Landkreis Heilbronn und Hohenlohekreis sind nun auch Corona-Risikogebiete

Region  Auf die Bewohner der beiden Landkreise kommen verschärfte Regeln zu. Denn sowohl Landkreis Heilbronn als auch der Hohenlohekreis liegen jetzt bei der Sieben-Tage-Inzidenz über der Warnstufe.

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Der Landkreis Heilbronn und der Hohenlohekreis sind nach Angaben des Landesgesundheitsamtes seit diesem Freitag Corona-Risikogebiete. Dies ist der Fall, wenn der Sieben-Tage-Inzidenzwert auf 100.000 Einwohner gerechnet über 50 steigt. Für den Kreis Heilbronn wurde am Freitag 62,1, für den Hohenlohekreis 51,5 gemeldet.

In der Stadt Heilbronn, die schon seit einer Woche die Warnstufe überschritten hat, ist der Wert leicht zurückgegangen auf 127,2 (Donnerstag 140,6). Es ist immer noch der höchste Wert in Baden-Württemberg. Die Bewohner in den beiden Landkreisen müssen sich auf verschärfte Corona-Regeln einstellen. Einschränkungen sind unter anderem für die Gastronomie und die Alkoholabgabe geplant. Denkbar sind auch eine erweiterte Maskenpflicht, zum Beispiel auf Recyclinghöfen. In einer Allgemeinverfügung soll dies in den kommenden Tagen festgelegt werden.

Verwirrung über unterschiedliche Zahlen

Im Landkreis Heilbronn sind die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen stark angestiegen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt nach Angaben des Landessozialministeriums bei 62,1 und übersteigt damit deutlich die Grenze von 50. Zuvor hatten unterschiedliche Angaben der Heilbronner Kreisbehörde und des Sozialministeriums Baden-Württemberg zu Irritationen geführt.

Der Grund ist die verzögerte Informationskette, erklärt Manfred Körner, Sprecher der Heilbronner Kreisbehörde. Das Landratsamt meldet täglich die Zahl der neuen Infektionen ans Landesgesundheitsamt, von dort werden sie weiter ans Sozialministerium gegeben. Doch sobald Labore weitere Tests ausgewertet und die Ergebnisse dem Landratsamt mitgeteilt haben, ändert sich die Lage.

Die Ursachen für die steigende Zahl der Neuinfektionen bezeichnet der neue Leiter des Gesundheitsamtes im Landratsamt Heilbronn als "diffuses Geschehen". In der jetzigen Situation sei es einfach wichtig, vorsichtig zu sein und "die Lage im Griff zu behalten", so Dr. Thomas Schell.

Welche weitergehende Einschränkungen das Landratsamt jetzt aussprechen werde, müsse die Behörde erst einmal analysieren. Zwar wolle man mit den Kommunen im Landkreis über deren jeweiligen Besonderheiten sprechen. Klar sei aber, dass es landkreisweit geltende Lösungen geben werde. Dabei setze er persönlich "nicht auf zu viele Regeln, sondern auf die Eigenverantwortung der Menschen".

Neue Einschränkungen werden kommen

Alle Landkreisbewohner müssen sich in der kommenden Woche auf verschärfte Corona-Regeln einstellen. Dazu gehört, dass Gastronomiebetriebe und Alkoholabgabestellen um 23 Uhr schließen. Außerdem könnte eine Maskenpflicht auf Recyclinghöfen beschlossen werden. Voraussetzung für alle Maßnahmen ist nach Angaben von Behördensprecher Körner, dass das Landratsamt eine Allgemeinverfügung erstellt und veröffentlicht. Dieser Schritt wird für die nächsten Tagen erwartet.

Welche weiteren Einschränkungen für den Hohenlohekreis ab Montagabend gelten, ist indes schon klar.


Wolfgang Müller

Wolfgang Müller

Autor

Wolfgang Müller arbeitet seit Oktober 2000 in der Regionalredaktion der Heilbronner Stimme. Derzeit berichtet er hauptsächlich aus dem Zabergäu.

Heike Kinkopf

Heike Kinkopf

Reporterin

Heike Kinkopf ist Redakteurin im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.

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