Infoabende für kommende Fünftklässler nur in abgespeckter Form

Region  Welche weiterführende Schule ist die richtige? In Zeiten der Pandemie gestalten sich die Informationsabende für Mütter und Väter von Viertklässlern schwierig.

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Wohin führt der Weg nach der vierten Klasse? Was ist das Beste für ihre Kinder? Darüber müssen sich Eltern demnächst Gedanken machen.

Foto: Ralf Seidel

Beschulen im Schichtbetrieb? Alles lassen, wie es ist? Oder die Kinder zumindest eine Zeit lang nur online unterrichten? Solche Fragen wären noch vor einem Jahr völlig absurd gewesen. Aber jetzt sind sie Alltag. Und es stellt sich auch die Frage, ob und wie die Eltern der 3890 Viertklässler in der Stadt und im Landkreis Heilbronn in Zeiten der Pandemie darüber informiert werden, welche weiterführende Schule die geeignete für ihr Kind ist.

Eine wichtige Entscheidungshilfe für Eltern

Mitte/Ende November geht es üblicherweise los mit den Informationsabenden für Viertklässler-Mütter und -Väter. "Eltern brauchen diese Infoabende, um nicht nur auf sich selbst gestellt zu sein", findet Bärbel Henle, die die Grundschule in Ellhofen leitet. Es sei ihr und ihrem Kollegium wichtig, den Müttern und Vätern diese Entscheidungshilfe mit auf den Weg zu gehen, auch in der Corona-Krise. Deshalb ist demnächst die Informationsveranstaltung angesetzt, wenngleich in abgespeckter Version - "und natürlich unter Einhaltung der Abstands- und Hygiene-Regeln". So darf nur ein Elternteil kommen, und die Grundschulen in Ellhofen und im benachbarten Lehrensteinsfeld tun sich, anders als in den Vorjahren, nicht zusammen. Außerdem seien dieses Mal keine persönlichen Gespräche mit den Vertretern der weiterführenden Schulen möglich. In den beiden Orten stellen sich Weibertreuschule und Justinus-Kerner-Gymnasium aus Weinsberg sowie Michael-Beheim-Schule und Paul-Distelbarth-Gymnasium aus Obersulm vor.

Anmeldung ist im März

Bis jetzt habe er "noch keine Hinweise", dass Schulen die Abende komplett absagen, sagt Markus Wenz, Leiter des Staatlichen Schulamtes Heilbronn. "Es ist aber nicht auszuschließen, dass sie vertagt werden." Die Anmeldung an den weiterführenden Schulen ist im März, vorgeschaltet ist ein Beratungsgespräch mit der Klassenlehrerin. Laut Wenz sind die Schulen sogar verpflichtet, die Veranstaltungen abzuhalten. "Man muss sie machen." Er hält sie auch für wichtig. "Davon profitieren am Ende alle: Kinder, Eltern und Lehrer."

Gleichwohl, so Wenz, bitte das Kultusministerium darum, in diesem Herbst/Winter, die Abende "auf das Notwendigste zu beschränken" und sie in möglichst kleinen Gruppen abzuhalten. Die Power-Point-Präsentation, die das Ministerium stets zur Verfügung stellt, sei dieses Mal um einige Infos angereichert. Dadurch soll der Einsatz der Referenten so maßvoll wie möglich gehalten werden. Außerdem soll den Schulvertretern ein Herumreisen durch zig Orte im Idealfall erspart bleiben.

Eltern wollen gezielte Infos

Für Wolfram Karg, geschäftsführender Schulleiter in Neckarsulm, ist das der Knackpunkt: Die Power-Point-Präsentation sei zwar gut, "sie deckt aber nicht den Bedarf der Eltern ab". Diese würden zu den Infoabenden kommen, weil sie gezielt etwas über das jeweilige Bildungsangebot vor Ort wissen wollen; allgemeine Informationen über weiterführende Schulen könnten sie auch daheim auf der Homepage des Kutusministeriums nachlesen.

Videokonferenz als Notnagel

Seit einigen Jahren ist es in Neckarsulm Usus, einen zentralen Infoabend für die Viertklässler-Eltern aller fünf Grundschulen sowie für die Eltern aus Untereisesheim und Erlenbach abzuhalten - aktuell undenkbar. Man könne nun wieder Veranstaltungen in den einzelnen Grundschulen anbieten - oder eine große Videokonferenz schalten. "Beides ist unbefriedigend", findet Karg. "Wir werden daher noch etwas zuwarten. Der Januar als Termin "ist noch okay". Bis dahin sehe man hoffentlich, wie sich die Dinge entwickeln. Eine Videokonferenz als Notlösung sei dann immer noch möglich.


Anja Krezer

Anja Krezer

Autorin

Anja Krezer ist seit 1999 Redakteurin der Heilbronner Stimme. Sie berichtet hauptsächlich aus dem Weinsberger Tal. Außerdem liegt ihr das Thema Bildung/Schulen am Herzen.

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