Endlich wieder lachende Kinder im Erlebnispark Tripsdrill

Cleebronn  76 Tage später als geplant hat Tripsdrill am Freitag seine Tore geöffnet. Besucher müssen getestet, geimpft oder genesen sein.

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Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Tripsdrill stehen am Freitagmorgen Spalier und beklatschen jeden Besucher, auch Maskottchen Hugo Müller begrüßt die Gäste.

Dieses Gefühl, wenn 76 Tage nach der geplanten Saisoneröffnung endlich Leben einkehrt: "Für mich ist es eine Riesenfreude, lachende Kindergesichter zu sehen und zu erleben, wie die Leute sich freuen", sagt Simonette Haager. Zusammen mit der fast kompletten Tripsdrill-Belegschaft und der Betreiberfamilie Fischer steht die Verwaltungsmitarbeiterin am Freitagmorgen um 9 Uhr in der Dorfstraße Spalier für die ersten Besucher des Cleebronner Erlebnisparks nach der langen Corona-Zwangspause. "Ich hoffe, dass wir das auch in den nächsten Jahren so weiterführen", ist Haager von dieser Idee begeistert.

Ihr Telefon und das ihrer Kolleginnen am Empfang steht nicht mehr still. "Eigentlich schon seit drei Wochen, als klar war, dass es wieder möglich ist, im Naturresort zu übernachten", erzählt Simonette Haager. Die Nachricht, dass jetzt auch der Erlebnispark öffnen darf, hat die Anruffrequenz nochmal deutlich erhöht. "Wir sind sehr belastet, aber super happy, dass es wieder losgeht."

 

Die Testpflicht ist aufwendig und wirft Fragen auf

Viele Fragen drehen sich um die Testpflicht. Während im Wildparadies inzwischen kein Corona-Schnelltest mehr erforderlich ist, seit die Inzidenz im Landkreis Heilbronn konstant unter 50 liegt, ist ein solcher für die Erlebnisparkbesucher Voraussetzung. "Wie sinnvoll eine solche Regelung ist, darüber kann man streiten", sagt Tripsdrill-Sprecher Birger Meierjohann. Vor allem, weil es bei anderen Freizeitparks, die schon früher öffnen durften, bisher gar keine positiven Testergebnisse gegeben habe. "Die Schnelltest-Pflicht bringt hohen Aufwand mit sich, kostet den Staat und den Steuerzahler viel Geld", so Meierjohann. Testergebnisse, Impfpässe und Eintrittskarten werden jetzt am Haupteingang voneinander getrennt kontrolliert, um Menschenansammlungen zu vermeiden. "Dafür haben wir das Personenleitsystem weiter ausgebaut."

Philipp und Nadine Grassler aus Pforzheim hat das Thema Testen nicht abgeschreckt. Zusammen mit ihrem eineinhalbjährigen Sohn Samuel genießen sie am Freitag die Abwechslung nach dem Lockdown. "Eigentlich wollten wir im April an die Nordsee. Das ist jetzt unser Ersatz", erzählt Philipp Grassler. Tripsdrill kennen er und seine Frau seit ihrer Kindheit. "Aber so entspannt war es noch nie, nicht mal an Regentagen."

 

Kurze Wartezeiten und Sonnenschein

Endlich wieder lachende Kinder im Park

Das Wetter zum Saisonbeginn könnte nicht besser sein: Die ersten Gäste genießen am Freitagmorgen die Fahrt mit der Achterbahn "Volldampf" und einen Erlebnispark ohne lange Warteschlangen.

Fotos: Andreas Veigel

Lange Schlangen vor den Attraktionen gibt es heute nicht. Nur 1500 Besucher mit Jahres- und 600 mit Tagespass erwartet Birger Meierjohann laut Online-Anmeldungen. "Das wird sich am Samstag sicher ändern", sagt der 41-Jährige. "Bis zu einer Stunde Wartezeit": So kennen auch Rebecca Diefenbacher (18) aus Sulzfeld und Romina Salmen (22) aus Kirchardt Tripsdrill. Vor der Achterbahn "Hals über Kopf" versucht Rebecca ihre Freundin zu einer Fahrt zu überreden. Die beiden Altenpflege-Azubis haben heute ihren freien Tag. Als geimpft und genesen brauchen sie nicht mal einen Test.

Im Abfahrtsbereich sorgt Susanne Hirth für einen reibungslosen Ablauf. "Die Leute sind gut drauf, halten Abstände und Maskenpflicht ein", freut sich die Mitarbeiterin darüber, dass endlich wieder Gäste im Park sind. Buchstäblich bis zur letzten Sekunde vor Öffnung hat die 42-Jährige mitgeholfen, den noch nicht ganz fertigen, neu gestalteten Wartebereich vorzubereiten. Ihre Gefühlslage: "Unbeschreiblich. Es fühlt sich wieder normal an."

 

Erhebliche Einbußen

Den finanziellen Verlust von 76 verlorenen Tagen will Tripsdrill-Sprecher Birger Meierjohann nicht beziffern: "Aber es ist klar, dass die Einbußen erheblich sind. Vor allem, weil uns dieses Mal auch die komplette Wintersaison von Wildparadies und Naturresort fehlt." Beides war coronabedingt seit 2. November geschlossen. Der Wildpark ist seit 30. April wieder geöffnet, das Naturresort seit Pfingstsonntag. 2020 hatte die Saison im Erlebnispark 56 Tage später begonnen als vorgesehen. 

 

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Claudia Kostner

Claudia Kostner

Autorin

Claudia Kostner ist seit 1996 Redakteurin der Heilbronner Stimme. Der gebürtigen Heilbronnerin liegt die Region am Herzen. Sie berichtet hauptsächlich aus Zabergäu und Leintal, aber auch über die Volkshochschule Unterland.

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