Kommt das Feuerwerksverbot? Was Händler und Hersteller aus der Region sagen

Region  Der Einzelhandel behält die Corona-Regeln im Blick. Edeka Ueltzhöfer nimmt Feuerwerkskörper aus Nachhaltigkeitsgründen aus dem Sortiment. Ein Hersteller aus Cleebronn äußert sich besorgt.

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Silvesterfeuerwerk zum Jahreswechsel 19/20 in der Heilbronner Innenstadt. Foto: Archiv/Mugler

Am Mittwoch beraten die Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel über eine Verlängerung des Teil-Lockdowns und weitere Maßnahmen. Dazu könnte auch ein coronabedingtes Verbot des traditionellen Silvesterfeuerwerks zählen. Während einzelne Händler Feuerwerkskörper aus ihrem Sortiment nehmen, sind Hersteller in Sorge.

Für Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel sind die gewohnten Silvesterpartys in der gegenwärtigen Lage kaum vorstellbar. "Um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen, habe ich bereits im vergangenen Jahr an die Einsicht und Vernunft der Heilbronnerinnen und Heilbronner appelliert, an Silvester auf ein persönliches Feuerwerk zu verzichten. Das gilt für mich in diesem Jahr wieder."

In den Edeka-Filialen der Familie Ueltzhöfer, wird es dieses Jahr aus Nachhaltigkeitsgründen keine Feuerwerkskörper im Sortiment geben. "Schon im vergangenen Jahr haben wir das Angebot reduziert", erklärt Steffen Ueltzhöfer. "Wir sollten alles tun, um die Natur und die Umwelt zu schonen."

Bei Kaufland wird mit einem Verkauf von Feuerwerkskörpern in den Filialen geplant. "Unser Sortiment umfasst rund 80 verschiedene Artikel. Im Sinne der Umwelt sowie der Menschen und Tiere plädieren wir grundsätzlich für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Feuerwerkskörpern", erklärt Alisa Götzinger, Pressesprecherin des Unternehmens. Die aktuelle Diskussion zum Thema Feuerwerksverbot an Silvester werde aufmerksam verfolgt. "Sollte es entsprechende Reglementierungen geben, werden wir diese selbstverständlich einhalten."

Sorge um Umsatz und Sorge um die Umwelt

Der mögliche Ausfall des Silvesterverkaufs stimmt Arne von Boetticher, Geschäftsführer von Zink Feuerwerk in Cleebronn, nachdenklich. "Ein Teil unserer Jahresumsatzes wäre dann unwiederbringlich verloren." Das gelte auch für Importeure und Zulieferer. Mit Corona-Hilfen habe sich das 20 Mitarbeiter zählende Unternehmen noch nicht beschäftigt. "Wir sind davon ausgegangen, dass das Silvesterfeuerwerk Corona-konform draußen mit der Kernfamilie und mit Abstand stattfinden kann."

Laut Umweltbundesamt werden jährlich rund 4200 Tonnen Feinstaub durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern freigesetzt. Das entspreche in etwa 25 Prozent der jedes Jahr durch das Verbrennen von Holz freigesetzten Feinstaubmenge und rund zwei Prozent der insgesamt freigesetzten Masse in Deutschland. 

 


Daub

André Daub

Volontär

André Daub arbeitet seit Oktober 2019 als Volontär bei der Heilbronner Stimme.

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