Klimaschützer ziehen wieder durch die Heilbronner Innenstadt

Heilbronn  Lange konnten sie nicht auf die Straße. Jetzt, zum weltweiten Klimastreik, haben sich am Freitag rund 250 Fridays-for-Future-Aktivisten in Heilbronn zusammengefunden, um laut und deutlich auf ihre Ziele aufmerksam zu machen.

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Mit Abstand und Mundschutzmasken zogen die Teilnehmer am Freitagnachmittag vom Bollwerksturm über die Allee und die Wollhausstraße zum Kiliansplatz. Dort fand ab 17 Uhr die große Abschlusskundgebung mit Live-Musik und Essensständen statt.

"Wir wollen ein neues Bewusstsein schaffen, weil das die Basis für Veränderungen ist", sagt Obai Algahed vor Beginn der Demo. "Heute setzen wir ein Zeichen gegen die Zerstörung der Natur." Ein Zeichen setzen möchte auch Lisa Griese. Die Heilbronnerin war bereits bei der letzten Aktion im April mit dabei. Damals hatten die Klimaschützer unter strengen Auflagen eine Kundgebung auf dem Kiliansplatz organisiert. "Ich bin hier, weil ohne eine intakte Natur alles den Bach runtergehen wird", sagt sie.

Besonders auffällig an diesem Freitag: Wo früher fast nur Schüler und Studenten mitliefen, sind jetzt auch viele ältere Menschen dabei und halten selbstgestaltete Schilder und Plakate in die Luft. "Es ist gut, dass wir endlich wieder auf die Straße gehen können, um uns Gehör zu verschaffen", sagt Hans Breitner. Der Rentner trägt wie alle anderen Teilnehmer einen Mund- und Nasenschutz, hält sich aber im Hintergrund. "Es geht ja vor allem um die Zukunft der jungen Menschen." Gemeinsam laufen Jung und Alt vom Bollwerksturm durch die Heilbronner Innenstadt.

Schmetterling und Eisbär sind ebenfalls dabei

Einer der jüngsten Teilnehmer ist als bunter Schmetterlinge verkleidet, ein anderes ist als Eisbär gekommen und hält ein Schild mit den Worten "Rettet mich" in den Händen. Viele Menschen bleiben stehen, das Bild kennen sie zwar schon, allerdings liefen schon lange nicht mehr so viele Streikende durch die Straßen. "Ich finde das völlig ok und gar nicht belästigend", sagt eine Anwohnerin lächelnd.

Organisiert hat die Demo zwar die Fridays-for-Future-Bewegung, aber auch andere Organisationen wie Verdi oder weitere Umweltgruppen nehmen an der Veranstaltung teil. Auch der Kampf gegen Rassismus spielt eine Rolle, nicht nur an diesem Freitag.

Mit dabei ist auch Hendrik Schön, der zwar nicht mehr in Heilbronn lebt, aber die Demos trotzdem regelmäßig unterstützt. "Es ist höchste Zeit zu handeln", sagt er. Eigentlich habe die Menschheit ausreichend Zeit gehabt, um etwas zu unternehmen, die Warnungen könne man seit Jahren wahrnehmen. "Und jetzt ist es fast zu spät, und es tut sich immer noch nicht wirklich etwas."

 


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Als Redakteurin kümmert sich Elfi Hofmann seit April 2019 um Bad Rappenau, Siegelsbach, Massenbachhausen und Zaberfeld.

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