Großkontrolle: Polizei und Zoll fahnden an der A6 nach Straftätern

Region  Bei der ersten größeren Autobahnfahndung des Jahres suchen rund 60 Beamte nach Drogen, Waffen und gefälschten Dokumenten. Zwei Hunde sind dabei wichtige Helfer.

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Ein grün-brauner Trolley, eine schwarze Sporttasche und ein gelber Hartschalenkoffer haben am Montagmittag schnell Jax' Aufmerksamkeit erregt. Die drei Gepäckstücke liegen, neben rund 20 anderen, säuberlich aufgereiht auf dem Autobahnparkplatz "Bauernwald-Süd" an der A6 zwischen Sinsheim und Bad Rappenau. Sie gehören den Passagieren eines leuchtend grünen Fernbusses. Jax schnüffelt sich von Gepäckstück zu Gepäckstück, doch fündig wird er dieses Mal nicht.

Der zweieinhalb Jahre alte Belgische Schäferhund und die Deutsche Schäferhündin Liz sind für die Heilbronner Polizei im Rahmen einer Großkontrolle auf der Suche nach Rauschgift und Sprengstoff. Neben den Heilbronner Beamten sind auch der Zoll und Polizisten aus Ludwigsburg, Stuttgart, Mannheim, Rottweil und Aalen bei der ersten größeren Fahndungskontrolle des Jahres vor Ort. Rund 60 Beamte kontrollieren an einer der meist befahrenen Autobahnstrecken Europas vorzugsweise Kleintransporter und Fernreisebusse.

Zwölf Zivilstreifen lotsen die zu kontrollierenden Fahrzeuge dazu auf den Parkplatz. Stimmen Fahrzeug- und Ausweispapiere? Werden Lenk- und Ruhezeiten eingehalten? Reisen gesuchte Straftäter über eine der wichtigsten europäischen Fernstraßen? "Wir wollen einfach wissen, wer im Fahrzeug sitzt", sagt Polizeisprecher Carsten Diemer. Gibt es bei der Kontrolle von insgesamt mehr als 100 Personalien am Tag einen ersten Verdacht, wird genauer hingeschaut.

Fast 30 Strafanzeigen in weniger als vier Stunden

Das bekommt an diesem Mittag auch die siebenköpfige Besatzung eines weißen Kastenwagens mit ukrainischem Kennzeichen zu spüren. Personalien werden überprüft, Gepäck wird ausgeladen, Stauräume und Abdeckungen geöffnet, Innenverkleidungen abgenommen. Nach einer rund einstündigen Pause kann die Gruppe weiterreisen. Doch das geht nicht allen an diesem Montagmittag so.

"Wir haben rund 30 Strafanzeigen, drei Stilllegungen von Fahrzeugen und Verstöße gegen das Betäubungsmittel-, Ausländer- und Waffengesetz", bilanziert Nicole Heyne, Polizeiführerin der Autobahnfahndung nach vier Stunden. Auch weitere Delikte wie die Anschnallpflicht werden beanstandet.

Hohe Trefferquote bei Kontrollen von Reisebussen

Wer überprüft wird, liegt im Ermessen der Fahnder und folgt keinen vorgegebenen Mustern, erklärt Carsten Diemer. Doch gerade bei der Kontrolle von Fernreisebussen sei die Trefferquote hoch: "Dort finden wir fast immer Straftäter oder Personen mit ungültigen Papieren."

Die Passagiere des grünen Reisebusses und ihr von Jax und Liz beschnüffeltes Gepäck können nach zweistündiger Pause weiterfahren. Für die Polizei ist die Arbeit damit noch nicht getan. "Was wir heute feststellen, das ist noch Arbeit für ein paar Wochen", sagt Diemer mit Blick auf die Nachbearbeitung und weitere Strafverfolgung.


Nils Buchmann

Nils Buchmann

Volontär

Nils Buchmann arbeitet seit Oktober 2020 als Volontär bei der Heilbronner Stimme.

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