Bikini-Museum an der A6 öffnet Anfang Juli

Bad Rappenau  Fast fertig: Das Bikini-Art-Museum an der A 6-Autobahnausfahrt Bad Rappenau befindet sich auf der Zielgeraden. Die Eröffnung ist für den 5. Juli, dem Internationalen Tag des Bikinis, geplant.

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Es geht um Kunst mit einer erotischen Note. Es geht um Mode. Und es geht um den Wandel des Frauenbildes. Das Bikini-Art-Museum eröffnet am 5. Juli.

Fotos: Plapp-Schirmer

Kein Feuerwerk zur Eröffnung. Keine geladenen Gäste aus allen Erdteilen. Keine Sektkorken, jedenfalls nicht offiziell. Das Bikini-Art-Museum an der A 6-Autobahnausfahrt Bad Rappenau geht am 5. Juli "ganz normal" an den Start, wie Entwicklungsleiter Maximilian Lang sagt.

Und ganz normal heißt: Es öffnet für die Besucher. Was anfangs lediglich auf einem DIN-A-5-Blatt skizziert war, hat Gestalt angenommen. Von der ersten Idee bis zur Ausführung hat die Regensburger GmbH RIPE 1816, ein Unternehmen von Autohof-24-Besitzer Alexander Ruscheinsky, fünf Jahre gebraucht.

Junge Leute ins Museum holen

Ein Lifestyle-Museum wolle man sein, sagt Maximilian Lang. Vor allem junge Menschen nehme man ins Visier. Zwischenzeitlich besitze man die größte und wertvollste Bademoden-Sammlung der Welt, so Lang. Und darunter befinden sich Badeanzüge und Bikinis aus drei Jahrhunderten, von Ganzkörperbekleidung aus Wolle über einen gepunkteten Zweiteiler von Elke Sommer bis zum Fio Dental, dem ersten Zahnseidenbikini.

Gezeigt werden Werbematerialien, Film-Dokumente, Malerei - und neu geschaffene Kunstobjekte, Auftragsarbeiten, die draußen stehen und schon von Weitem auf das Museum neugierig machen sollen.

Museum an der Autobahn ist auf der Zielgeraden

Teil des Teams (von links): Lisa Otten, Maximilian Lang und Johanna Müller

Lang bedauert allerdings, dass man tatsächlich nur einen Bruchteil dessen zeigen könne, was man habe. Der Rest liegt in Regensburg in einem Lager. Und während das Art-Deko-ähnliche Gebäude mit seiner zum Verweilen einladenden Terrasse fast fertig ist, wird drinnen noch an den Details gefeilt.

Museumsmacher legen Punktladung hin

Die Museumsmacher werden eine Punktlandung hinlegen. Der 5. Juli ist der Internationale Tag des Bikinis - am 5. Juli 1946 wurde bei einer Bademodenschau im Pariser Freibad Molitor der erste Bikini öffentlich gezeigt. Der Siegeszug des Kleidungsstücks, das auch mit der Befreiung der Frau vom Korsett einhergeht, war nicht mehr aufzuhalten.

Allein von Louis Réard, dem Designer, der einst für wohlhabende Frauen maßgeschneiderte Ein- und Zweiteiler schuf, besitze man zwölf Exemplare. Von 16 wisse man, dass sie überhaupt noch auf dem Markt seien, erzählt Lang.

Ein sicheres Museumserlebnis 

Der Druck auf das "Herzblut-Team" steige nun zum Ende hin: "Und das ist auch gut." Corona habe am Zeitplan nichts geändert. Doch wolle man den Besuchern ein sicheres Museumserlebnis bescheren: "Wir sind vorbereitet und spielen derzeit alle möglichen Szenarien durch." Eine Auszeit wolle man bieten, einen Urlaubstag fern jeglicher Strände.

Museum an der Autobahn ist auf der Zielgeraden

Die Benger-Ribana-Bikinis werden noch von einer Schutzfolie geschützt.

Endspurt auf der Baustelle

Während der Flügel mit dem Obergeschoss links vom Eingang fast vollständig eingerichtet ist, sieht der rechte Flügel mit dem bunt bemalten Eiffelturm, der vom Unter- ins Erdgeschoss ragt, noch nach Baustelle aus. Regale warten darauf, befüllt zu werden. An einigen Stellen fehlt es noch an Farbe.

Überall entstehen witzige Selfie-Punkte: Die Betreiber setzen auf die sogenannten sozialen Medien. Fotografieren und den Post im Netz verbreiten, ist ausdrücklich erwünscht.

Erinnerungen an vergangen Zeiten

Bei reiferen Besuchern will das Museum vor allem Erinnerungen wecken. Ein großer Teil ist deutschen Firmen gewidmet, von denen es manche gar nicht mehr gibt: Goldfisch, Heinzelmann, Iduna - und natürlich Benger-Ribana, der Bad Rappenauer Platzhirsch, der 1983 in Konkurs ging. Unter einer Schutzhülle aus Plastik warten zahlreiche Originale auf ihre Enthüllung.

Sie sind ein Stück Ortsgeschichte, das von Objekten lebt, die der eine oder andere im Keller fand und gestiftet hat. Selbstverständlich soll es im Bikini-Art-Museum von Zeit zu Zeit auch Modenschauen und historische Vorträge geben.

Vielseitiges Konzept für Besucher 

"Es wird immer greifbarer", sagt Maximilian Lang, der zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen mindestens einmal pro Woche in Bad Rappenau ist, um die Bauarbeiten zu überwachen. "Manches fügt sich erst vor Ort." Man glaube, dass man alle Besucher mit dem vielschichtigen Konzept abholen könne, ergänzt Lang noch: "Wir haben die Messlatte hoch gelegt: Jetzt müssen wir abliefern."

Vorverkauf läuft

Tickets kosten als Early-Bird-Ticket zwischen 10,50 und acht Euro pro Person. Online hat der Vorverkauf schon begonnen. Bad Rappenauer dürfen jeden Dienstag kostenlos ins Bikini-Art-Museum. "Man habe am Ort so viel Zustimmung und Unterstützung erhalten", sagt Maximilian Lang, "dafür sind wir sehr dankbar." Das Bikini-Art-Museum am A6-Boulevard ist eine weitere touristische Einrichtungen in der Region.

 

Ulrike Plapp-Schirmer

Ulrike Plapp-Schirmer

Autorin

Ulrike Plapp-Schirmer ist seit 1993 bei der Heilbronner Stimme. Sie ist für Bad Rappenau und Gemmingen zuständig, gehört dem Thementeam Gesundheit an und rezensiert regelmäßig Bücher.

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