Froh über glückliche Tage auf dem Gaffenberg

Heilbronn  Nur ein Corona-Fall in vier Wochen Freizeit: Die Jugendpfarrerin zieht ein positives Fazit nach dem langem Planungs-Hickhack.

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Der traditionelle Gaffenberg-Kuchen schmeckt nach monatelangen Schulschließungen nach Freiheit im Grünen und Spaß mit Gleichaltrigen.

Foto: privat

"Unterm Strich ist es gut geworden." Jugendpfarrerin Stefanie Kress freut sich, dass sie eine solche Bilanz zu den diesjährigen Kinderfreizeit-Wochen auf dem Gaffenberg ziehen kann. Lange war unklar, ob der Ferienspaß überhaupt stattfinden kann und falls ja, in welcher Form. "Den Weg zur Freizeit hin habe ich noch nie so anstrengend erlebt." Ihr Fazit: "Wir sind erschöpft, aber es war die Mühe wert."

Gewisse Nervosität herrschte an den Test-Tagen

Alle seien froh gewesen, als die coronabedingte Unsicherheit bei der Planung im Frühsommer endlich in einen gangbaren Weg mündete. Jeweils eine Woche statt wie sonst üblich zwei Wochen währte die Stadtranderholung pro Kind, statt wie in normalen Jahren 2000 gab es dieses Jahr 1200 Plätze. 1049 Kinder meldeten sich letztendlich an.

Das war eine gute Größe, wie Stefanie Kress findet, vor allem auch im Hinblick auf das Hygienekonzept. "Am ersten Tag war die Anspannung wirklich groß, ob alles, was man sich am Schreibtisch ausgedacht hat, dann tatsächlich funktioniert." Eine gewisse Nervosität habe auch an den Test-Tagen geherrscht.

Nie drohte ein Abbruch der Freizeit

Jetzt konstatiert sie nicht ohne Stolz: "Eine Kinderfreizeit ist selbst in Pandemiezeiten möglich. Wir haben vier Wochen durchlaufen und standen nie vor einem Abbruch." Positive Rückmeldung habe sie auch von den Familien erhalten. "Die Eltern haben erzählt, dass ihre Kinder völlig kaputt, aber mit strahlendem Gesicht nach Hause gekommen sind und erzählt haben, wie toll es war." Wie ein Schwamm seien sie gewesen, hätten alle Aktivitäten dankbar aufgesaugt.

Das häufig kühle Wetter schmälerte die Freude nicht

Häufig war das Wetter zwar kühl, das schmälerte aber in keiner Weise die Freude: "Alles war besser als Lockdown." Der Wald habe so grün geleuchtet wie lange nicht mehr, und auch die Ehrenamtlichen genossen die Arbeit mit den Kindern. "Viele sind Studenten und haben ein einsames Jahr hinter sich."

Auf große Waldspiele wurde verzichtet

Auf die großen Waldspiele in voller Mannstärke wurde verzichtet, "wir haben die Gruppen nie zusammengebracht". Manchem Kind sei der familiärere Charakter des Gaffenbergs aber durchaus entgegen gekommen. Bis auf einen Corona-Fall in einer Gruppe, die dann in Quarantäne musste, gab es keine Probleme. "Wir hatten zum Glück keinen größeren Ausbruch", so Kress.

Einige Absagen hatte es im Vorfeld gegeben, wegen des mit rund 200 Euro höheren Preises für eine Woche, der Testungen, oder weil Familien ihre Ferien anders verplant hatten. Andere wiederum fürchteten die Delta-Variante, blieben doch daheim und suchten ein Programm für ihre Kinder. "Das Wichtigste war, dass wir niemandem absagen mussten", resümiert die Jugendpfarrerin.

Viele Menschen übernahmen Patenschaften

Was Stefanie Kress besonders freut: "Wir haben einen Riesenstapel an Spendenbescheinigungen von Leuten, die Plätze geschenkt haben und Patenschaften übernahmen. Das ist wirklich eine Investition in glückliche Kinder." 141 junge Menschen habe man so fördern können. Ihr Wunsch fürs nächste Jahr: "Dass wir mit einer normalen Freizeit planen können."


Petra Müller-Kromer

Petra Müller-Kromer

Autorin

Petra Müller-Kromer ist seit 1999 Redakteurin bei der Heilbronner Stimme. Im Stadtkreis-Ressort liegt ihr Schwerpunkt unter anderem auf sozialen Themen.

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