Bald soll es mehr Impfstoff für die Hausärzte geben

Region  Die Inzidenzzahlen in Deutschland gehen stetig zurück, und in etwa drei Wochen soll die Impfpriorisierung generell aufgehoben werden. Trotzdem hält die Kritik an der nicht ausreichenden Versorgung mit Impfstoffen an.

Von unserer Redaktion und dpa
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Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, erwartet, dass die Bundesregierung für einen deutlichen Schub bei den Lieferungen der Vakzine gegen Corona sorgt. "Wir gehen davon aus, dass Minister Spahn deshalb das Datum ab 7. Juni genannt hat, da dann wohl mit deutlich steigenden Liefermengen zu rechnen sein dürfte", sagte Gassen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Grundsätzlich begrüßte er die Entscheidung, die Priorisierung bei der Impfreihenfolge aufzuheben: "Grundvoraussetzung ist natürlich, dass ausreichend Impfstoffe da sind."

Mehr Lieferungen Ende Mai

In der letzten Maiwoche sollen die Hausärzte erstmals Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten. "Der Bund wird für die Woche vom 25. bis 30. Mai rund 1,6 Millionen Dosen von Biontech, etwas mehr als 500.000 Dosen von Johnson & Johnson und voraussichtlich 600.000 von Astrazeneca bereitstellen", teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KVB) mit. Der Impfstoff von Johnson & Johnson hat den Vorteil, dass er mit einer Dosis auskommt. Gesundheitsminister Jens Spahn sagte aber, man werde bis in den Sommer hinein brauchen, um alle, die wollen, auch impfen zu können.

Mannheim geht in Sachen Impfungen einen eigenen Weg. Die Stadt setzt auf spezielle Quartiersimpfungen in sozialen Brennpunkten, um so gezielt Menschen zu erreichen, die aufgrund sprachlicher oder technischer Barrieren Schwierigkeiten haben, einen Impftermin zu vereinbaren. Zehn Tage lang waren Impfteams jetzt in der Neckarstadt-West unterwegs, einem Stadtteil, in dem viele Migranten und Menschen mit niedrigem Einkommen leben. Die Inzidenzwerte dort sind deutlich höher als in anderen Mannheimer Quartieren. 3000 Dosen des Moderna-Vakzins wurden in dieser Zeit dort verimpft - Interessierte konnten sich in eine Warteschlange stellen. Heilbronn will diesen Weg nicht gehen. Es gebe keine besondere Häufung von Corona-Fällen in einzelnen Stadtgebieten, heißt es aus dem Rathaus.

Strafen für Fälscher

Angesichts zunehmender Corona-Lockerungen sollen strengere Regeln gegen Missbrauch von Impfpässen und Testnachweisen kommen. Für das Nutzen und Ausstellen falscher Dokumente sollen nach Gesetzesplänen von Spahn künftig Haft- oder Geldstrafen drohen. Die Neuregelungen soll der Bundestag voraussichtlich an diesem Donnerstag beschließen. Bund und Länder planen für den 27. Mai auch einen erneuten "Impfgipfel"


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