CDU-Abgeordnete aus Baden-Württemberg werben offen für Söder als Kanzlerkandidaten

Interview  Alexander Throm aus Heilbronn und sieben Mitstreiter aus dem Südwesten fordern eine schnellere Entscheidung in der K-Frage. Armin Laschet solle persönliche Ambitionen zurückstellen.

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Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und neuer CDU-Vorsitzender, und Markus Söder (r), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender. Foto: dpa

Gemeinsam mit sechs anderen CDU-Bundestagsabgeordneten und einem Bundestagskandidaten aus dem Südwesten hat sich der Heilbronner Abgeordnete Alexander Throm für CSU-Chef Markus Söder als Kanzlerkandidaten der Union ausgesprochen. Persönliche Ambitionen müssten zurückgestellt werden, "wenn ersichtlich ist, dass jemand anderes eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung hat", heißt es in der gemeinsamen Erklärung an CDU-Chef Armin Laschet gerichtet. In dem am Dienstag veröffentlichten Schreiben fordern die acht CDU-Politiker ein zeitnahes Gespräch über die Entscheidung in der Kanzlerkandidatenfrage und "die jeweilige Rollenverteilung im Sinne einer starken Union".

 

Herr Throm, was hat Sie dazu bewogen, diese Erklärung für Markus Söder zu unterzeichnen?

Alexander Throm: Markus Söder genießt in weiten Teilen der Bevölkerung großes Vertrauen, gerade auch in dieser schwierigen Zeit. Das höre ich überall bei meinen Gesprächen im Land. Er zeigt konsequentes Handeln in der Krise. Ihm trauen die Menschen zu, dass er nach der Pandemie die Wirtschaft wieder stärkt, den Staat modernisiert und den Umwelt- und Klimaschutz voranbringt. Er gibt die richtigen Antworten auf die heute gestellten Fragen. Markus Söder wäre daher ein kraftvoller und aussichtsreicher Kanzlerkandidat.

Halten Sie den Zeitpunkt dieser Erklärung für passend? Schließlich steht der CDU-Vorsitzende Armin Laschet gerade wegen seines Corona-Kurses in der Kritik.

Throm: Zwischen Ostern und Pfingsten soll die K-Frage der Union geklärt werden. Deshalb haben sich sieben Kolleginnen und Kollegen entschieden, sich jetzt zu erklären, um ein Signal nach Berlin, München und Düsseldorf zu senden.

 

In dem Schreiben heißt es, Laschet solle als CDU-Vorsitzender durch den Vorstoß für Söder als Kanzlerkandidat nicht beschädigt werden. Wie soll das gelingen, nachdem Laschet bisher keinerlei Anzeichen auf den Verzicht der Kanzlerkandidatur hat erkennen lassen?

Throm: In dieser besonderen Situation, in der erstmals in Deutschland die amtierende Bundeskanzlerin nicht wieder kandidiert, darf es keinen Automatismus bei der Frage der Kanzlerkandidatur geben. Es muss die Person aus der Unionsfamilie Kanzlerkandidat werden, welche die höhere Akzeptanz in der Bevölkerung genießt. Das hat Armin Laschet diese Woche auch gesagt. Insofern sind wir uns in diesem Punkt einig.

 

Ist aus Ihrer Sicht der Zeitplan zur Klärung der Kanzlerkandidatenfrage in der Union – zwischen Ostern und Pfingsten – noch zu halten? Falls nicht, wann sollte die Frage geklärt sein?

Throm: Eine schnelle Entscheidung wäre wünschenswert. Aber noch wichtiger ist es, eine gute Entscheidung zu treffen.


Jürgen Paul

Jürgen Paul

Teamleiter Autorenteam Politik/Wirtschaft Regional

Jürgen Paul arbeitet seit 1998 bei der Heilbronner Stimme. Der gebürtige Pfälzer widmet sich der regionalen und überregionalen Wirtschaft, Schwerpunkte sind das Handwerk, die Bankenbranche, der Arbeitsmarkt und die Konjunktur.

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