Künstlerin aus Walheim malt Monster mit Inspiration aus dem Alltag

Region  Zu Grundschulzeiten wurde Lisa Nollenberger für ihre Kunst kritisiert. Heute ist die 35-Jährige insbesondere für ihre Monster-Illustrationen bekannt, die schon in London oder Berlin ausgestellt waren - und auch entlang des Neckars in der Region zu bewundern sind.

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Lisa Nollenberger mit einem ihrer Monster. Fotos: Lisa Nollenberger

Ob zerknautscht mit einer Tasse Kaffee in der Hand, tanzend im rosafarbenen Tutu oder eingequetscht in einem Gurkenglas: Die Monster-Illustrationen von Lisa Nollenberger aus Walheim (Landkreis Ludwigsburg) bringen seit 2017 den ein oder anderen Kunstliebhaber zum Schmunzeln. Vor vier Jahren nämlich ist ihr erstes Monster entstanden. Damals gerade mal daumengroß und mit Aquarellfarben zu Papier gebracht, sind sie heute auch in digitaler Form zu begutachten.

In der Region sind die Monster, die mal mit Wischmopp auf dem Kopf im Wald stehen oder zu dritt in einem Boot auf dem Neckar unterwegs sind, längst bekannt. Im Sommer waren einige ihrer Exemplare im Rahmen der Kirchheimer Aktion "Kunst im Mai" auf der Fahrradstrecke zwischen Lauffen und Kirchheim auf Lkw-Planen gedruckt und in den Weinbergen ausgestellt. Auch auf der "Handmade Love" auf Burg Stettenfels in Untergruppenbach war Lisa Nollenberger bereits mit ihren Werken vertreten.

In ihrer jüngsten Arbeit ist die 35-Jährige für die Weinkultur Kirchheim, ein Projekt der Gemeinde zum Schutz der terrassierten Steillagen, kreativ geworden und hat pro Wein ein Monster-Maskottchen entworfen: Regina, Roberto und Rosa. 

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"Die Monster sind einfach mein Ding" 

Mit Landschaftsbildern in Aquarell, Öl oder Acryl hat sie angefangen, will das auch weitermachen, sagt sie, aber „die Monster sind einfach mein Ding“. Mehr als 300 Kreaturen hat Lisa Nollenberger bis zum heutigen Tag erschaffen. Die Ideen gehen ihr nicht aus: „Im Gegenteil. Seit Corona habe ich mehr Zeit, mich auf die Kunst einzulassen.“

Lisa Nollenberger
Etwas verschlafen und mit Kaffeetasse in der Hand: So mancher Morgenmuffel wird sich vielleicht wieder erkennen.

Rund zwei Stunden braucht Lisa Nollenberger pro Monster. Inspiration holt sie sich aus dem Alltag oder von Menschen in ihrem Umfeld. „Ich nehme Urlaubsfotos oder Schnappschüsse und male meine Monster mit einem Zeichenprogramm auf dem iPad hinein“, erklärt sie. Als sie das iPad vor ein paar Jahren geschenkt bekommen hat, war sie skeptisch. Digitale Kunst, passt das zusammen? „Ich war erkältet, hatte Langeweile und habe es einfach ausprobiert.“ Kurzerhand fotografierte sie ihre Gemüsesuppe und malte ein einäugiges zufrieden dreinschauendes Monster, dass es sich auf dem Löffel zwischen Zwiebeln- und Karotten bequem macht. Und so nahm alles seinen Lauf.

Größter Fan ist ihre Mutter 

„Ich will, dass meine Monster liebenswert rüberkommen. Viele Menschen schreiben mir, dass sie sich in ihnen wiederfinden“, erzählt die 35-Jährige mit Blick auf ihre über 5000 Abonnenten auf Instagram. „Mein größter Fan ist meine Mutter“, sagt sie und lacht. „Erst wenn sie mein neuestes Werk absegnet, veröffentliche ich es auch.“ Konstruktive Kritik sei ihr wichtig.

Schon im Kindergarten habe sie ständig gemalt und gezeichnet. Ebenso in der Grundschule. „Leider hatte ich in Kunst immer schlechte Noten“, erinnert sie sich. Zu viel Fantasie, lautete die Kritik ihrer damaligen Lehrerin. Es hat Vieren und Fünfen gehagelt. „Aber ich habe nicht aufgegeben und immer weitergemacht.“

Ausstellungen auch außerhalb der Region

Lisa Nollenberger
Roberto ist eins der insgesamt drei Monster, die Lisa Nollenberger für die Weinkultur Kirchheim entworfen hat. Das Projekt der Gemeinde unterstützt Weine aus Steillagen.

Ihre Zielstrebigkeit ist es auch, die sie 2006 auf die Kunstschule in Berlin bringt. Dort belegt sie ein Vorbereitungskurs für ihr Studium an der Kunstakademie in Stuttgart, das sie 2012 abschließt. Einige Jahre, in denen sie als selbstständige Künstlerin arbeitet, folgen. Auch auf Gruppen-Ausstellungen außerhalb der Region wie in der Marienkirche in Frankfurt (Oder), London oder Berlin kann sie zurückschauen.

Für die Zukunft kann sich Lisa Nollenberger vorstellen ein Kinderbuch zu schreiben. Weil sie den Beruf einer freischaffenden Künstlerin zu unsicher findet, baut sie sich aktuell mit einer Ausbildung zur Erzieherin ein zweites finanzielles Standbein auf. Fest steht: „Die Monstersache werde ich auf jeden Fall weiterverfolgen.“

 


Lisa Könnecke

Lisa Könnecke

Volontärin

Lisa Könnecke arbeitet seit Februar 2020 als Volontärin bei der Heilbronner Stimme.

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