstadion ohne Zuschauer

Heilbronn  Drei Tage lang werden im Heilbronner Frankenstadion die Jugendlichen der Altersklasse U20 und U18 ihren deutschen Meister ermitteln. Das Hygienekonzept steht. Es besagt unter anderem, dass keine Zuschauer an der Veranstaltung teilnehmen dürfen.

Von Anna-Lena Sieber

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Die Stabhochsprunganlage wird gerade aufgebaut, die Hürden für den Hürdenlauf stehen schon bereit. Geschäftiges Treiben herrscht im Heilbronner Frankenstadion.

Von Freitag bis Sonntag werden die Jugendlichen der Altersklasse U20 und U18 ihren deutschen Meister dort ermitteln. Aber in diesem Jahr ist, wie in so vielen Bereichen, alles etwas anders. Vor allem darf es keine Zuschauer geben. "Ich hab noch keine Veranstaltung ohne Zuschauer erlebt", sagt Rosemarie Just-Espert, Abteilungsleiterin Leichtathletik der TSG Heilbronn. Aber die Stimmung werde wohl eine andere sein.

Bei einer Meisterschaft wären Zuschauer schon schön

"An und für sich ist man es als Leichtathlet ja gewohnt, dass wenige Zuschauer kommen", sagt dazu Leichtathlet Maik Weikum, "aber gerade bei so einer Meisterschaft wäre es schon schön, wenn Zuschauer da sind." Allerdings sind beide froh, dass überhaupt Meisterschaften stattfinden. "Vieles im Sport ist ja über lange Zeit ganz abgesagt worden", sagt Just-Espert.

Im Heilbronner Frankenstadion laufen die Aufbauarbeiten. Hier wird gerade die Stabhochsprunganlage errichtet.

Foto: Ralf Seidel

Veranstalter der Meisterschaft ist der Deutsche Leichtathletikverband (DLV). Dieser ist auch verantwortlich für das Hygienekonzept vor Ort. "Die erste Regel des Hygienekonzepts besagt 1,5 Meter Abstand halten", sagt Marco Buxmann, Direktor für Veranstaltungen beim DLV. "Das gilt für alle Trainer, Helfer und auch für die Athleten, wenn sie sich nicht gerade vorbereiten oder am Wettbewerb teilnehmen."

Der DLV hat bereits zu Beginn der Lockerungen ein Grundkonzept zur Hygiene entwickelt. "Das wird dann an die einzelnen Städten, in denen Veranstaltungen stattfinden, angepasst." Neben der Abstandsregel und dem vorgeschriebenen Mund-Nase-Schutz hat der Veranstalter noch andere Maßnahmen getroffen. So gibt es zwei unterschiedliche Zugänge. "Trainer, Athleten und Betreuer nehmen den Eingang an der Theresienstraße. Mitarbeiter, Kampfrichter und Helfer den an der Badstraße."

Nach dem Wettbewerb müssen die Sportler das Gelände wieder verlassen

Außerdem sind alle Personen, die auf das Stadiongelände wollen, gelistet. "So wissen wir genau, wie viele Leute hier sein werden. Es kommt keiner rein, der nicht auf der Liste steht." Maximal dürfen sich 500 Personen auf einmal im Stadion bewegen. "Pro Tag kommen wir auf 650 bis 800 Personen. Die Anmeldungen laufen noch", sagt Buxmann. Allerdings werden maximal 350 Athleten an einem Wettbewerb teilnehmen.

Nach dem Wettbewerb müssen die Sportler und ihre Betreuer das Stadion wieder verlassen, sodass die maximale Personenanzahl eingehalten werden kann. "Bis jetzt sind die Teilnehmerfelder sehr voll", sagt Gerhard Müller, Geschäftsführer vom Württembergischen Leichtathletik-Verband (WLV), der zusammen mit der TSG Heilbronn die Meisterschaft ausrichtet.

 

Zu den Hygienemaßnahmen gehört auch, dass jede Person bei Eintritt ins Stadion einen Fragebogen ausfüllen muss. "Da wird abgefragt, ob die Person Kontakt mit einem Covid-19-Infizierten gehabt hat, oder ob sie in einem Risikogebiet war", sagt Buxmann. Auch die Temperatur werde bei allen gemessen, die ins Stadion kommen. "Wir haben auch extra einen Hygieneberater hier vor Ort. Wenns nicht eindeutig ist, trifft der die Entscheidung, ob die Person ins Stadion darf.

Athleten müssen ihre eignen Wettkampfgeräte mitbringen

Zudem müssen die Athleten ihre eigenen Wettkampfgeräte, wie Diskusse, Kugeln oder Speere mitbringen. "Die werden nicht wie sonst weitergereicht", sagt Müller. Natürlich werde es auch überall Desinfektionsspender geben. "Die werden an den Eingängen und auch an den Wettkampfanlagen positioniert."

 

TSG Heilbronn

Der Veranstalter der Leichtathletik-Jugendmeisterschaft ist der Deutsche Leichtathletik-Verband. Ausrichter ist der Württembergische Leichtathletik-Verband und der örtliche Ausrichter ist die TSG Heilbronn. "Wir hatten zwei Monate, um uns auf die Veranstaltung vorzubereiten. Das war schon knapp", sagt Rosemarie Just-Espert. Als örtlicher Ausrichter ist es die Aufgabe der TSG, das Stadion mit Unterstützung der Stadt Heilbronn, wettkampfgerecht aufzubauen und sowohl Kampfrichter, als auch Helfer zu stellen.


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