DRK Heilbronn schickt Helfer ins Katastrophengebiet

Grafschaft  Sechs Helfer des DRK aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn sind am Donnerstagabend ins Katastrophengebiet aufgebrochen. In der vergangenen Nacht waren sie bereits im Einsatz in der Gemeinde Grafschaft im Landkreis Ahrweiler. Die Situation vor Ort sei dramatisch, berichtet René Rossow, DRK-Katastrophenschutzbeauftragter in Heilbronn.

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Bereits in der Nacht versorgten die Helfer aus der Region Menschen, die das Unwetter hart getroffen hatte. Rollstuhlfahrer wurden ihnen in der Schaufel eines Radladers übergeben, weil die DRK-Helfer durch die Schlammmassen nicht zu ihnen gelangt wären, schildert Rossow, der mit dem Team vor Ort in Grafschaft in Kontakt steht. Grafschaft liegt an der nördlichen Landesgrenze von Rheinland-Pfalz.

„Sie waren die ganze Nacht im Einsatz“, sagt Rossow, „und jetzt geht es schon weiter.“ Die sechs Helfer aus Heilbronn mit den drei Fahrzeugen - ein Kommandowagen, zwei Krankentransportwagen - übernähmen aktuell auch den üblichen Rettungsdienst in der 10.000-Einwohner-Gemeinde Grafschaft mit, weil der örtliche Rettungsdienst teilweise handlungsunfähig sei und viele Gebiete gar nicht mehr erreichen könne.

 

So schnell wie in diesem Fall habe man noch nie einen Einsatz in einem Katastrophengebiet auf die Beine gestellt, sagt René Rossow. Die Leitung der DRK-Kreisbereitschaft sei sehr stolz auf die schnelle Reaktion und vor allem die Bereitschaft der sechs Helfer. Falls noch Helfer nachgeschickt werden sollen, stünden bereits Freiwillige zur Verfügung.

Spenden

Gespendet werden kann über Hotline von "Gemeinsam gegen die Flut" unter der Telefonnummer 01802 252530. Spenden direkt an das DRK sind hier möglich.

Thomas Schenk sei gerade zufällig bei der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal gewesen, von wo aus die DRK-Kontingente aufgeteilt und nach Rheinland-Pfalz verlegt wurden. Die Oberleitstelle Baden-Württemberg hatte das Vorgehen am Donnerstagnachmittag veranlasst, mehr als 200 Helfer aus Baden-Württemberg wurden auf diese Weise kurzfristig ins Katastrophengebiet geschickt. Rossow: „Thomas Schenk hat gleich gesagt: Bringt mir meine Tasche und Zahnbürste mit, ich fahre mit.“ Vor Ort in Grafschaft helfen Kontingentführer Markus Weber vom DRK-Ortsverein Leingarten zusammen mit Thomas Schenk vom Ortsverein Bad Friedrichshall sowie Helmut Schuster, ebenfalls aus Leingarten, und Karl-Heinz Schmitt vom Ortsverein Heilbronn. Ebenfalls mit einem Krankentransportwagen dabei sind Katja Weidner und Daniel Etzel vom Ortsverein Bad Friedrichshall.

15 Helfer des THW in Rheinland-Pfalz

Auch der Heilbronner Ortsverband des Technischen Hilfswerks schickte noch am Donnerstagabend 15 Helfer ins Katastrophengenbiet. Nach Angaben des Ortsbeauftragten Andreas Grauli sind sie mit mehrere Großfahrzeugen und Booten in die Stadt Hermeskeil nach Rheinland-Pfalz aufgebrochen, die sie in der Nacht um 1.30 Uhr erreichten. Sie unterstützen dort die bereits eingesetzten Kräfte. Zudem sei ein Helfer für das Einsatz-Nachsorgeteam in das Krisengebiet rund um Koblenz beordert worden, wo die Helfer und belastete Menschen aus der Bevölkerung psychisch betreut werden.

Hunderte weitere Helfer aus Baden-Württemberg

Innenminister Thomas Strobl erklärte am Freitagmorgen, dass aus Baden-Württemberg bereits am Donnerstag ein Polizeihubschrauber und der Rettungshubschrauber Christoph 54 mit Luftrettern der Bergwacht Schwarzwald in das Katastrophengebiet geschickt wurden. 37 Menschen seien allein mit dem Polizeihubschrauber bereits vor den Fluten gerettet worden. Am Donnerstagabend und in den Nachtstunden "haben wir die Unterstützung deutlich ausgeweitet und weitere rund 600 Einsatzkräfte von Sanitätsdienst, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) zur Unterstützung entsandt."

Im Landkreis Ahrweiler seien 100 Krankentransportwagen mit 200 Einsatzkräften der Hilfsorganisationen sowie vier Führungsfahrzeuge mit jeweils drei Personen unterwegs. 15 Hochwasserzüge der Feuerwehren mit insgesamt rund 300 Einsatzkräften helfen im Landkreis Trier-Saarburg. Rund 130 Helferinnen und Helfern des THW sind in die Landkreise Ahrweiler und Trier-Saarburg gereist. Sechs Führungskräfte Feuerwehr der Landesfeuerwehrschule und des Regierungspräsidiums Karlsruhe als Verbindungspersonen unterstützen in den Städten Ahrweiler und Trier. Der Polizeihubschrauber flog auch am Freitag mit Höhenrettern der Feuerwehr Stuttgart ins Einsatzgebiet im Landkreis Ahrweiler.

 


Adrian Hoffmann

Adrian Hoffmann

Reporter

Adrian Hoffmann ist Redakteur im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.

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