Kein Durchkommen: Anwohner kritisieren Heilbronner Triathlon

Region  Entlang der Radstrecke ist der Unmut teilweise sehr groß. Ein Vorwurf: Umleitungen seien nur unzureichend ausgeschildert gewesen.

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Der Triathlon rund um Heilbronn steht bei Anwohnern stark in der Kritik. Entlang der Radstrecke, so ein Vorwurf, habe es keine ausreichende Beschilderung gegeben. Der Veranstalter nimmt die Bedenken ernst, auch die Polizei hat die Beschwerden im Blick.

Anwohner: Die Ordner waren nett, hatten aber manchmal keine Informationen

Damit die Triathleten freie Fahrt auf dem Rad haben, waren zahlreiche Straßen zeitweise gesperrt. Das kam bei Anwohnern nicht gut an.

Foto: Mario Berger

In den sozialen Medien stößt der Triathlon, der diesen Sonntag stattgefunden hat, einigen Usern sauer auf. In Flein habe niemand rein- und rauskönnen, schreibt ein Leser auf der Stimme-Facebookseite. Streckenposten hätten keine Details zur Umleitung gehabt. "Wir waren an über zehn Posten, und da hatte keiner eine Hilfestellung." Eine Userin lobt zwar Ordner, die nett gewesen seien, aber der geplante Ausflug nach Heilbronn sei eine "reine Katastrophe" gewesen. "Da war gar nichts organisiert", schimpft sie.

Eine Ilsfelderin wollte nach eigenen Angaben nach Flein: "Nach einer Stunde habe ich aufgegeben, weil es unmöglich war, dorthin zu kommen." Ein User betont ebenfalls, dass die Organisation beziehungsweise die Verkehrsführung eine Frechheit gewesen sei. "Alle Zufahrtswege waren gesperrt, Umleitung oder Beschilderung gab es keine." Ein Triathlon, so der Leser weiter, sei ja schön und gut, aber manche Menschen interessiere das nicht. Sie würden gerne aus ihrer Stadt rausfahren.

 

Die Polizei weiß, dass es manchmal kein Verständnis für solche Wettkämpfe gibt

Beschwerden haben auch die Polizei erreicht. In Ilsfeld habe man eine Situation schon am Sonntag lösen können, sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn. Allerdings hätte mancher Verkehrsteilnehmer kein Verständnis für den Wettkampf gezeigt, für den Straßen gesperrt wurden: "Das hat man immer", so die Erfahrungen der Beamten. Es sei auch vorgekommen, dass Autofahrer von sich aus Absperrungen beiseite geschoben hätten und durchgefahren seien. Die Kritik nehme man mit in die Gespräche im Vorfeld des nächsten Wettkampfs. Für die Sperrungen seien die Verkehrsbehörden in der Stadt und im Landkreis Heilbronn zuständig.

So reagiert der Veranstalter auf die Kritik

Hinter dem Triathlon steht die Deutsche Triathlon-Union (DTU) als Veranstalter. Auf Anfrage betont Renndirektor Simon Jung: Man habe "einiges dafür getan", um Anwohnerinnen und Anwohner über den Wettkampf zu informieren. Die Angaben "mit Straßensperrungen und Streckenquerungsmöglichkeiten" habe der Veranstalter an die Amtsblätter der betroffenen Gemeinden versendet. Zudem habe die Pressestelle der Stadt Heilbronn vor dem Wettkampf ebenfalls eine Pressemitteilung herausgegeben. "Die Ausschilderungen der Umleitungsstrecken wurden in engem Austausch mit der Straßenverkehrsbehörde und dem Landratsamt erstellt und von diesen abgesegnet." Die DTU nehme die Anmerkungen der Anwohner aber auf und versuche, im Vorfeld des nächsten Triathlons "noch präziser zu kommunizieren".

Sportler lobt den Wettkampf

Der Frust im Internet ist stellenweise sehr hoch. Eine Empfehlung lautet sogar, solche Wettkämpfe an Orte zu verlegen, wo sie niemanden störten. Auch ein Sportler äußert sich zu den Beschwerden: "Das ist schade zu lesen. Denn für uns Athleten war es eine top Veranstaltung."

 


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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