Hinter den Kulissen des Genusses

Heilbronn  Sieben Stimme-Leser haben am Freitag bei einem Rundgang durch das Kaffee- und Teehaus Hagen alles rund ums Thema Anbau, Röstung und Zubereitung von Kaffee erfahren.

Email

 

Sie alle waren schon mal hier, aber der Blick hinter die Kulissen war für alle neu: Sieben Stimme-Leser haben am Freitag an einer Führung durch die Rösterei des Kaffee- und Teehauses Hagen teilgenommen und sich über Röstung, Kaffeesorten und Zubereitung des beliebten Heiß-Getränks informiert.

Schon vor der Tür des Kaffee- und Teehaus Hagen in der Christophstraße duftet es verlockend nach Kaffee. "Vor Jahren war ich schon mal hier, auf einem Geburtstag", erzählt Frieda-Maria Kley. "Hier gibt es fair gehandelten Kaffee, das ist mir besonders wichtig", sagt die Lauffenerin. Einige der Teilnehmer sind regelmäßig zum Kaffee und Kuchen auf der Sonnen-Terasse, andere zum Einkaufen im Verkaufsraum des Familienunternehmens. Kein Wunder, denn durchschnittlich 3,5 Tassen Kaffee trinken die Menschen in Deutschland pro Tag, erklärt Beate Schulz, die seit 2001 in der Firma arbeitet.

Der Gründervater

"Alles begann mit Willy Hagen", erklärt die Großhandelskauffrau. Ihm war bei der Gründung der Kaffeerösterei im Jahr 1934 vor allem eines wichtig: die Qualität des Produktes. Inzwischen führt sein Sohn Hanspeter das Unternehmen und fügte dem Thema Qualität noch die Merkmale Kunst und Genuss hinzu. "Er ist selbst sehr kunstbegeistert", erklärt Schulz, "deshalb verbinden wir hier beides."

Auch siedelte Hanspeter Hagen den Betrieb 1994 in das Klinkergebäude in der Christophstraße um, in dem sich die Rösterei bis heute befindet. "Hier ist mehr Platz, etwa für den Verkaufsraum und das Restaurant." Wobei die Hauptaufgabe des Familienbetriebs immer noch die Kaffeerösterei ist, erklärt Schulz und führt ihre Zuhörer in den Raum, in dem früher die Röstmaschine stand. "Jetzt ist hier ein Vorführ- und Probierraum", erzählt sie, bevor es weiter geht in den Hinterraum, den man normalerweise nicht zu Gesicht bekommt. Hier befindet sich das Lager. "Es ist der perfekte Raum", erklärt Schulz "wir müssen hier nicht künstlich nachkühlen." Sowieso bliebe der Kaffee hier nicht allzu lange liegen. "Wir bekommen alle 14 Tage eine Lieferung", erklärt Schulz.

Vom Tief- und Hochlandkaffee

Anhand einer Kaffeepflanze zeigt Schulz, weshalb Hochlandkaffee von Hand gepflückt werden muss, sowie den Unterschied zu Robusta-Bohnen. "Aber Tieflandkaffee muss nicht unbedingt schlechter sein, die schmecken oft erdiger, das ist reine Geschmacksache", erklärt Schulz. Wie lange es benötigt einen 60 Kilosack Hochlandkaffee zu ernten - vier bis fünf Tage - wie hoch die Kaffeesteuer in Deutschland ist - 2,19 Euro pro Kilogramm - oder was die perfekte Temperatur ist, um Kaffee aufzubrühen - 94 bis 96 Grad - sind nur einige der Informationen, welche die Leser an diesem Tag erhalten. Noch den Geruch des frischen Kaffees aus dem Abpackbereich in der Nase, genießen die Teilnehmer am Ende dann noch einen Fairtrade-Kaffee im Restaurant.

 

Draskovits

Katrin Draskovits

Volontärin

Katrin Draskovits arbeitet seit Oktober 2019 als Volontärin bei der Heilbronner Stimme.

Kommentar hinzufügen