Der Regionalverband Heilbronn-Franken steht vor einer Herausforderung

Heilbronn  Auch weil die Windkraft zum Erliegen gekommen ist, erreicht den Regionalverband eine Flut von Anträgen von Photovoltaikanlagen auf Ackerböden. Und es gibt noch mehr Themen, die für den Verband 2021 wichtig werden.

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Photovoltaik in Grünzügen stellt ein immer größer werdendes Problem dar. Der Regionalverband will dieser Entwicklung gegensteuern.

Foto: Archiv/Hettich

Photovoltaikanlagen in regionalen Grünzügen stellt den Regionalverband Heilbronn-Franken vor eine neue Herausforderung: "Das Rad, das wir bei dieser Technologie drehen, wird immer größer", sagte Joachim Scholz bei der Verbandsversammlung in der Heilbronner Festhalle Harmonie. Für den Vorsitzenden des regionalen Planungsgremiums ist die Photovoltaik "der Treiber der Energiewende in Baden-Württemberg". Gerade der ländliche Raum erlebe derzeit eine "wahre Flut" von Anträgen zur Errichtung solcher Anlagen, auch weil die Windkraft zum Erliegen gekommen sei. Für Scholz stellt sich die Frage, ob deshalb nicht wie bei den Gewerbeflächen der Regionalplan geändert werden müsse?

Auch der Anstieg des Online-Handels wird Thema

Stellen wird sich der Verband im kommenden Jahr auch der regionalen Klimaanalyse. Die Erarbeitung eines Landschaftsrahmenplans sei dabei ein "erster Meilenstein". Stärker ins Blickfeld rückten auch die Themen Digitalisierung, Biotopverbund, die wegen Corona veränderten Pendlerströme und der steile Anstieg des Online-Handels.

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Gerade die stark abnehmende Frequenz in den Innenstädten birgt nach den Worten von Scholz viele Gefahren, könne aber auch zu einer neuen Suburbanisierung und zu neuen Chancen für den ländlichen Raum führen. Als Wunsch für 2021 formulierte der ehemalige Oberbürgermeister von Neckarsulm: "Es wäre gut, wenn die IHK wieder bei der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF) dabei wäre."

Bei seinem Rückblick auf das Jahr 2020 lobte der Verbandsvorsitzende die Entscheidung der Bundesnetzagentur, die Suedlink-Trasse für Hochspannungsleitungen ab Kochendorf bis Großgartach im Bergwerk der Südwestdeutschen Salzwerke zu führen. Den Verbandsmitarbeitern dankte er dafür, 550 Planverfahren bearbeitet zu haben.

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Im Haushaltsplan 2021 sind Erträge in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro und Aufwendungen von 1,9 Millionen Euro – davon 25.000 Euro für Investitionen – veranschlagt. Der Zuschuss an die WHF beträgt 115.000 Euro. Für Gutachten sollen statt 175.000 Euro nur 130.000 Euro ausgeben. Die Höhe der Umlage, über die sich der Verband finanziert, beträgt 1,4 Millionen Euro und somit 1,56 Euro pro Einwohner.

Die Etatrede eines AfD-Verbandsrats wurde kritisiert

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie stellte AfD-Verbandsrat Thomas Schmidt (Öhringen) in den Mittelpunkt seiner Etatrede, die er absprachegemäß im Namen aller Fraktionen hielt. Dabei kritisierte er eine "von Panik getriebene und wenig durchdachte Klimaschutzpolitik der Altparteien" , bewertete die seit November geltenden Pandemie-Maßnahmen als "politischen Aktionismus" und sprach von "Ideologie gesteuerter politischer Verblendung", die der Schlüsselindustrie "bereits schweren Schaden" zugefügt habe. Als Ursachen für die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen nannte Schmidt die Einwanderungs- und Asylpolitik, die Digitalisierung und die Corona-Pandemie.

"Ihre politischen Aussagen sind fehl am Platz und wir distanzieren uns davon", reagierte Timo Frey, Bürgermeister von Bad Friedrichshall, auf die Rede der AfD. Der CDU-Verbandsrat erhielt für seine Worte viel Applaus der anderen Fraktionen.


Joachim Friedl

Joachim Friedl

Stv. Leiter der Stadtkreis-Redaktion

Joachim Friedl arbeitet seit Ende 1979 bei der Heilbronner Stimme. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Kommunalpolitik.

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