Falscher Anhang führt bei regionaler SPD zu Datenpanne

Heilbronn  Das Regionalzentrum Heilbronn der SPD hat am Donnerstag versehentlich Privatdaten von Mitgliedern versendet. Grund für die Datenpanne war ein falscher Anhang. Nun müssen Betroffene informiert werden.

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Einmal verschickt, ist eine E-Mail nur schwer aufzuhalten. Am Donnerstag hat eine Mitteilung der SPD zu einer Panne geführt.

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Beim Regionalzentrum Heilbronn der SPD hat es eine Datenpanne gegeben. Eine am Donnerstagmorgen verschickte E-Mail enthielt im Anhang statt einer Pressemeldung private Daten von 105 Mitgliedern. Das Dokument mit dem Titel "Geburtstagsliste" beinhaltet unter anderem Mitgliedsnummer, Eintrittsdatum, Name, Adresse, Geburtsdatum sowie Handynummer und E-Mail-Adresse. Laut den aufgeführten Adressen handelt es sich ausschließlich um SPD-Mitglieder aus Mannheim. Den Angaben zufolge wurde es am Donnerstag auf Basis der Mitgliederliste erstellt.

Eigentlich sollte der Anhang eine Pressemitteilung enthalten, dass die SPD in Stadt und Landkreis Heilbronn die Kandidatur des Bundestagsabgeordneten Josip Juratovic für die Wahl im Herbst 2021 unterstützt. Verschickt wurde die Mitteilung von der Adresse des Regionalzentrums Heilbronn der SPD Baden-Württemberg.

Fehler ist aus Versehen passiert

Der Fehler sei nicht mutwillig passiert, sondern ein Versehen gewesen, erklärt SPD-Regionalgeschäftsführer Bernd Safferling auf Nachfrage. "Passiert ist passiert, ich kann es nicht rückgängig machen." Die E-Mail ging demnach an einen Presseverteiler, in dem die E-Mail-Adressen mehrerer baden-württembergischer Medienhäuser verzeichnet sind. Welche und wie viele es genau waren, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Nach Auffallen des Fehlers habe man die E-Mail etwa drei Stunden später zurückgerufen und um Entschuldigung gebeten. "Viele hatten die E-Mail nicht geöffnet." Das Zurückrufen einer E-Mail bewirkt, dass diese im Postfach eines Empfängers gelöscht wird, wenn dieser sie noch nicht geöffnet hat. Alle anderen werden gebeten, den Anhang zu löschen.

Datenschutzbehörde sieht "erheblichen Verstoß"

In Baden-Württemberg ist Stefan Brink der Beauftragte für den Datenschutz. Was ist bei einer solchen Datenpanne zu tun? "Die Verursacher müssen durch geeignete Maßnahmen sicherstellen, dass sich derartiges nicht wiederholt", erklärt Brinks Sprecher Cagdas Karakurt. "Sie müssen mit den Empfängern Verbindung aufnehmen, um zu erreichen, dass diese Angaben dort gelöscht werden und die betroffenen Parteimitglieder müssen über die Datenpanne informiert werden."

Von den unrechtmäßigen Empfängern könne die Löschung des Dokuments erwartet werden. Für die Kosten einer Handynummeränderungen müssten die Verursacher aufkommen. "Der Verstoß ist erheblich, zumal die politische Überzeugung und die persönliche Erreichbarkeit offenbart wurden", erklärt Karakurt weiter. "Es drohen im Einzelfall sogar persönliche Nachteile für Parteimitglieder, deren Mitgliedschaft gegen deren Willen so offenbart wurde." Denkbar seien etwa unerwünschte Anrufe.


Christoph Donauer

Christoph Donauer

Autor

Christoph Donauer kümmert sich bei der Stimme um alles, was in Heilbronn, Deutschland und der Welt los ist. Seit 2019 ist er Redakteur für Politik und Wirtschaft. Davor war er als Journalist in Berlin, Brüssel, Dänemark und Stuttgart unterwegs.

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