Jetzt gibt es gar keinen Sport mehr für Heilbronner Schüler

Heilbronn  Die neue Corona-Hotspot-Verfügung, die seit diesem Dienstag in Heilbronn gilt, macht jetzt nicht nur den Schwimmunterricht unmöglich.

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Aufgrund der Corona-Lage fand der Sportunterricht und ganz besonders der Schwimmunterricht wegen der Soleo-Schließung im November mit Einschränkungen statt (die HSt berichtete). Doch jetzt ist es bis auf Weiteres ganz damit vorbei: Seit Dienstag müssen Heilbronner Schüler auf körperliche Trainingseinheiten verzichten, da die Stadt als Hotspot-Stadtkreis eine Allgemeinverfügung erlassen musste.

Gibt es eine Ausnahme für Leistungskursschüler?

„Somit gilt: kein Schulsport- und kein Schwimmunterricht für alle Heilbronner Schulen“, teilt die Leiterin des Schul-, Kultur- und Sportamts, Karin Schüttler, mit. Für Sportleistungskurse an der gymnasialen Oberstufe habe man beim Sozialministerium um eine Ausnahmeregelung gebeten, denn: „Die sind schließlich prüfungsrelevant.“

Doch bis auf Weiteres bleiben die Turnhallen und Sportstätten für alle geschlossen: „Wir können nicht einhalten, was eigentlich von uns verlangt wird“, sagt Angela Droste und meint damit abiprüfungsbezogenen Sportunterricht. Die Direktorin des Mönchsee-Gymnasiums hofft, dass das den Gremien, die das entschieden haben, klar ist und bei den Abi-Prüfungen „thematisch auf die Situation Rücksicht genommen wird“. Am Dienstag bemüht sich das Heilbronner Schulamt noch weiter um eine Ausnahme der Sport-LKs.

Verfügung gilt bis zu den Weihnachtsferien

Die Regelung ist zunächst bis zum 20. Dezember befristet, gilt aber darüber hinaus, bis die Corona-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 200 sinkt. Und sie gilt auch für Schulen, die für den Schwimmunterricht in den letzten Wochen nach Neckarsulm ausgewichen sind.

Das Aquatoll nahm auch Heilbronner Schüler auf

Denn das Soleo wurde aus wirtschaftlichen Gründen nicht nur für die Öffentlichkeit, sondern auch fürs Schulschwimmen geschlossen. Gecharterte Busse brachten einige Heilbronner Schüler in die Nachbarstadt. Im Sportbad des Aquatoll tummelten sich seit November neben Klassen des Albert-Schweitzer-Gymnasiums und der Christian-Schmidt-Schule sowie Schülern aus Bad Friedrichshall, Erlenbach, Untereisesheim, Neuenstadt und Weinsberg auch Schwimmer der Heilbronner Lindenparkschule und Sechstklässler des Mönchsee- sowie des Robert-Mayer-Gymnasiums - insgesamt 31 Klassen, informiert Andreas Bracht von der Stadt Neckarsulm. Mit dem Hygienekonzept des Bades, so der Pressesprecher, könne das Schulschwimmen gewährleistet werden, die Abläufe hätten sich gut eingespielt, die hohe Nachfrage werde gedeckt.

Keine Hygieneprobleme beim Schulschwimmen

„Die Schülerverkehre werden so gesteuert, dass die Klassen der verschiedenen Schulen so wenig wie möglich gemeinsame Berührungspunkte haben", sagt Bracht. "Die Duschen werden nach jedem Durchgang desinfiziert. Das Duschen nach dem Schwimmen kann nicht angeboten werden. Nur so ist es möglich, die hohe Nachfrage zu decken.“

Der Schwimmzeitenbedarf in Heilbronn war gedeckt

Und die vielen anderen Heilbronner Schulen, die normalerweise jetzt Schwimmunterricht angeboten hätten? Karin Schüttler verweist auf das in der Verantwortung ihres Amts befindliche Lehrschwimmbecken in Frankenbach. Bis Montag war es noch für Klassen geöffnet. „Bereits vor dem November-Lockdown wurden die reservierten Schwimmzeiten von den Schulen nur in geringem Umfang genutzt“, erklärt Schüttler vor der gestern in Kraft getretenen Verfügung die fortdauernde Soleo-Schließung. Den aktuellen Bedarf sieht sie durch das Aquatoll und das Frankenbacher Becken erfüllt.

Erst halb so oft schwimmen, jetzt aber gar nicht mehr

Christoph Zänglein klingt hingegen nicht zufrieden mit der Situation. „Wir gehen nur mit halben Klassen ins Lehrschwimmbecken in Frankenbach, weil das so klein ist“, sagt der Schulleiter des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums. Er bedauert: „Das heißt, unsere Sechstklässler haben nur halb so viel Schwimmunterricht wie normal.“ Und seine Oberstufenschüler, die Schwimmen als Individualsportart gewählt haben, spielen stattdessen jetzt Badminton. Beziehungsweise vorerst gar nichts mehr. Die komplette Absage des Sportunterrichts ersetzt jetzt die Sorgen um den Schwimmunterricht durch andere.


Susanne Schwarzbürger

Susanne Schwarzbürger

Autorin

Susanne Schwarzbürger ist seit 2000 Redakteurin bei der Heilbronner Stimme. Nach vielen Jahren im Team Kinder/Jugend/Familie ist sie jetzt in der Regionalredaktion schwerpunktmäßig für den südlichen Kraichgau und für Bildungsthemen zuständig.

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