Große Sommerfreizeiten in der Region wegen Corona abgesagt

Region  Jetzt ist offiziell, was viele Eltern und Kinder befürchtet hatten: Die großen Sommerfreizeiten auf Haigern und Gaffenberg fallen aus, dasselbe gilt für die AWO-Freizeit in Böckingen. Die Veranstalter haben die Absagen per Post verschickt.

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Abschlussfest der Kinderfreizeit auf dem Gaffenberg 2019: Die Veranstalter sagen das Ferienangebot in diesem Jahr schweren Herzens ab.

Foto: Archiv/Pfäffle

Stefanie Kress hat in den vergangenen Tagen selbst Briefe an Familien eingetütet. "Es ist furchtbar schwer", sagt die Jugendpfarrerin, verantwortlich für die Sommerfreizeit auf dem Heilbronner Gaffenberg.

Fast 2000 Kinder hätten dort im August über vier Wochen unbeschwerte Ferientage verbringen sollen: Spielen, Sport, Ausflüge, gemeinsames Essen. Es ging nicht, auch nicht in abgespeckter Form.

"Wir wissen nach wie vor nicht, ob 50 Kinder hätten kommen dürfen oder 600", verweist Stefanie Kress auf die nach wie vor bestehenden Kontakt-Beschränkungen.

"Hätten verbieten müssen, was Freude macht."

Großveranstaltungen sind ohnehin bis Ende August obsolet, eine solche wäre der Gaffenberg im Vollbetrieb gewesen. Aber selbst in kleinerem Rahmen sahen die Veranstalter keinen Sinn in Ferienzeit unter strengen Auflagen. "Wir wären vier Wochen damit beschäftigt gewesen, den Kindern alles zu verbieten, was ihnen Freude macht", sagt Kress schweren Herzens. "Das wäre nicht zumutbar." Den Familien müsste die Absage heute per Post zugehen, alle Beiträge würden erstattet, heißt es.

"Es funktioniert nicht", bedauert Daniel Friedrich. Er ist verantwortlich für die Freizeit der katholischen Gesamtkirchengemeinde Heilbronn auf dem Haigern, die 2020 ebenfalls ausfällt. "Wir müssen die Reißleine ziehen." Unter den Bedingungen sei eine Freizeit mit den erwarteten 380 Kindern nicht machbar, schon im Bus säßen die Teilnehmer zwangsläufig nahe beieinander. Während die großen Sommerfreizeiten in Heilbronn definitiv gestrichen sind, zögern Zeltlager-Veranstalter noch mit der Absage. Die Wahrscheinlichkeit, dass es klappt, ist aber nicht groß.

Zeltlager-Veranstalter warten noch ab

Rund 140 Kinder aus dem ganzen Landkreis wollten etwa in Bad Friedrichshall-Untergriesheim die Zelte aufschlagen. "Wir warten noch etwas ab", sagt Organisator Uwe Beckh vom Sportkreis Heilbronn. Am 5. Juni soll es im Sozialministerium nochmal eine Runde geben, bei der die Rahmenbedingungen für Freizeiten Thema sind. Kurz danach wird auch der Sportkreis seine Entscheidung fällen.

Dieselbe Linie fährt Brigitte Haaf, die für die DRK-Kreisjugend das Zeltlager in Wüstenrot vorbereitet. Der 5. Juni soll Klarheit bringen. "Die Hoffnung", sagt Haaf, "stirbt zuletzt."


Hettich

Alexander Hettich

Autor

Alexander Hettich ist stellvertretender Leiter der Regionalredaktion. Er arbeitet seit 2003 bei der Heilbronner Stimme, berichtet über Verkehrsthemen, über Kommunalpolitik und Heilbronn.

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