Erste Frühkartoffeln kommen auf den Markt

Lauffen  Region profitiert von idealem Kleinklima mit guter Topographie und überdurchschnittlichen Temperaturen

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Die kalte Witterung in diesem Frühjahr hat sich auch auf die Kartoffelernte ausgewirkt. "Die Ernte hat sich um zehn bis zwölf Tage nach hinten verschoben", sagt Eberhard Hirschmüller. Der Landwirt aus Lauffen rodet mit dem Vollernter am Freitag die ersten Frühkartoffeln des Jahres auf seinem Acker. Mit Heiner Schiefer bildet er eine Erzeugergemeinschaft, die auf 30 Hektar Kartoffeln anbaut.

Es ist kein Zufall, dass gerade hier auf der Strecke zwischen Lauffen und Nordheim so viele Kartoffeln angebaut werden. Das liegt am idealen Kleinklima. Dazu zählen eine gute Topographie und überdurchschnittliche Temperaturen. Auch die Bodenstruktur spielt eine wichtige Rolle. Die Böden müssen leicht zu bearbeiten sein. Neben Lauffen gehören auch Schwaigern, Brackenheim-Hausen, Neckarwestheim und Ittlingen zu diesem idealen Anbaugebiet. Gemeinsam mit Südbaden und der Pfalz zählt es zu den frühen Ernteregionen in Deutschland. Aufgrund der vielen Frostnächte im April mussten die Kartoffeln mit doppelter Folie geschützt werden.

Vorkeimung und Pflanzung

Bereits in der Weihnachtszeit begann die sogenannte Vorkeimung. Dazu kamen die Setzkartoffeln in kleine Kisten, lagerten in der Halle und wurden schließlich am 26. Februar in den Boden eingepflanzt.

Bei den Frühkartoffeln ist die Schale noch lose. Sie sollten zeitnah verzehrt werden. "Von der Hand in den Mund", fasst es Thomas Ostertag vom Kartoffelgroßhändler Wild aus Eppingen kurz und knapp zusammen. Für die Direktvermarkter wie Hofläden kommen die Kartoffeln gleich in den Verkauf, für den Lebensmittelhandel wird dies noch etwa eine Woche dauern, "weil der Handel gewaschene Ware verlangt", sagt Hirschmüller. Der Landwirt sieht die etwas spätere Ernte durchaus positiv: "Diese Situation gibt Mittelmeerländern wie Ägypten, Israel und Spanien die Möglichkeit, ihre Ware noch wie gewohnt zu vermarkten. Es entsteht kein Preisdruck." Thomas Ostertag vom Kartoffelgroßhändler Wild aus Eppingen freut sich schon: "Im Moment verpacken wir noch Ware aus Ägypten, Israel und Spanien und hoffen, dass es in Kürze Platz gibt für deutsche Ware auf dem Markt."

Markt verändert sich

Zu den Abnehmern der Erzeugergemeinschaft zählt der Betrieb Kartoffel Stahl aus Neckarwestheim. Wegen der Pandemie hat Geschäftsführer Jochen Stahl eine Verschiebung der Abnehmer registriert. Von Gastronomie, Vereinen, Mensen und Kantinen gab es wegen des Lockdowns keine Nachfrage.

Unterdessen arbeiteten viele Menschen und Endkunden im Homeoffice und benötigten Kartoffeln, weil sie nun vermehrt in der heimischen Küche ihre Mahlzeiten selbst zubereiteten. Stahl: "Daher haben wir vom Verkauf im Lebensmitteleinzelhandel profitiert."


Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Zaberfeld. Darüber hinaus ist er Mitglied des lokalen Bildungsteams.

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