Heilbronn öffnet neuen Corona-Impfpunkt

Heilbronn  Bei der Eröffnung des neuen Impfpunkts für Boosterimpfungen im Zentrum von Heilbronn bilden sich gleich Schlangen. An sechs Tagen in der Woche wird hier ab sofort die Drittimpfung ohne Termin und barrierefrei durch Fachpersonal verabreicht.

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Für Oberbürgermeister Harry Mergel ist es in der sich verschärfenden Corona-Lage ein neuer Hoffnungsschimmer, ein neues, einfaches Angebot, sich barrierefrei und ohne Termin impfen zu lassen.

Am Donnerstagmorgen hat der neue Impfpunkt der Stadt Heilbronn in der Kaiserstraße 40 die Tür geöffnet, wo ein Team aus einem Arzt oder einer Ärztin und medizinischen Fachangestellten Bürger vor allem die Booster-Auffrischungsimpfungen verabreicht. Im Wechsel werden niedergelassene Arztpraxen und mobile Impfteams des Landes mit Anschluss an die SLK-Kliniken hier im Einsatz sein. Zum Auftakt bildete sich vor der Tür gleich eine längere Schlange. „Impfen ist unsere letzte Hoffnung“, stellte Mergel bei der Eröffnung in ungewöhnlichem Ambiente fest. Vorher wurden hier in den Räumen des Modegeschäfts Sigrun Woehr viele Damenschuhe verkauft.

Aufstieg: Bei der Impfquote liegt Heilbronn mittlerweile über dem Landesdurchschnitt

Vorerst bis Ende des Jahres hat die Stadt die Räume gemietet, von 9 bis 15 Uhr wird der Impfpunkt von Montag bis Samstag geöffnet sein (Ausnahme: diesen Samstag). Sozialbürgermeisterin Agnes Christner verwies auf die Erfolge im Impfbus, wo sich mittlerweile rund 500 Menschen am Tag impfen ließen. Heilbronn liegt bei der Impfquote mit 63,9 Prozent mittlerweile über dem Landesdurchschnitt – vor wenigen Monate rangierte die Stadt noch landesweit mit am Tabellenende. Jetzt soll der Impfpunkt ein ebenerdiges Zusatzangebot in zentraler Lage für die Corona-Auffrischungsimpfungen werden. Im Impfbus sollen vorrangig Erst- und Zweitimpfungen erfolgen

„Jedes Angebot zusätzlich ist gut“, unterstrich Ärztesprecher Dr. Martin Uellner. Vorrangig sollen im Impfpunkt die über 60- bis über 80-Jährigen die dritte Impfung erhalten. „Wir wollen die Kliniken entlasten. Wenn vollständig Geimpfte schwer erkranken, sind es in erster Linie die 70- und 80-Jährigen“, verdeutlichte Uellner. „Geht zum Impfen“, appellierte OB Mergel vor allem an die ältere Generation, die Auffrischungsimpfung zu nutzen. 

Vorrangig gibt es den Biontech-Impfstoff, manchmal auch Moderna

Gut 30 Impfwillige standen kurz vor 9 Uhr vor der Tür. Auf einem Stehpult waren rote Rosen aufgestellt, im Innern gibt es Apfelsaftschorle und Wasser für die Gäste. Sie müssen ihre Personalien angeben, könnten noch einmal ein Aufklärungsgespräch erhalten. Die meisten verzichteten. Sie kennen es ja von den ersten Impfungen. Durch Stellwände ist der Impfbereich abgetrennt, in dem vorrangig der Biontech-Impfstoff, manchmal auch Moderna gespritzt wird.

Als eine der Ersten ließ sich die Wüstenroterin Gabriele Fritz (67) die Biontech-Spritze geben. Sie lobt das „tolle Angebot“. Es sei super, „dass alles so unkompliziert ist“. Die Drittimpfung ist ihr wichtig, sie möchte sich und andere schützen. Angesichts der aktuellen Lage kann sie nicht verstehen, wenn andere beim Impfen noch zögern.

Bei Bedarf sollen Impfbus und Impfpunkt auch 2022 weiter offen sein

Ein klares Bekenntnis, dass die Stadt an den niederschwelligen Impfangeboten festhalten will, gab Bürgermeisterin Agnes Christner ab. Der Imfpbus werde auch im Jahr 2022 im Einsatz sein – „so lange Bedarf besteht“. Und auch im Impfpunkt hat die Stadt Heilbronn die Option, den Mietvertrag über das Jahr 2021 hinaus zu verlängern.

Die Nachfrage nach dem Booster hielt zum Auftakt an. Auch gegen 9.15 Uhr standen 37 Bürger in der Schlange, um sich den Schutz gegen das Corona-Virus abzuholen.

 

 


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Carsten Friese

Carsten Friese

Autor

Mit der Einführung des Euro kam Carsten Friese im Januar 2002 zur Heilbronner Stimme. Seine Schwerpunkte sind Verkehr, Gericht- und Polizeithemen, Wetter/Klima, Umweltthemen, Soziales, Heilbronner Stadtteile. Zudem leitet er das Thementeam Wissen.

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