Bundestag: Gramling will Gienger beerben

Region  Der CDU-Landtagsabgeordnete Fabian Gramling möchte nach Berlin und bewirbt sich im Wahlkreis Neckar-Zaber um ein Bundestagsmandat. Gramling ist bislang der einzige CDU-Kandidat in dem Wahlkreis, den bei den vergangenen fünf Wahlen Eberhard Gienger direkt gewann.

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Von Stuttgart nach Berlin - so lautet der Plan des CDU-Landtagsabgeordneten Fabian Gramling. Der 33-Jährige aus Bietigheim-Bissingen will bei der Bundestagswahl 2021 für die Christdemokraten im Wahlkreis Neckar-Zaber antreten. Die Nominierungsversammlung mit der Wahl des Kandidaten soll am 18. Juli stattfinden, der Ort ist noch unklar.

Gienger hört aus Altersgründen auf

Gramling möchte den CDU-Bundestagsabgeordneten Eberhard Gienger beerben, der Anfang Februar dieses Jahres erklärt hatte, sich aus Altersgründen um kein weiteres Mandat mehr zu bewerben. "Nachdem Eberhard Gienger angekündigt hat, nicht erneut für den Deutschen Bundestag kandidieren zu wollen, habe ich mich intensiv mit meiner Verlobten und meiner Familie über meine weitere Zukunft ausgetauscht und eine nächste Lebensentscheidung getroffen: Ja, ich will Bundestagsabgeordneter werden und unsere Heimat und ihre Bürgerinnen und Bürger, den Wahlkreis Neckar-Zaber, in Berlin vertreten", erklärt Gramling gegenüber der Heilbronner Stimme.

Entwicklung im Wahlkreis Neckar-Zaber

Der Wahlkreis Neckar-Zaber umfasst 15 Kommunen im Süden des Landkreises Heilbronn sowie 24 Städte und Gemeinden des Landkreises Ludwigsburg.

Kommunen

Zum Wahlkreis Neckar-Zaber gehören aus dem Landkreis Heilbronn die Kommunen Abstatt, Beilstein, Brackenheim, Cleebronn, Flein, Güglingen, Ilsfeld, Lauffen am Neckar, Leingarten, Neckarwestheim, Nordheim, Pfaffenhofen, Talheim, Untergruppenbach, Zaberfeld. Bei der Bundestagswahl 2017 waren 229.280 Einwohner wahlberechtigt. Neben Gienger zog im Wahlkreis Neckar-Zaber auch Marc Jongen für die AfD über die Landesliste in den Deutschen Bundestag ein.

In den vergangenen 40 Jahren war der Wahlkreis fest in CDU-Hand. Nur in der Legislaturperiode von 1998 bis 2002 erhielt mit Hans Martin Bury ein SPD-Politiker die meisten Erststimmen. 2002 eroberte dann der Ex-Turnweltmeister und gebürtige Künzelsauer Eberhard Gienger den Wahlkreis Neckar-Zaber für die CDU wieder zurück und gewann auch bei den Bundestagswahlen 2005, 2009, 2013 und 2017 das Direktmandat. Gienger erklärte jedoch, dass er nicht mehr antreten wolle, weil er bei der nächsten Bundestagswahl im Herbst 2021 bereits 70 Jahre alt sei.

Mit Gramling - Jahrgang 1987 - wirft nun einer der Nachwuchsgarde der baden-württembergischen CDU seinen Hut in den Ring. In Berlin sitzen aktuell mit Nikolas Löbel (Wahlkreis Mannheim, Jahrgang 1986), Ronja Kemmer (Wahlkreis Ulm, Jahrgang 1989), Felix Schreiner (Wahlkreis Waldshut, Jahrgang 1986) und Kai Whittaker (Wahlkreis Rastatt, Jahrgang 1985) schon einige jüngere CDU-Abgeordnete aus Baden-Württemberg im Deutschen Bundestag.

Mehr Kompetenzen in Berlin

Gramling selbst begründet seinen Wunsch nach einem Wechsel von Stuttgart nach Berlin damit, dass man auf Bundesebene mehr bewegen könne als in den Landesparlamenten. "Ich habe in den letzten Jahren aber auch gelernt, dass viele Entscheidungen und Kompetenzen nicht in Stuttgart liegen und wichtige Weichenstellungen für unser Land an anderer Stelle diskutiert werden", sagt Gramling. Er wirbt bei den CDU-Mitgliedern vor allem mit wirtschaftspolitischen Themen um Unterstützung.

Bundestag: Gramling will Gienger beerben

Fabian Gramling (oben) steuert den Bundestag an. Eberhard Gienger hört auf.

Fotos: dpa, privat

Wer ist Fabian Gramling? Nach seiner Mittleren Reife in Besigheim absolvierte er zunächst eine Bankenlehre bei der Kreissparkasse Ludwigsburg, holte dann an der Wirtschaftsoberschule in Stuttgart sein Abitur nach, studierte, arbeitete in der Wirtschaftsprüfung und zog 2016 im Wahlkreis Bietigheim-Bissingen für die CDU in den baden-württembergischen Landtag ein. Der bekennende VfB-Fan Gramling lebt mit seiner Verlobten in Bietigheim-Bissingen.

Noch keine weiteren Bewerber

Bis zur Nominierungsveranstaltung am 18. Juli können sich noch weitere Kandidaten melden. "Stand heute sind noch keine weiteren Bewerbungen eingegangen", sagt Alexander Throm, Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Heilbronn. Da persönliche Termine mit Bewerbern in der Corona-Zeit eher schwierig seien, will der Kreisverband Anfang Juli seinen Mitgliedern eine Videokonferenz anbieten, bei der sich alle Kandidaten vorstellen können, die sich bis dahin offiziell beworben haben.

 

Michael Schwarz

Michael Schwarz

Chefkorrespondent Landespolitik

Michael Schwarz ist seit 2005 bei der Heilbronner Stimme. Landesregierung, Landtag, Parteien, Fraktionen, Politiker - Schwarz beobachtet rund um die Uhr die landespolitischen Akteure in Stuttgart und geht der Frage nach, ob diese einen guten Job machen.

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