Holzhaus Skaio im Neckarbogen erhält Deutschen Nachhaltigkeitspreis

Heilbronn  Zur Bundesgartenschau 2019 wurde Skaio als urbanes Holzhochhaus geplant. Jetzt wurde das Gebäude für seine Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Entscheidend war dabei auch das soziale Konzept des Wohnhauses.

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Das Gebäude Skaio im neuen Stadtquartier Neckarbogen ist nicht nur das höchste Holzhaus Deutschlands, es steht auch für nachhaltiges Bauen.

Foto: Mugler

Das Gebäude Skaio im Neckarbogen hat schon so einige Auszeichnungen bekommen: Zum einen ist es mit zehn Geschossen und einer Höhe von 34 Metern das höchste Holzhaus Deutschlands, zum anderen hat es für seine ökologische Bauweise und gestalterische Qualität ein Zertifikat in Gold sowie die Auszeichnung "Diamant" der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) erhalten. Nun wurde das Holzhochhaus mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur der DGNB und der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Architekten sehen sich auch für die Zukunft auf dem richtigen Weg

"Wir haben mit Skaio als kommunales Wohnungsunternehmen ein Leuchtturmprojekt in Sachen Nachhaltigkeit gestemmt und sind extrem stolz, mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur belohnt worden zu sein", sagt Dominik Buchta, der Geschäftsführer der Stadtsiedlung Heilbronn.

Im Rahmen der Bundesgartenschau 2019 wurde das Gebäude vom Architekturbüro Kaden + Lager geplant. Neben dem Bauherren, der Stadtsiedlung, freut sich auch Architekt Markus Lager. Der Preis zeige, dass das Architekturbüro mit seinem Grundsatz "architektonischer und ökologischer Qualität" auf dem richtigen Weg sei.

Skaio als Wegbereiter für urbanen Holzbau

Die Jury würdigt das Hochhaus und hebt besonders hervor, dass andere Projekte von dem innovativen Konzept des urbanen Holzbaus profitiert hätten. "Skaio ist ein architektonischer Pionier und Wegbereiter für den Holzbau in Deutschland", sagt der Präsident der DGNB, Amandus Samsøe Sattler. Außerdem biete es mit seinem Konzept, bezahlbare Wohnmöglichkeiten zu schaffen, Antworten auf "wichtige soziale Fragestellungen". Von den 60 Mietwohnungen in dem Hochhaus sind 25 öffentlich gefördert. Zusätzlich gibt es im Skaio vier Wohngemeinschaften für bedürftige Menschen.

 

Qualitätsvoll und bezahlbar

Auch Oberbürgermeister Harry Mergel betont unter anderem die soziale Bedeutung des Gebäudes: "Die Auszeichnung von Skaio steht einmal mehr für den Aufbruch Heilbronns in die Zukunft, bei der qualitätsvolles und dennoch bezahlbares Bauen einen unverzichtbaren Platz hat." Dies sei auch weiterhin das Ziel bei der Entwicklung des neuen Stadtteils Neckarbogen.

Der Kern von Skaio ist aus Stahlbeton, der dafür noch unverzichtbar ist. Wände, Decken und Außenwände sind aber aus Holz. Das Ziel, erklärt die Stadtsiedlung, sei es gewesen, die Grenzen des Machbaren im Holzbau auszuloten. Die Fassadenverkleidung von Skaio besteht aus vorgehängten, hinterlüfteten Aluminiumelementen, einerseits aus Brandschutzgründen, aber auch weil sie sich im Lebenszyklus als sinnvoll erwiesen hätten, erklärt die Stadtsiedlung. Bei der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises Architektur am 4. Dezember setzte sich Skaio gegen etwa 100 andere Bewerber durch, zum Beispiel gegen den Holz-Wohnungsbau Walden 48 in Berlin.

 


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Annika Heffter

Autorin

Annika Heffter arbeitet seit 2018 bei der Heilbronner Stimme und ist seit 2020 Redakteurin im Stadtkreisressort.

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