Ex-Fußballprofi Martin Lanig verstärkt das Team

Heilbronn  Das von der Dietmar-Hopp- und Dieter-Schwarz-Stiftung gestützte Jugendförderkonzept des FC Union entwickelt sich weiter. Auch der ehemalige Bundesliga-Spieler Martin Lanig ist dabei und hilft jungen Spielern, einen guten Start ins Erwachsenenleben zu schaffen.

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Rund 130 Erstligaspiele hat Martin Lanig (l.) bestritten, seit 1. Juni arbeitet er an der Seite von Projektkoordinator Dominik Hager beim FC Union.

Foto: Andreas Veigel

Martin Lanig zählt zu den wenigen Fußball-Profis, die sich schon während ihrer aktiven Zeit mehr als nur Gedanken über die Zeit danach gemacht haben. Der 35-Jährige, unter anderem für die TSG Hoffenheim, den VfB Stuttgart, den 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt im Einsatz, hat noch während seiner Profizeit Sportmanagement studiert. Zum 1. Juni hat er seinen Berufseinstieg nach der Fußballkarriere gestartet - und zwar in Heilbronn.

Potente Unterstützung

Vor einem Jahr hat Fußball-Bezirksligist FC Union Heilbronn dank der Unterstützung von Dietmar-Hopp-Stiftung, die durch den gemeinnützigen Verein "Anpfiff ins Leben" das Know-How stellt, und der Dieter-Schwarz-Stiftung, die das Geld gibt, das Jugendförderkonzept "Anpfiff Heilbronn" gestartet. Der Vertrag ist auf drei Jahre angelegt. Eine sechsstellige Summe fließt in das Projekt, für das Dominik Hager als Koordinator seit Sommer 2019 zuständig ist.

Doch es geht nicht darum, möglichst viele künftige Profikicker zu formen. Ziel ist vielmehr die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Spieler und ihnen zu helfen, eine berufliche Perspektive zu finden. Der soziale Aspekt spielt eine zentrale Rolle bei Anpfiff ins Leben. Dietmar Hopp und der 2018 verstorbene Anton Nagel gründeten 2001 den gemeinnützigen Verein, der seinen Sitz in Walldorf hat.

Sportliche Strukturen professionalisieren

"Es treibt mich an, mit Jugendlichen zu arbeiten und einen Prozess mit 13-, 14-Jährigen in Gang zu setzen", sagt der gebürtige Bad Mergentheimer Martin Lanig. Im August will er die DFB-Elite-Jugend-Lizenz abschließen. In Heilbronn wird er sowohl den sportlichen als auch den beruflichen sowie den sozialen Bereich der Nachwuchskicker von den C-Junioren aufwärts im Blick haben.

Es gilt, die sportlichen Strukturen zu professionalisieren und im ständigen Austausch mit den Jugendtrainern zu sein, aber auch Bewerbungsmappen für eine zukünftige Ausbildung der Jugendlichen zu besprechen oder Prüfungsvorbereitungskurse für die Mittlere Reife zu leiten. "Ich möchte gerne von ihnen erfahren, wo sie sich später beruflich sehen." Der FC Union rechnet ab Herbst 2020 mit 220 Nachwuchskickern.

Mehrwert für die Kinder

Beim FC Union ist man froh über die Verstärkung. "Das ist ein Mehrwert für die Kinder", ist Jugendvorstand Can Kara überzeugt. Allerdings stellt er auch fest, dass dem Verein mehrere Monate fehlen, weil durch die Corona-Krise viele geplante Projekte nicht realisiert werden konnten.

Große Ziele hat der Vorsitzende des FC Union, Werner Schmidt, mit Blick auf die Jugend: "Ich sehe unsere Jugend auf einem steilen Weg nach oben. Mit ihr wollen wir den Fußball in Heilbronn nach vorne bringen." Und Dietmar Pfähler, Vorsitzender von Anpfiff ins Leben, sagt: "Es ist toll, wenn wir Mitarbeiter bekommen, die sich auskennen."


Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Zaberfeld. Darüber hinaus ist er Mitglied des lokalen Bildungsteams.

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