Kommentar: Ernüchternde Lockdown-Verschärfungen

Meinung  Chefredakteur Uwe Ralf Heer kommentiert die neuen Verordnungen: Nicht alle Maßnahmen sind nachvollziehbar.

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Die erwartbaren Verschärfungen bei den Lockdown-Regelungen erfordern von den Bürgern ein großes Maß an Leidensfähigkeit. Natürlich geben die aktuellen Corona-Zahlen keinen Anlass zur Entwarnung. Das ist bei den Todeszahlen, bei den Infektionen und in der Belastung der Krankenhäuser klar abzulesen. Dennoch sind eben längst nicht alle getroffenen Maßnahmen nachvollziehbar. Noch dazu, wo sie unterschiedlich umgesetzt werden. Vieles bleibt in der Entscheidungsgewalt der Bundesländer diffus. Gerade die eingeschränkte Bewegungsfreiheit mit dem Radius von 15 Kilometern für Menschen, die aus Corona-Hotspots kommen, muss man kritisch sehen. Wer soll sie kontrollieren? Macht es Sinn, wenn eine Person keine 30 Kilometer alleine fahren darf, während in Stadtbahnen und Bussen die Menschen eng beisammen sitzen? Es ist gut, dass Baden-Württemberg hier ausscheren will und seinen Bürgern ein wenig mehr Freiheit lässt.

Keine Planungssicherheit

Auch beim Öffnen der Grundschulen soll ein anderer Weg eingeschlagen werden, wenn dies vor Ort die Infektionszahlen zulassen. Was das heißt, ist unklar. Auch hier gilt für die Betroffenen: Es gibt keine Planungssicherheit.

Fehlende Perspektiven

Was zudem fehlt, sind klare Perspektiven. Für Kultur und Sport, für Gastronomie und Handel. Die Möglichkeit, Waren außer Haus zu verkaufen, ist da nur ein schwacher Trost. Zumal die versprochenen finanziellen Hilfen entgegen den vollmundigen Ankündigungen aus Berlin vielerorts auf sich warten lassen. Mit absehbaren dramatischen Folgen für Geschäfte und Lokale.

Unmut wächst

Wenn dann auch noch das Impfdesaster schöngeredet wird und es von der Anmeldeprozedur bis zu den zu gering vorhandenen Impfdosen jede Menge ungelöste Baustellen gibt, dann steigert das den Unmut der Menschen und es reduziert die Bereitschaft, alle harten Maßnahmen widerspruchslos mitzugehen.


Uwe Ralf Heer

Uwe Ralf Heer

Chefredakteur

Uwe Ralf Heer ist seit 1991 bei der Heilbronner Stimme. Nach dem Volontariat war er Sportredakteur, stv. Ressortleiter Sport sowie ab 2001 Redaktionsleiter der Kraichgau Stimme in Eppingen und ab 2002 Redaktionsleiter der Hohenloher Zeitung in Öhringen. Seit 2006 ist er Chefredakteur und damit verantwortlich für alle journalistischen Angebote in Print, online und bei Stimme.TV

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