IHK-Zentrum für Weiterbildung kommt gut durch die Krise

Heilbronn  Im laufenden Jahr sind die Teilnehmerzahlen an der Einrichtung der Heilbronner IHK wieder auf Vor-Corona-Niveau geklettert. Einige Formate sind neu.

Email

Im Zentrum für Weiterbildung der IHK Heilbronn-Franken läuft der Betrieb trotz Corona-Einschränkungen besser als erwartet.

Foto: Andreas Veigel

Seit acht Wochen hat Christiane Brenner zwei Arbeitsplätze: Sie ist nun nicht nur zuständig für interne Verwaltung und Recht bei der IHK Heilbronn-Franken, sondern auch Geschäftsführerin des kammereigenen Zentrums für Weiterbildung (ZfW). Zwei Handys, zwei Schreibtische, zwei Mailadressen prägen nun ihren Alltag. Weil sie in der Kammer für den Haushalt zuständig ist, hat sie auch einen direkten Blick auf die Bilanz ihres zweiten Arbeitsplatzes. Und da sieht es besser aus als erwartet.

Wieder auf Vor-Corona-Niveau

"So gut hätte keiner geplant, wie es gekommen ist", sagt die 36-Jährige. "Bei den Teilnehmerzahlen hatten wir seit Jahresanfang eine richtige Aufholjagd und sind jetzt wieder auf Vor-Corona-Niveau." Und das schlägt sich auch im Finanziellen nieder: Nach dem corona-bedingten Verlust im Vorjahr, als zwischendurch viele Veranstaltungen abgesagt werden mussten, steuert das ZfW nun wieder auf einen deutlichen Gewinn im sechsstelligen Bereich zu. Wie aus den Daten im elektronischen Bundesanzeiger hervorgeht, wäre das sogar besser als 2019, als unter dem Strich ein Plus von etwas mehr als 80 000 Euro stand.

Mehr als 800 Kurse in diesem Jahr

Seit Jahresbeginn sind insgesamt 800 Kurse gestartet, berichtet die neue Leiterin. Ihr Amt hat sie Anfang Oktober von Gerald Fichtner übernommen, der in eine ähnliche Funktion nach Bonn wechselte. Bis Ende September hat das ZfW exakt 8780 Teilnehmer gezählt. Rein rechnerisch also elf pro Kurs - was sich aber dank der Tatsache, dass diese nach wie vor überwiegend online stattfinden, trotzdem rechnet, wie Brenner erläutert.

"Manche Dinge kann man nicht virtuell machen"

Zu Beginn der Pandemie musste schlagartig umgestellt werden. Viele Dozenten seien aber technikaffin - "wir bieten jene Kurse an, die von der Wirtschaft nachgefragt werden", sagt die Geschäftsführerin. Die Lehrkräfte halfen sich auch untereinander, richteten Konten für Videokonferenzen ein, organisierten den Unterricht via Internet. Alle seien in den vergangenen Monaten an Bord geblieben. "Manche Dinge kann man aber nicht virtuell machen", erklärt Christiane Brenner. Seminare zu Konfliktmanagement oder Rhetorik finden nach wie vor im Kammergebäude in Heilbronn statt, ebenso Prüfungsvorbereitungen und die Prüfungen selbst.

Neu ist eine Art "Bildung on demand": Die Teilnehmer laden sich hier das Material herunter zum Selbstlernen. Zusätzlich wurden Wissensmediatheken geschaffen.

Optimistisch für 2022

Für das nächste Jahr ist die ZfW-Leitung optimistisch. Kurse in den Bereichen IT, Digitalisierung und Nachhaltigkeit sowie für die verschiedenen Fachwirte seien stark gefragt. "Für viele werden wir nun hybride Formate schaffen", kündigt Christiane Brenner an. Klar sei, dass das ZfW auch künftig einen festen Platz in der IHK habe. Nur mit Kongressen werde noch gewartet - auf jeden Fall bis 2023.


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für das Team Wirtschaft & Politik tätig.

Kommentar hinzufügen