Tipps für ein bisschen Urlaub in den Pfingstferien daheim

Region  Auch in der Wohnung, im Garten oder auf dem Balkon lässt sich in den Pfingstferien einiges erleben. Wir haben ein paar Anregungen gesammelt.

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Pfingsturlaub am Meer, auf dem Campingplatz oder bei tropischen Temperaturen in fernen Ländern steht dieses Jahr wohl bei den wenigsten auf dem Plan. Verreisen geht nur spontan oder gar nicht und Freizeitparks, Museen und andere Einrichtungen haben teilweise noch geschlossen - je nachdem wie sich die Corona-Lage entwickelt. Planen ist also kaum möglich. Da lohnt es sich doch mehr, sich ein paar schöne Aktivitäten in den eigenen vier Wänden oder im Garten zu überlegen. Wir haben ein paar Tipps dafür gesammelt.

Wer zum Beispiel schon immer ausprobieren wollte, ob Zelten etwas für ihn ist, kann das jetzt einmal im eigenen Garten testen. Im gekauften oder geliehenen Zelt klappt das wunderbar, aber natürlich auch in einem selbstgebauten Tipi. Wer hieran den halben Nachmittag gebastelt hat, schläft nachher umso entspannter. Übernachten im Freien geht aber auch auf dem Balkon und ist ein ebenso spannendes Abenteuer. Das Gute dabei: Man kann vor dem Schlafen noch ein paar Sternbilder suchen und nach Sternschnuppen Ausschau halten.

Auch Tiere und Pflanzen lassen sich im eigenen Garten, im Park oder bei einer Wanderung entdecken - Apps helfen beim Bestimmen. Wer gern aktiv ist und in der Corona-Zeit nicht ins Fitnessstudio gehen kann, sollte mal die vielen Sportmöglichkeiten zu Hause oder im Freien ausprobieren. Unser Experte erklärt, wie ein Besenstiel oder eine Wand zum Sportgerät werden. Und wer das Gehirn trainieren möchte, hat sicher Spaß bei einem Experiment, das man überall und bei jedem Wetter machen kann.

 

  • Das Zuhause zum Fitnessstudio umfunktionieren

Urlaub kann auch Zeit für Bewegung bedeuten. Das eigene Zuhause biete dafür genügend Möglichkeiten. Schmucke Trainingsgeräte sind ohnehin kein Muss, betont Nico Lang, Gründer der Sporthalle Massenbachhausen. Der Leingartener hat Ringer Eduard Popp auf seinem Weg zu EM-Bronze begleitet und versichert: "Alles, was es für gesunde menschliche Bewegung, ein gutes Training braucht, ist eigentlich da. Man braucht keine Einrichtung, kein Fitnessstudio und auch nur wenig Equipment, um sich ganzheitlich weiterzuentwickeln", sagt er. Das Problem: "Viele wissen nicht, was sie wie nutzen können."

Ein Einstieg in diese simple Welt: "Einfach mal aus der Haustür rausgehen und gucken, was da alles bereitsteht - wie eine Treppe, eine Wand, oder auch der Betonboden." Schlichte Objekte wie ein Besenstiel sind mitunter ideale Trainingsgeräte, weiß Nico Lang: "Den nimmt man in beide Hände und versucht ihn mit gestreckten Ellenbogen von der einen Seite des Körpers auf die andere zu bewegen." Frisches Anschauungsmaterial bietet Lang jeden Mittwoch kostenlos "auf dem Youtube-Kanal der Sporthalle - das ermöglicht einen lockeren Einstieg".

 

  • Den Sternenhimmel beobachten

Andreas Schulze von der Robert-Mayer-Sternwarte in Heilbronn schlägt vor, während der Pfingstferien den Nachthimmel zu beobachten. Wenn am Samstag, 22. Mai, die Sonne untergegangen sei, könne man mit einem einfachen Fernglas (mindestens mit einer Vergrößerung von 10) die Oberfläche des zunehmenden Mondes erkunden. "Auf der beleuchteten Seite erkennen wir die großen dunklen kreisförmigen Strukturen, auch Maare genannt. Dies sind die ältesten Einschlagskrater auf dem Mond. Die helleren kleineren Einschlagskrater sind die jüngeren Strukturen unseres kosmischen Begleiters", so Schulze.

Gegen Mitte der ersten Ferienwoche dürfte es ihm zufolge ab 23 Uhr am Himmel dunkel genug sein, um etwa das Frühlingsdreieck mit bloßem Auge zu finden. "Dies ist kein einzelnes Sternbild, sondern ein sogenannter Asterismus in Dreiecksform. Das Dreieck wird aus den drei Sternen Regulus im Sternbild Löwe, Spica in der Jungfrau und Arktur im Bärenhüter gebildet", erklärt Schulze. Wer das Suchen der Sternbilder zuvor üben will, dem empfiehlt er eine drehbare Sternkarte oder zum Beispiel die kostenlose PC-Software Stellarium (stellarium.org).

 

  • Ein Lagerfeuer machen

Feuer ist faszinierend und gefährlich zugleich. Trotzdem gibt es an einem lauen Abend kaum etwas schöneres als an einem knisternden Feuer zu sitzen und ein paar Würstchen, Marshmallows oder Stockbrot darüber zu halten. Zuvor muss jedoch Feuerholz gesammelt werden, das möglichst trocken sein sollte. Zum Anfeuern eignen sich Fichtenreisig oder andere dünne Ästchen. Um das Ausbreiten des Feuers zu vermeiden, rät Bad Friedrichshalls Feuerwehrkommandant Marcel Vogt, einen nicht brennbaren Untergrund für die Feuerschale oder das Lagerfeuer zu wählen und immer einen Eimer Wasser oder Sand griffbereit zu haben. Sinnvoll sei es auch, den Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes im Auge zu behalten, da die Gefahr durch Funkenflug bei Trockenheit nicht zu unterschätzen sei.

 

  • Ein Tipi bauen

Die Kosten eines professionellen Tipis können locker im dreistelligen Bereich liegen. Stefan Heier von der Indianerfreizeit in Haßmersheim empfiehlt eine kleine, einfache Variante, sie sich bei gutem Wetter im Garten mit den Kindern nachbauen lässt. Aus etwa dreieinhalb Meter langen Bohnenstangen errichtet man dafür zunächst ein Dreibein, das man am oberen Ende zusammenbindet. Rundherum bringt man etwa sechs bis acht weitere Stangen an, wobei man den Bereich für den Eingang ausspart. Zum Schluss noch alte Bettlaken drum herumgewickelt und mit Wäscheklammern befestigen - schon ist das Tipi fertig. "Damit ist man den halben Nachmittag beschäftigt", sagt Heier, der zudem empfiehlt, das Zelt nicht zu nah an Bäumen aufzustellen, damit es keine Harzflecken oder ähnliches abbekommt.

 

  • Wie ein Profi trainieren

Ausgefallene Sportangebote in den Urlaubsanlagen dieser Welt müssen warten. Marek Heichele, Athletikcoach der Neckarsulmer Bundesliga-Handballerinnen, hat einen Tipp für zu Hause, der zumindest exotisch klingt: Tabata. "Eine Art Intervall-Training, ein effektives und zugleich immer beliebteres Programm, das seine Wurzeln in Japan hat." Zum Start empfiehlt Heichele die Planung eines Blocks: "Welche Übungen will man machen, wie viele sollen beinhaltet sein und wie lange sollen die Übungen und die Pausen sein". Ein Beispiel des Profis: Hampelmann, Kniebeuge, Ausfallschritt im Wechsel, Rückenheben, Superman, Sit-ups, Fahrrad fahren in Rückenlage. "Jede Übung 30 Sekunden, zwischendurch zehn Sekunden Pause, das Ganze drei Durchgänge. Man kann Zeit, Anzahl und Durchgänge variieren."

 

  • Experimente durchführen

Kleinen und großen Forschern empfiehlt Lukas Hartmann, Kursleiter im Grundschullabor der Experimenta Heilbronn, einfache Versuche, die sich zu Hause durchführen lassen. Um die Bewegung von Schallwellen sichtbar zu machen, könne man etwa ein Glas mit Klarsichtfolie bespannen, worauf man Reiskörner streut. Lässt man daneben (ohne Berührung) einen Wecker klingeln, fangen die Körner im Idealfall an zu vibrieren. Noch besser lassen sich die Wellen möglicherweise im Wasser erkennen, wenn man mit einem nassen Finger entlang des Randes eines gefüllten Stielglases fährt. Um zu beobachten, wie unterschiedlich sich der Schall über die Luft ausbreitet, könne man den Wecker auch mit unterschiedlichen Materialien wie Schwämme, Kork und Stoff umwickeln, ehe man ihn klingeln lässt.

 

  • Eine Blumenwiese anlegen

Insekten eine Freude machen und gleichzeitig einiges über die Natur lernen kann man beim Sähen von Wildblumen im Pflanzkübel auf dem Balkon oder im Garten. Auf Gras sollte ein Bereich mit Steinen abgegrenzt und die Rasenkante abgestochen werden, erklärt Nabu-Fachmann Thomas Kemmel aus Untergriesheim. Dann komme trockene Erde mit Sand hinein. Schon kann es mit dem Sähen losgehen. Wildblumensamen gibt es im Gartenmarkt. Bei feuchtwarmen Bedingungen - ab und zu gießen wäre also gut - ist nach etwa zwei Wochen etwas zu sehen, so Kemmel. Sein Tipp: "Jeden Tag ein Foto machen und den Fortschritt dokumentieren." Um die Blumen später zu bestimmen, helfen Apps. Die bunte Pracht lockt Schmetterlinge und Insekten an, die wiederum spannend zu beobachten sind.

 

  • Im Garten campen

Im Freien übernachten, kann man grundsätzlich bei jedem Wetter, sagt Matthias Ullrich von Adventure Company in Heilbronn. Es komme nur auf die richtige Ausrüstung an. Wer als Ersatz für den Campingplatz auf den eigenen Garten ausweichen möchte, müsse nur darauf achten, dass genug Platz für Zelt und Spannleinen da ist. Wer noch kein Zelt hat, bekommt ein Einsteiger-Modell ab zirka 100 Euro, erklärt Ullrich. Das Aufstellen dauere beim ersten Mal vielleicht etwas länger, grundsätzlich kriege das aber jeder hin. Wichtig seien zudem ein guter Schlafsack und eine isolierende Matte, damit es von unten nicht zu kalt wird. So könne man auch ohne Zelt etwa auf dem Balkon übernachten. Wichtig für die Nacht im Freien sei noch eine Taschenlampe. "Am besten eine Stirnlampe, dann hat man die Hände frei."

 


Katharina Müller

Katharina Müller

Autorin

Katharina Müller arbeitet seit Januar 2019 bei der Heilbronner Stimme und kümmert sich in der Regionalredaktion um Themen aus dem nördlichen Landkreis. Zuständig ist sie für Bad Friedrichshall, Neckarsulm, Neuenstadt, Langenbrettach, Hardthausen und Jagsthausen.

Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

Christoph Feil

Christoph Feil

Autor

Seit 2015 ist Christoph Feil bei der Heilbronner Stimme. Er arbeitet im Ressort Leben und Freizeit. Darüber hinaus schreibt er für das Thementeam Wissen, hat den aktuellen Buchmarkt im Blick und stellt für das "Interview der Woche" Menschen gerne Fragen.

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