Kaufland beendet den Verkauf von Corona-Schnelltests

Neckarsulm  Der einstige Verkaufsschlager Corona-Schnelltests verschwindet bei Kaufland aus den Regalen. Lidl spendet einen Teil an die Tafeln. Eine andere Einzelhandelskette berichtet von schwankender Nachfrage.

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Der Discounter Lidl will eine gewisse Menge Corona-Schnelltests aus seinem Sortiment den Tafeln spenden.

Foto: Andreas Gugau

Es ist manchmal nur ein kurzer Weg vom Verkaufsschlager zum Ladenhüter. Besonders zu Pandemiezeiten: Nachdem sich die Vorgaben in Sachen Masken änderten, lagen die sogenannten Community-Masken plötzlich wie Blei in den Regalen - schließlich durften sie nahezu nirgendwo mehr benutzt werden.

Ähnliches scheint sich inzwischen bei den Corona-Selbsttests abzuspielen. Sie werden schließlich zum einen bei niedrigen Inzidenzen kaum noch benötigt - und zum anderen ohnehin nicht anerkannt, wenn sie nicht unter autorisierter Aufsicht gemacht werden. Die Folge: Seit Wochen gibt es die Packungen bei den großen Handelsketten in der Regel für weniger als einen Euro pro Schnelltest.

Lidl spendet

Nun teilte der Neckarsulmer Discounter Lidl am Montag mit, dass er bundesweit Selbsttests an die Tafeln in Deutschland abgibt. Die gespendeten Tests stünden den Tafel-Helfern zur Verfügung. Zusätzlich würden an den lokalen Tafeln die Selbsttests an finanziell benachteiligte Menschen verteilt. Wie viele Tests gespendet werden und ob dies mit eventuell gesunkener Nachfrage zusammenhängt, wurde indes nicht mitgeteilt.

DM: Nachfrage zieht zurzeit an

Dafür berichtet beim Drogeriemarkt DM Sebastian Bayer, als Geschäftsführer verantwortlich für das Ressort Marketing und Beschaffung: "In den zurückliegenden Wochen schwankte die Nachfrage nach Corona-Selbsttests. Derzeit verzeichnen wir eine hohe Nachfrage." Vor allem Betriebe und Einrichtungen sowie Familien mit Kindern griffen zu. Noch seien keine Abgaben als Spenden geplant, deutet er an: "Wir beobachten aufmerksam die weiteren Entwicklungen und werden in Zusammenarbeit mit unseren Partnern, mit denen wir unser gesellschaftliches Engagement gestalten, zu gegebener Zeit entscheiden, wie wir mit eventuell verfügbaren Kapazitäten verfahren."

Kaufland startet den Abverkauf

Kaufland hat hingegen schon entschieden. "Wir bieten in unseren Filialen noch Restbestände an Corona-Selbsttests an, diese werden wir in den kommenden Tagen nach und nach ausverkaufen", teilt eine Sprecherin mit.

Von Edeka Südwest war bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme eingegangen.

Rapider Preisverfall

Die deutschen Handelsketten hatten Corona-Schnelltests im März ins Sortiment aufgenommen. Vor einigen Wochen hatte aber ein rapider Preisverfall eingesetzt, einhergehend mit steigenden Impfquoten und sinkenden Infektionszahlen. Da vollständig Geimpfte in der Regel keinen negativen Test mehr vorlegen müssen und Erleichterungen unter anderem in der Gastronomie erlassen wurden, ist die Nachfrage gesunken.


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für das Team Wirtschaft & Politik tätig.

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