Badesaison am Finsterroter See fällt erneut ins Wasser

Wüstenrot  Unabhängig von Corona ist der Badesee seit 2017 als solcher abgemeldet. Wüstenrot stellt erst einen neuen Antrag, wenn die Kläranlage Neuhütten modernisiert ist. Diese Maßnahme soll die Wasserqualität im See deutlich verbessern.

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Still ruht der See. Baden ist weiterhin verboten, der Kiosk hingegen ist geöffnet. Rund um den See lässt es sich gemütlich wandern.

Foto: Archiv/Mugler

Das schwarze Quadrat auf der Wüstenroter Gemarkung, umringt von lauter blauen, verheißt nichts Gutes. "Badestelle geschlossen" klärt die Legende auf, was sich hinter diesem Symbol auf der landesweiten interaktiven Karte zur Wasserqualität verbirgt.

Während in Breitenauer See, Ehmetsklinge & Co. am kommenden Montag nach dem Corona-Lockdown wieder gebadet werden darf - überall übrigens bei ausgezeichneter Wasserqualität - fällt für den Finsterroter See eine weitere Saison aus. Unabhängig von der Pandemie. Denn schon seit 2016 ist das Naturdenkmal gesperrt, seit 2017 hat die Gemeinde das private Gewässer sogar als Badesee abgemeldet. Grund ist die zeitweise schlechte Wasserqualität in der Vergangenheit.

NIcht abgeschrieben

"Wir haben den Badesee überhaupt nicht abgeschrieben", betont Helga Lang, der mit ihrer Schwester Christa Lang-Kemppel das beliebte Ausflugsziel gehört. "Sonst wären ja die ganzen Investitionen verpufft. Das wäre Sünd" und Schande", ergänzt Lang. Seit Jahren kämpfen die Eigentümerinnen darum, dass der See sauberer wird. Sie selbst haben einige Maßnahmen getroffen, sehen aber die Gemeinde am Zug.

Für die Langs ist die Kläranlage Neuhütten am Oberlauf des Finsterroter Sees die Quelle allen Übels. Das sehen sie durch ein Gutachten bestätigt, und deshalb haben sie sogar schon gegen die Gemeinde geklagt. Das Gerichtsverfahren ruht, wollen beide Parteien doch gemeinsam nach einer Lösung suchen.

Petition beim Landtag eingereicht

Die Langs erhoffen sich auch Unterstützung vom Landtag. Die rund 6000 Unterschriften zur Wiedereröffnung des Badegewässers haben sie vor zwei Jahren beim Petitionsausschuss eingereicht. Bisher ohne Reaktion, wie Helga Lang enttäuscht berichtet.

2019 ist die Gemeinde mit ihrem Antrag gescheitert, den Finsterroter See auf "Change" setzen zu lassen, der Vorstufe vor der Wiederzulassung als Badegewässer. Dann wären wieder Proben gezogen worden, das Baden parallel möglich gewesen. Das Gesamtpaket für Verbesserungen der Wasserqualität sei dem Wasserwirtschafts- und Gesundheitsamt nicht ausreichend gewesen, sagt Bürgermeister Timo Wolf zur Ablehnung.

Arbeiten gehen bis Sommer 2021 

Denn die Maßnahme, von der der Finsterroter See am meisten profitieren soll, wird erst in diesem Jahr umgesetzt: die Modernisierung der Kläranlage Neuhütten. Eine neue Rechenanlage soll verhindern, dass Schmutzstoffe in den Dachsbach und damit in den See gelangen. Das Land hat vor einem Jahr dafür 560 000 Euro genehmigt. Rund 300 000 Euro muss die Gemeinde selbst tragen. Da die Arbeiten wohl bis Sommer 2021 dauern, geht Bürgermeister Wolf davon aus, dass erst im Jahr darauf ein neuer Antrag fürs Baden Sinn macht.


Sabine Friedrich

Sabine Friedrich

Autorin

Sabine Friedrich ist seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Sie ist in der Landkreis-Redaktion zuständig für Obersulm, Wüstenrot, Flein, Talheim und Weinsberg sowie für den Themenschwerpunkt Feuerwehr.

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