Krise schweißt Heilbronner Hockeyclub zusammen

Heilbronn  Seit 15 Jahren gibt es die TSG-Abteilung, der junge, familiäre Club lässt sich von der Pandemie nicht unterkriegen. Gemäß seinem Jubiläumsjahr haben kleine und große Mitglieder in einer sportlichen "Corona-Challenge" gemeinsam 2006 Aktivitäten gesammelt.

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"Über Live-Videos machen wir zweimal die Woche Stabilitäts-, Kraft- und Hockeyübungen", sagt Charlotte Oppitz.

Kein Training vor Ort, keine Spiele und Feste - der Lockdown macht auch Sportvereinen zu schaffen. Doch mitunter trotzen sie dem Corona-Blues sehr einfallsreich: mit Herausforderungen für daheim und im Freien. Die Corona-Challenge des Hockeyclubs Heilbronn startete im November und ist seit Mitte Januar vollbracht: Gemäß seinem Gründungsjahr haben die über 300 aktiven Mitglieder 2006 sportliche und kreative Taten geliefert - und so mit Distanz gemeinsam einen handfesten Erfolg erzielt.

Den Kopf nicht in den Sand stecken

"Wir wollten den Kopf nicht in den Sand stecken", nennt Vereinstrainer Klemens Barthle einen Beweggrund für die Aktion während der Pandemie, "und das Gemeinschaftsgefühl im Club über eine Zusammenhalt-Challenge beleben". Trainingseinheiten per Youtube-Kanal und Live-Videos bietet der Club schon seit Frühjahr online für jede der 16 Mannschaften an - von den Minis unter sechs Jahren bis zu den Herren- und Damenteams. Joachim Drauz betont: "Wir wollen weiterhin gemeinsam Spaß an unserem Leben haben."

Krise schweißt Heilbronner Hockeyclub zusammen

Uwe Schöneck, sportlicher Leiter des Clubs, beim Backen mit über 50 online zugeschalteten Vereinsmitgliedern.

Fotos: privat

Also dachte sich der 51-jährige Vater zweier Hockey spielenden Söhne mit Klemens Barthle ein Projekt aus. Das Ziel: Auch in der Krise soll die Verbindung der Mitglieder untereinander und zum Club gestärkt werden. Sie forderten kleine wie große Mitglieder, von vier bis über 50 Jahren, sowie Familienangehörige und Freunde heraus: Mit Laufen, Purzelbäumen, Liegestützen, Jonglieren mit Ball und Schläger, selbst gemalten Hockeybildern und Weihnachtsbacken galt es, insgesamt 2006 Punkte zu sammeln.

Aus Gründen der Fairness zählte jede Einheit gleich stark: Wenn ein Kind fünf Kilometer joggen war und ein Erwachsener 20, gab das jeweils ein Punkt. "Ich hab" auch ein bisschen mitgemacht", erzählt Charlotte Oppitz, "das war echt cool."

Per Video zusammen gebacken 

Auch mit selbst gemalten Bildern sammelten junge Hockeyspielerinnen Punkte für die Corona-Challenge.

Die Zehnjährige spielt wie ihre acht- und zwölfjährigen Brüder in der TSG Hockey. "Wir haben vor Weihnachten per Video zusammen gebacken. Und mit einer Freundin bin ich vier Kilometer in 28 Minuten gelaufen." Spannend an der Challenge war laut Vereinskoordinator Barthle, dass viele Eltern mit aktiv waren, etwa gemeinsam mit ihrem Kind Liegestützen gemacht haben.

Der 22-jährige Sportwissenschaftler spielt seit er sechs Jahre alt ist Hockey. Die Ursprünge des Feldhockey reichen bis ins Jahr 3000 vor Christus, als in China, Persien und Indien bereits Stockballspiele stattgefunden haben sollen. Der Sport wird kontaktlos mit einem Hockeyschläger und -ball auf dem Feld im Sommer oder in der Halle im Winter gespielt. Klemens Barthle liebt an Hockey, dass es "extrem schnell und fair ist" sowie "die familiäre Gemeinschaft."

Hockeytraining zu Hause.

Für Joachim Drauz, der sich als Mannschaftsbetreuer für das U14-Team im Heilbronner Club einsetzt, ist Feld- und Hallenhockey ein faszinierender Mannschaftssport: "Man aktiviert verschiedene körperliche Bereiche, die Kondition, die Technik, das Ballgefühl."

Seit fast sechs Jahren ist Charlotte im Club. Hockey mag die junge Heilbronnerin, "weil es ein Teamsport ist und wir gemeinsam gewinnen. Wenn wir verlieren, muntern wir uns auf." Sie schaut nach vorne: "Ich freue mich auf den Tag, an dem ich einfach wieder auf dem Feld ein paar Bälle schlagen und mit meinen Freundinnen Spaß machen kann."


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Bigna Fink

Bigna Fink

Volontärin

Bigna Fink ist seit Februar 2019 Volontärin bei der Heilbronner Stimme.

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